Schwäbisch Hall Diskussion: Riecht die Pappenfabrik auch in Hall?

Riecht es in Hall nach der Pappenfabrik in Tullau? Das sagt ein HT-Leser. 
Riecht es in Hall nach der Pappenfabrik in Tullau? Das sagt ein HT-Leser.  © Foto: privat
Schwäbisch Hall / Beatrice Schnelle 25.06.2018
Ein zweiter Haller Bürger sagt, er nehme den Geruch der Tullauer Pappenfabrik in der Innenstadt wahr.

Zum Bericht vom 2. Juni 2018 im Haller Tagblatt über die laut eines Beschwerdeführers angeblich bis in die Haller Innenstadt reichende Geruchsemissionen aus der Tullauer Pappenfabrik hat sich HT-Leser Stefan Kirchgatter mit einer eigenen Theorie an die Redaktion gewandt. Auch der im Teurershof lebende Facharzt gibt an, die „Geruchsbelästigung“ in einem „relativ schmalen Streifen“ in der Innenstadt in Kochernähe wahrzunehmen. Diese trete aber nur in klaren Nächten auf. Das liege daran, dass dann die Wärmeabstrahlung ins All stärker sei. Dies wiederum führe zu einer stärkeren Abkühlung der Luft, die dann nach unten absinke, sich entsprechend der Topographie in Senken wie Tälern sammle und an deren Grund – ähnlich wie Wasser – langsam abfließe. So ströme der Papierfabrikgeruch mit dem Luftstrom von Tullau kocherabwärts. „Wir können durchaus zwischen landwirtschaftlichen Ausdünstungen und Pappegeruch unterscheiden“, schreibt Kirchgatter weiter, „die Geruchswahrnehmung des (im Artikel) zitierten Beobachters entspricht somit durchaus der Realität.“ Wer sich an den Erdkundeunterricht erinnere, wisse vielleicht noch, dass zum Beispiel in Schwarzwaldtälern das gleiche Phänomen auftrete. Die Freiburger würden den abendlichen, zur Zeit der Ernte beispielsweise nach Heu duftenden Luftstrom aus dem Schwarzwald nach dem Zufluss der Dreisam aus dem Höllental als „Höllentäler“ bezeichnen.

Mit dem Anschreiben konfrontiert, gibt der Chef der Tullauer Pappenfabrik Matthias Kurz zu bedenken, dass sich doch sicherlich bereits eine Menge Innenstadtbewohner zu Wort gemeldet hätten, wenn der Geruch dort häufiger wahrgenommen werde oder gar ein Problem darstelle. Er ist sich sicher, dass dann längst Protokolle mit Daten und Uhrzeiten seitens der Betroffenen geführt und zwecks Beschwerde bei den Behörden vorgelegt worden seien. Die Argumentation des Briefschreibers könne er nicht nachvollziehen. Dazu seien wissenschaftliche Untersuchungen notwendig, für die es jedoch offenkundig keinen ernsthaften Anlass gebe.

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