Lichterfest in Schwäbisch Hall Stadt bereitet sich auf das Sommernachtsfest vor

Jochen Schulz vom Werkhof misst genau ab, bevor er Sägemehl verteilt. Dort werden am Samstag die Kerzen aufgestellt.
Jochen Schulz vom Werkhof misst genau ab, bevor er Sägemehl verteilt. Dort werden am Samstag die Kerzen aufgestellt. © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Thumilan Selvakumaran 22.08.2018
Die Aufbauarbeiten im Haller Stadtpark laufen. Die Planer bereiten sich auf mögliche Brandgefahr durch Trockenheit vor. Der Preis an der Abendkasse wird auf 12 Euro erhöht.

Sägemehlspuren durchziehen die Ackeranlagen. Städtische Gärtner stutzen mit großen Geräten die Hecken. Auf dem Unterwöhrd richten Arbeiter die Bühne auf. Die Vorbereitungen für das Sommernachtsfest laufen.

So richtig in Fahrt kommen die Arbeiten erst am Donnerstag. „Am neuen Globe herrscht Termindruck“, sagt Robert Spoden von der Touristik und Marketing. Um die Bauarbeiten nicht zu behindern, werde der Aufbau des Festes so weit wie möglich nach hinten gelegt – so wie 2017 auch. Daher werden erst morgen weitere Buden aufgebaut und große Teile der Zäune entfernt, die um die provisorische Lkw-Spur stehen. Diese Strecke wird zur Festmeile. Die Bühne steht wieder am Rand des Kleinkinderspielplatzes in Richtung Globe. Das habe sich bewährt, so Spoden.

Auf Bewährtes setzen die Festmacher auch bei der Gestaltung der Ackeranlagen. 25.000 Lich­terbecher sollen aufgestellt, 2500 leuchtende Lampions in den Bäumen  aufgehängt werden. Dazu kommen elektrisch beleuchtete Lichtformen.

Gefahr durch Lampions

Zumindest bei den Lampions sind sich die Planer nicht sicher, ob es klappt. Grund, so Spoden, ist die Trockenheit und eine mögliche Brandgefahr. Das werde am Samstag tagesaktuell geprüft. „Wir haben vorsorglich den Wassermax vom Werkhof bestellt, der die Bäume wässert.“ Falls nötig, soll das Sprühfahrzeug auch das Grasbödele befeuchten. Denn dort tritt am Samstag, 21.30 Uhr, der Große Siedershof auf und zeigt seinen Fackeltanz. Dramatisieren will Spoden wegen der Trockenheit aber nicht. „Wir sind noch weit entfernt von den Werten des Jahrhundertsommers 2003.“ Die Bäume seien schließlich noch grün. Man wolle nur auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.

Das Wetter spielt dabei die Hauptrolle. 2017 gelang bei hochsommerlichen Werten ein Rekord-Fest, als rund 11.000 zahlende Gäste kamen. Das hatte aber auch Nachteile. Rund um den Epinalsteg kam es zu dichtem Gedränge. Als einen Grund für die Entstehung des Pfropfs will die Stadt den BBQ-Stand direkt davor am Epinalplatz erkannt haben. „Der wird daher nun an die mittlere Bühne in der Nähe des Anlagencafés verlegt“, so Spoden. Zum Fackeltanz gebe es das Problem am Steg nicht, „weil dann eher alle auf den Unterwöhrd drängen“. Und zum großen Feuerwerk, das um 23 Uhr vom Dach des Schiedgraben-Parkhauses gezündet wird, sei der Steg ohnehin traditionell gesperrt. Hintergrund: 1954 stürzte die mit mehreren Hundert Personen überlastete kleine Brücke ein.

