Wirtschaft Die Zuversicht lässt nach

JÜRGEN STEGMAIER 23.07.2014
Das erste Halbjahr lief für die Unternehmen aus der Region ausgesprochen gut. Bei hohen Umsätzen wurde Geld verdient. Dass es so gut weitergeht, glauben jedoch weniger Betriebe als zuletzt.

Die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in der Region Heilbronn-Franken machten von Januar bis Mai 2014 einen Umsatz von rund 13,2 Milliarden Euro. Davon entfielen auf die verarbeitenden Betriebe im Landkreis Hall rund 2,1 Milliarden. Der Schwerpunkt liegt dabei im Unterland. Die Gesellschaften im Landkreis und der Stadt Heilbronn vereinen rund zwei Drittel des Umsatzes in der Region auf sich. Nach Heilbronn folgen die Landkreise Hohenlohe vor Schwäbisch Hall und Main-Tauber.

Die gegenwärtige Lage der Wirtschaft ist sehr gut, die Prognose aber zeigt eine Eintrübung. "Die Zuversicht lässt nach", sagt Elke Schweig. Die Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken entnimmt einer Konjunkturprognose der Kammer, dass zwar 31 Prozent der Unternehmen für die Zukunft einen günstigeren Geschäftsverlauf erwarten. Im April hatten diese Hoffnung noch 6 Prozent mehr.

Stabil zeigt sich der Arbeitsmarkt in der Region - und daran wird sich in den kommenden Monaten nichts ändern, wenn der Eindruck zutrifft, den die IHK-Erhebung anbietet. 23 Prozent der Unternehmen planen Neueinstellungen. Das sind 2 Prozent mehr als im April dieses Jahres. Impulse für ein weiteres Ansteigen der Beschäftigung kämen aus der Industrie. "Spitzenreiter bei den geplanten Neueinstellungen sind der Dienstleistungssektor und der Großhandel", so der IHK-Bericht.

Eine Betrachtung der zurückliegenden sechs Jahre hinsichtlich der Beschäftigtenplanungen zeigt, dass in der Industrie Arbeitsplätze entsprechend der konjunkturellen Lage schneller auf- und abgebaut werden. Kleine und mittlere Unternehmen dagegen scheinen dazu zu neigen, ihr Personal eher zu halten auch für den Fall, dass die Zeiten möglicherweise schlechter werden.

Die Industrie- und Handelskammer befragt auch Groß- und Einzelhändler nach deren Eindruck vom Kaufverhalten der Kunden. Demnach schätzen die Einzelhändler die Kauffreudigkeit ihrer Kunden wesentlich geringer ein als im ersten Quartal. Der Wert für das Prädikat "kauffreudig" sank von 17,2 auf 10,0. "37 Prozent (Vorquartal 43 Prozent) halten den Geschäftsverlauf für gut. 20 Prozent (Vorquartal 17 Prozent) der Betriebe melden eine schlechte Geschäftslage", so die IHK in ihrem aktuellen Konjunkturbericht, der gestern in Heilbronn vorgestellt wurde.

Anders der Eindruck im Großhandel: "Sowohl der produktionsverbindende als auch der konsumnahe Großhandel melden gute Geschäfte. Das Kaufverhalten hat sich weiter verbessert."