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Berlin / Holger Ströbel  Uhr
Der Haller Bernd Rath, Gründer des Personaldienstleisters Bera, beteiligt sich in Berlin an einer Diskussion über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

Kein Thema werde das Land und die Wirtschaft derart verändern wie die Digitalisierung, so der Konsenz der Teilnehmer an diesem Treffen. „Die Digitalisierung in Deutschland ist besser als ihr Ruf, Industrie 4.0 mehr als nur ein Schlagwort, sondern bereits Realität“, sagte Philipp Justus, Vize-Präsident von Google für Zentraleuropa.

Bedeutung gewann die Diskussion durch die Teilnahme von Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie des anerkannten IT-Experten Andreas von Bechtolsheim.

Gnadenlose Zerstörung

Der digitale Wandel stelle alles auf den Kopf, etablierte Arbeitsprozesse und traditionelle Geschäftsmodelle würden gnadenlos zerstört und durch neue, agile Prozesse ersetzt. „Disruption“ war eines der Schlagwörter beim Wirtschaftsgespräch der CDU/CSU in Berlin.

Andreas von Bechtolsheim, einer der Gründer von Sun Microsystems und Investor bei Google, betonte, dass es sowohl für die bereits digitalisierte Wirtschaft wie auch für die traditionell agierenden Branchen wichtig sei, die Handlungslogik zu verstehen und notwendige Anpassungsstrategien abzuleiten. Bechtolsheims Aufforderungen an die deutschen Unternehmen: „Go faster! (macht schneller). Investiert in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit.“

Tief in der Materie

Die Frage, wie wir es schaffen, den digitalen Wandel für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu nutzen, diskutierte Bera-Geschäftsführer Bernd Rath schon am Vorabend beim Sommerfest der Kanzlerin mit verschiedenen Vertretern aus Wirtschaft und Politik. „Als ein von Innovationen geprägter Personaldienstleister haben wir die Themen Digitalisierung und Arbeit 4.0 bereits früh auf unsere Agenda gesetzt“, erklärt Bernd Rath laut einer Pressemitteilung seines Unternehmens.

 Kanzlerin Merkel gehe davon aus,  dass 4.0 zwar in der ganzen Gesellschaft angekommen sei, es beim Thema Bildung jedoch noch viel zu tun gibt. Insgesamt zeigte sich Bernd Rath erstaunt, wie tief Angela Merkel im Thema sei. Merkel fordere eine Reform des Wettbewerbsrechts, denn weder das deutsche noch das europäische Kartellrecht seien für die fortschreitende Digitalisierung ausgelegt.