Budget auf 100.000 Euro erhöht

Spoden ist überzeugt, dass die Engstelle Steg nun ausreichend entschärft ist. Die Gäste sollen unbeschwert feiern. Eng werden kann es trotzdem – insbesondere vor den Ständen. Lange Schlangen ließen sich nur durch mehr Anbieter verhindern. Aber dann bleibe für den einzelnen Gastronomen weniger vom Kuchen und für Festwirt Paul Bonin werde es schwerer, Anbieter zu finden. Bei schlechtem Wetter drohen Verluste – auch für die Stadt.

Das Budget von 2017 wurde um 15.000 auf heuer 100.000 Euro erhöht. Nicht, weil mehr geboten wird, sondern, weil vieles teurer sei, darunter das Sicherheitspersonal. Auch Vorkehrungen für Regen müssten im Zweifel finanziert werden, etwa Hackschnitzel für Wege, damit Gäste nicht im Matsch gehen müssen. „Das kostet mehrere Tausend Euro.“

Investiert wird aber auch in die Unterhaltung. Am Freitagabend spielt das „Acoustasonixs-Quartett“ bei freiem Eintritt auf dem Unterwöhrd. Am Samstag wird gleich an drei Bühnen von 20 bis 1 Uhr Livemusik geboten: am Unterwöhrd die Cover-Formation „Dragon Fire“, auf der mittleren Bühne „Havana Coastline“ mit lateinamerikanischer Musik und auf der hinteren Bühne nahe der Taubenhausinsel das Duo „Im­pulse Eve“. Dort, so Bettina Ilg von der Touristik und Marketing, sollen erstmals Strandliegen für eine chillige Atmosphäre sorgen.

Besucher können ab 21.30 Uhr in der Nähe der mittleren Bühne kostenlos an einem Poi-Workshop teilnehmen. Dabei werden Leuchtkugeln am Seil geschwungen. Neu sei, so Ilg weiter, dass der Werkhof ein großes Beleuchtungsgestell in Form der Haller Treppenstufen erstellt hat. Knapp 400 Helfer beteiligten sich am Samstagabend ab 18 Uhr ehrenamtlich, um die Kerzen anzuzünden. Der SV Gailenkirchen stelle alleine 50 Personen, um die vier Kassen zu betreuen und die gesperrten Zuwege in den Stadtpark zu überwachen.

Straßenkunst statt Dundu

Dundu, die viereinhalb Meter große, leuchtende Figur, die 2017 Gäste entzückte, wird es nicht geben, da die Attraktion nicht mehr ins Budget gepasst hat, so Spoden. Begeistert erzählt er aber von den „Caracho Walkacts“, zwei Künstler, die mit leuchtenden Kostümen und Improvisationstheater durch den Park ziehen.

Am Sonntag, 11 Uhr, wird auf dem Unterwöhrd bei freiem Eintritt zum Frühschoppen geladen. Der Große Siedershof spielt dazu.

Kostenlose Parkplätze werden am Schuzentrum West und am Schenkensee angeboten. Pendelbusse bringen die Gäste in die Stadt. Der Eintritt im Vorverkauf bleibt, wie 2017, bei 8 Euro. An der Abendkasse wird er aber im Vergöeich zum vergangenen Jahr um 2 Euro auf 12 erhöht.

Vorverkauf bis Samstag, 15 Uhr, in der Tourist-Info

Das Fest beginnt am Freitag um 20 Uhr mit Musik auf dem Unterwöhrd. Die Gastro-Hütten dort und der Gockel haben geöffnet. Der Eintritt ist frei. Am Samstagabend lockt ab 20 Uhr das Lichterspektakel, Musik und Bewirtung auch in die Ackeranlagen. Der Eintritt kostet im Vorverkauf (Tourist-Info) bis Samstag, 15 Uhr, 8 Euro für Erwachsene und für Kinder/Jugendliche bis 15 Jahre 4 Euro. Das Familienticket ist für 20 Euro zu haben. An der Abendkasse kosten Einzeltickets 12 Euro, das Familienticket 26 Euro, bis 15 Jahre 6 Euro. Kinder bis sechs Jahre sind frei.

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