Unser Steffel ist wieder zu groß und zu schwer geworden“, berichtet Angelika Tröster schmunzelnd. Sie ist Regisseurin vom Verein Laienschauspiel Mainhardter Wald. Die Rolle des Jungen, der in der Schlacht getötet und auf Händen weggetragen wird, müsse erneut neu besetzt werden. Das sei nicht die einzige – rund 20 Änderungen gebe es für die etwa 100 Schauspieler.

Mitte Februar fand die erste Probe für „Aufstand im Mainhardter Wald – von Rebellen zu Räubern“ statt. Dank des milden Wetters habe man die Szene in der Laukenmühle sogar bei offenem Fenster spielen können. Manchmal sei es noch verwirrend gewesen. „Ach, du spielst ja jetzt den Ungerer“, hieß es beispielsweise bei Wolf von Wumb. „Wir haben nun einen Vater und seine Tochter, die im Stück auch Vater und Tochter spielen“, erzählt Tröster lächelnd.

Wechselnde Rollen

Wumb folgt auf Uwe Jenß, Thea von Wumb teilt sich bereits seit 2018 die Hauptrolle der „Maria“ mit Jessie Wieland. Den „Joggel“, Wolf von Wumbs frühere Rolle, spiele nun Frieder Pfau. „Er hat sich im letztjährigen Kinderstück bewährt und hatte Lust dazu“, berichtet Tröster.

Berufliche Veränderungen oder persönliche Gründe führen jedes Jahr zu kleineren und größeren Umbesetzungen innerhalb der  Truppe. Auch das mache den Reiz des Stückes aus, dass es in der Hinsicht nie gleich sei, unterstreicht Tröster. Der Laienschauspielverein spielt seit 2004 auf der Spielwiese im Gögelhof bei Mainhardt Stationentheater, dort, wo einst auch die historischen Protagonisten zu Hause waren. Bis 2014 wurde das Stück „Die Räuber vom Mainhardter Wald“ gezeigt. Seit 2015 wird der „Aufstand im Mainhardter Wald – von Rebellen zu Räubern“ aufgeführt. Die Geschichte der Räuberbande beruht auf historischen Quellen.

„Wir sind heuer erstmals bei der katholischen Kirche unter­gekommen“, freut sich Angelika Tröster über den neuen Probenraum, nachdem sich in der Alten Schule kein Platz mehr fand. Und das, obwohl die Kirche im historischen Stück gar nicht so gut weg­komme, fügt sie schmunzelnd hinzu. Denn der Aufstand der Mainhardter richtete sich gegen den katholischen Standesherren. Neu sei ­neben dem aktualisierten Internetauftritt die gestiegene Zahl an Verkaufsstellen, so Tröster. ­Restkarten für einzelne Aufführungen gebe es noch. Erhältlich seien sie bei den bekannten Vorverkaufsstellen der Tageszeitungen der Region sowie im Kulturamt Murrhardt und auf der Webseite.

Speziell für Kinder

Bereits seit Herbst probe man „Schneeweißchen und Rosenrot“, erzählt die Regisseurin, das Kinderstück wechsle alle zwei Jahre. Für die Samstagsaufführungen gebe es noch Karten, wirbt Tröster und erzählt vom Ansturm auf die Freitagvormittagsvorstellung: „Heuer wollte uns neben der Mainhardter Schule und sechs Kindergärten auch die Michelfelder Grundschule besuchen.“ Mit fast 500 Zuschauern wäre es aber schwierig geworden, so Tröster. „Dankenswerterweise hat die Michelfelder Schule ihren Besuch aufs kommende Jahr verschoben.“

Intensive Gespräche seien auch mit den örtlichen und angrenzenden Vereinen nötig gewesen. „Dadurch, dass die Pfingstfeiertage in diesem Jahr auf Anfang/Mitte Juni fallen, hätten zwei Aufführungswochenenden in den Ferien gelegen“, erläutert sie. Das habe man vermeiden wollen. Durch das große Entgegenkommen der anderen Vereine, die ihre auf das Laienschauspiel abgestimmten Festtermine wie das Kastellfest verschieben konnten, liege nun nur noch ein Aufführungswochenende in den Ferien, so Tröster dankbar.

Info „Aufstand im Mainhardter Wald“ feiert heuer am Freitag, 21. Juni, um 20.10 Uhr Premiere. Weitere Aufführungen folgen Samstag, 22. Juni, Freitag, 28. Juni, Samstag, 29. Juni, Freitag, 5. Juli, und Samstag, 6. Juli. „Schneeweißchen und Rosenrot“ feiert am Samstag, 29. Juni, um 14.30 Uhr Premiere, weitere Aufführungen am Freitag, 5. Juli, um 10.30 Uhr (ausverkauft) und Samstag, 6. Juli, um 14.30 Uhr. Weitere Infos unter www.laienschauspiel-mainhardt.de.