Verkehr Die Raser geben weiter Gas

Dieser Porsche-Fahrer hält die mobile Geschwindigkeitsbegrenzung in Rauhenbretzingen vorbildlich ein, wie der Smiley der Messanlage beweist. Allerdings wurde dort auch schon ein Temposünder mit 130 Stundenkilometern gemessen.
Dieser Porsche-Fahrer hält die mobile Geschwindigkeitsbegrenzung in Rauhenbretzingen vorbildlich ein, wie der Smiley der Messanlage beweist. Allerdings wurde dort auch schon ein Temposünder mit 130 Stundenkilometern gemessen. © Foto: Archiv/Elisabeth Schweikert
Michelbach / Sigrid Bauer 30.06.2018

Viele Autofahrer fahren von Michelbach aus zu schnell nach Hirschfelden hinein. Das ist vor allem den Bewohnern der ersten Häuserreihe links aus Richtung Michelbach kommend, entlang der Landesstraße, ein Dorn im Auge. In diesem Bereich gibt es nämlich keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Das Ortsschild kommt erst etwas weiter hinten.

„Normalerweise steht das Ortsschild auf Höhe der ersten Erschließungsstraße in ein Wohngebiet, das wäre hier an der Sanddornstraße“, erklärt Michelbachs Hauptamtsleiter Berthold Krist die Regelung. Immerhin sei das Schild schon ein ganzes Stück weiter nach vorn gesetzt worden, aber nicht bis dorthin, wo die Wohnbebauung beginnt. Es gebe auch keine Gründe, die das unterstützen würden, sagte er. „Wenn dort eine Kuppe oder eine Kurve die Sicht einschränken würde, dann könnte die Verkehrsbehörde eventuell eine Ausnahme machen. „Aber hier haben wir freie Sicht“, stellt er klar.

Tempoanzeige hilft nur bedingt

Die Verwaltung beantrage immer wieder Kontrollen. „Sie finden auch statt und es werden Bußgelder verhängt, aber trotzdem ändert sich langfristig nichts am Tempo der Autofahrer“, so Krist. Die Gemeinde stellt regelmäßig ihre eigene Geschwindigkeitsanzeige auf. „Das hilft schon. Nach einer Weile fahren die Leute langsamer, aber nur solange die Anlage da steht“, meint er. Die Gemeinde wertet die Daten aus. Dadurch, dass das Gerät ein Fahrzeug oft drei- oder viermal misst, wird das Durchschnittsergebnis zwar verfälscht. „Aber man sieht schon, welches Spitzentempo gefahren wird. In Rauhenbretzingen hatten wir mal 130 Stundenkilometer!“, berichtet er.

Um eine Geschwindigkeitsbegrenzung geht es auch in Gschlachtenbretzingen an der Einmündung der Milchgrundstraße in die Landesstraße 1055. Tempo 100 ist dort erlaubt, die Bewohner fordern Tempo 70. Aber auch da bleibt alles beim Alten. Die Begründung: Die Sicht ist ausreichend und außerdem sei die Stelle kein Unfallschwerpunkt.

Aus Richtung Hessental führt rechts der Landesstraße ein Radweg nach Michelbach, an Einmündungen ist aber die Vorfahrt nicht einheitlich geregelt. Einmal haben die Radfahrer Vorfahrt, wenn der Autofahrer rechts abbiegen will, an anderen Stellen muss der Radfahrer den abbiegenden Autofahrer vorbeilassen. Kompliziert wird die Situation auch noch dadurch, dass bis Michelbach der Radweg rechts der Landesstraße verläuft, von Michelbach nach Hirschfelden aber links. Künftig soll die Vorfahrt eindeutig und einheitlich ausgeschildert werden.

Mehr Vorfahrtsschilder

Zusätzliche Verkehrsschilder werden in der Kirchstraße und im Hagenhofweg aufgestellt. Dort müssen Autofahrer, die etwa von der Schenkenstraße auf die Kirchstraße einbiegen, bei Bedarf anhalten, weil für sie das auf dem Kopf stehende rote Dreieck, das „Vorfahrt gewähren!“-Schild, gilt. In der Kirchstraße fehlt aber bisher der Hinweis auf die Vorfahrt. Künftig soll deshalb an jeder Einmündung das Schild „Vorfahrt an dieser Kreuzung“ mit dem im Volksmund als Rakete bezeichneten Symbol aufgestellt werden.

Für das neue Wohngebiet Taubental will das Landratsamt eine Tempo-30-Zone anordnen. „Der Hagenhof ist vorfahrtsberechtigt. Innerhalb der Zone gilt überall rechts vor links. In einer Tempo-30-Zone gibt es keine Durchgangsstraße“, stellt Krist fest. Doch könne durchaus auch eine Durchgangsstraße abschnittsweise mit Tempo 30 ausgeschildert sein wie etwa der Hagenhofweg im Bereich des Schulzentrums.

Regelmäßig auf dem Prüfstand

Eine Verkehrsschau findet mit Vertretern des Straßenverkehrsamts, des Straßenbauamts, der Polizei und der Kommune statt. Außerdem können öffentliche Verkehrsunternehmer und sachkundige Privatleute zurate gezogen werden. Bei einer Verkehrsschau begutachten die Teilnehmer regelmäßig den Zustand und die Sicherheit von Verkehrswegen sowie die Sichtbarkeit von Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen. Sinn und Zweck von Verkehrsschauen ist eine möglichst hohe Sicherheit auf den Straßen.

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