Mulfingen/Xi’an EBM-Papst baut Werk in China

Mulfingen / swp 16.08.2018
EBM-Papst baut sein China-Geschäft mit neuem Werk in Xi’an gezielt weiter aus. Ab dem Sommer nächsten Jahres sollen dort Ventilatorenlösungen für den asiatischen Markt produziert werden.

Im laufenden Geschäftsjahr plant der renommierte Maschinenbauer Investitionen in der Rekordhöhe von 200,8 Millionen Euro. An der Firmenzentrale in Mulfingen wird damit unter anderem das neue Technologiezentrum gebaut. Fast 40 Millionen nimmt das Unternehmen in die Hand, um an seinem Stammsitz die Voraussetzungen für ein weiterhin hohes Innovationstempo abzusichern und gleichzeitig neue Entwicklungen voranzutreiben.

Der Motoren- und Ventilatorenhersteller hat ehrgeizige Ziele. Vor allem auf den großen  Märkten außerhalb Europas ist EBM-Papst kräftig gewachsen. „Local for local“ heißt der strategische Ansatz, den der Vorsitzende der Geschäftsführung, Stefan Brandl, vor gut einem Jahr ausgegeben hat und in dessen Folge sich die Firmengruppe neu ausrichtet.

30 Millionen Euro investiert

In China sind die Konsequenzen dieser Herangehensweise zu beobachten. Mit einem feierlichen Spatenstich startete der Weltmarktführer den Bau eines neuen Werks im chinesischen Xi‘an, der Hauptstadt der Provinz Shaanxi. Auf 27 000 Quadratmetern sollen dort ab dem Sommer des kommenden Jahres spezielle Ventilatorlösungen für den asiatischen Markt produziert werden. Insgesamt 30 Millionen Euro investiert der Ventilatorenbauer in mehr Marktnähe.

Stefan Brandl: „Die Nachfrage nach unseren Produkten auf dem asiatischen Markt nimmt stetig zu, sodass wir neben unserem Werk in Shanghai weitere Fertigungskapazitäten benötigen. Mit dem Neubau setzen wir einen weiteren Schritt unserer Internationalisierungsstrategie ,Struktur 2020’ und der damit verbundenen weiteren Lokalisierung in Asien um.“ Lokalisierung bedeutet übrigens auch, dass vorort für den jeweiligen Markt entwickelt wird. Die Entscheidung für den neuen Standort nahe der Zwölf-Millionen-Einwohner-Metropole fiel unter anderem wegen „der Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften“ sowie „einer guten verkehrstechnischen und logistischen Anbindung“. „Neben China haben wir auch die aufstrebenden Märkte im Visier, die künftig von unserem neuen Standort aus mit Produkten versorgt werden sollen“, erklärt Thomas Nürnberger, Geschäftsführer von EBM-Papst China, die Erweiterung der Produktionskapazitäten. Dazu gehören vor allem die Asean-Staaten mit Ländern wie Indonesien, den Philippinen oder Thailand, die an der Schwelle vom Entwicklungsland zum Industriestaat stehen.

EBM-Papst ist bereits seit dem Jahr 1996 im Reich der Mitte vertreten und beschäftigt derzeit rund 1800 Mitarbeiter vor Ort. Die Zentrale, die auch das Entwicklungszentrum für Produkte des asiatischen Marktes beherbergt, ist in der Freihandelszone Waigaoqiao (Shanghai) angesiedelt, das Produktionswerk in Nanhui (Shanghai). Zwei weitere Standorte befinden sich in Hongkong und Qingdao.

Fünfter Standort in China

Im Geschäftsjahr 2017/18 erzielte das zweitgrößte Industrieunternehmen in der Region einen Umsatz von über zwei Milliarden Euro. Das Familienunternehmen beschäftigt aktuell mehr als 15 000 Mitarbeiter an 27 Produktionsstätten sowie 45 Vertriebsstandorten weltweit. Die Ventilatoren und Motoren des Weltmarktführers sind in vielen Branchen zu finden, wie zum Beispiel in den Bereichen Lüftungs-, Klima- und Kältetechnik, Haushaltsgeräte, Heiztechnik, Automotive und Antriebstechnik.

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Milliarden Euro Umsatz machte das Stammhaus von EBM-Papst in Mulfingen im Geschäftsjahr 2017/18. Aktuell sind an den beiden Standorten in Mulfingen und Hollenbach rund 3750 Mitarbeiter beschäftigt.

EBM-Papst: Herbstzeit ist Messezeit

Auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover ist EBM-Papst vom 20. bis 27. September vertreten. Auf dieser wichtigsten Leitmesse für Transport, Logistik und Mobilität zeigt das Technologieunternehmen in Halle 11, Stand G22 nach eigenen Angaben energieeffiziente Lösungen für Motorkühlung, für die Klimatisierung von Fahrerkabinen in Nutzfahrzeugen und für Transportkälte. Die Ventilatoren von EBM-Papst für den Einsatz in Nutzfahrzeugen sind mit bürstenlosen DC-Motoren ausgerüstet und arbeiten absolut verschleißfrei. Mit einer Lebensdauer von über 40 000 Stunden sind sie ebenso robust wie wirtschaftlich.

Auf der Messe InnoTrans, die vom 18. bis 21. September in Berlin stattfindet, stellen die Mulfinger ihre neuesten Entwicklungen für den Einsatz in Bahnanwendungen vor. Das Unternehmen zeigt auf der Fachmesse in der Bundeshauptstadt unter anderem ein neues Gebläse für die Umrichterkühlung, das strengsten Brandschutzverordnungen genügt. Zu sehen in Halle 3.1, Stand 230.

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