Braunsbach Dinge des täglichen Bedarfs im Ort

Braunsbach / OLIVER FÄRBER 11.08.2015
Lebensmittel, Schreibwaren, Metzgerei, Gasthof, Apotheke, Ärzte: Braunsbacher brauchen sich nicht über eine fehlene Infrastruktur zu beschweren. Im Hauptort gibt es die Dinge des täglichen Bedarfs.

"Hier liegt halt alles ganz eng und günstig zusammen", erklärt Elfriede Dengler, warum sie in Braunsbach einkauft. Gerade kommt sie aus der Apotheke. "Ich bin so froh, dass wir die noch im Ort haben. Selbst wenn ich in Hall zum Facharzt gehe, hole ich deshalb meine Medikamente hier", sagt sie. Ihr Auto hat sie auf dem Marktplatz abgestellt. "Manchmal bekommt man hier keinen Platz, weil einige den ganzen Tag parken. Das ist etwas schlecht, wenn man nur kurz mal einkaufen will. Sicher nicht nur für mich, auch für die Geschäfte", schenkt sie den einzigen Wermutstropfen ein, der ihr gerade einfällt.

Jetzt geht sie aber noch hinüber in d' Schwarz - so heißt das Lebensmittelgeschäft. Dort ist um die Mittagszeit einiges los. Manche Leute holen sich ihr Mittagessen in Form von Back- oder Wurstwaren, andere decken sich fürs Kochen oder Abendessen zu Hause ein. Inhaberin Katja Schwarz steht selbst hinter der Theke. Sie ist zufrieden mit der Zahl der Kunden. "Wir haben wirklich gute Kunden und leben auch vom Durchgangsverkehr", erklärt sie. Allerdings müsse auch das Angebot stimmen. "Wir schauen, dass wir alles anbieten, was man zum täglichen Leben braucht", nennt sie ein Beispiel. Dazu gibt es einen besonderen Service für ältere Leute - der Einkauf wird nach Hause geliefert. Gerade geschickt, wenn man in den Teilorten wohnt oder die schwere Tasche nicht den Hang ins Wohngebiet hinauf tragen kann.

Dass doch etliche Kunden in den Laden kommen, das liegt ihrer Meinung nach nicht nur an ihrem Angebot. "Wir müssen froh sein, dass wir Ärzte, Zahnarzt, Apotheke oder Heilpraktiker hier haben. Das muss man hoch anrechnen. Denn dadurch kommen auch Kunden zu uns", sagt sie.

Das sieht Braunsbachs Bürgermeister Frank Harsch auch so, der die Infrastruktur in der Gemeinde nur loben kann. "In Braunsbach ist alles fußläufig erreichbar. Parkgebühren gibt es nicht", nennt er wichtige Aspekte. Selbst ein Reisebüro, einen Schreibwarenladen und einen Computerladen gibt's im Ort. Die Sparkasse schließt zwar ihre Geschäftsstelle, zieht auch den Geldautomaten ab und verweist auf die Untermünkheimer Filiale, die Volksbank aber hält derzeit ihr Angebot.

Es gibt auch Selbsterzeuger, Landwirte in den Teilorten, die ihre Waren direkt an Kunden verkaufen. Zu den Festen im Ort kommen meist auch fliegende Händler und bauen ihre Stände beim kleinen Krämermarkt auf.

Mit Gewerbe sieht es in Braunsbach eher schlecht aus - zu weit ist man für die erzeugende Industrie von der Hauptverkehrsader A6 weg. "Allerdings verfügt Braunsbach über mehrere hervorragende Handwerksbetriebe, die alle in der energetischen Branche anzusiedeln sind", fügt Harsch hinzu. Für ein ausreichendes Gewerbeaufkommen, das solch eine Flächengemeinde benötigen würde, reiche dies aber nicht. "Das Gewerbesteueraufkommen ist deshalb niedrig. Allerdings ist auch bei uns gegenwärtig ein höherer Anstieg zu verzeichnen", erläutert der Schultes optimistisch.

Kocher-Jagst-Radweg bringt Touristen in die Gemeinde

Kunden Urlauber bringen Geld ins Kochertal. "Bei uns auf der Terrasse sitzen gerne Radfahrer", berichtet Katja Schwarz. Auch das Café, das sie neben ihrem Lebensmittelmarkt eingerichtet hat, wird gerne von Touristen genutzt - besonders in dieser Jahreszeit.

Angebote Auch gegenüber beim Gasthaus Krone in Enslingen sitzen am Montagmittag einige Radfahrer draußen und rasten. "Es gibt in der Gemeinde eine Vielzahl an Gastronomie- und Übernachtungsbetrieben", erklärt Bürgermeister Frank Harsch. Und das nicht nur für Radfahrer. Das Döttinger Schlosshotel richtet sich auch an Urlauber, die ein besonderes Flair wünschen. Und wer's einfach und trotzdem schön haben will, der kann auf dem Braunsbacher Campingplatz im Kochertal einen Stopp einlegen.

FÄR