Ausstellung Die Messlatte der Jury hängt hoch

Laura, Aimeé, Maurice und Emma (von links) haben gerade von ihrem Opa ein Kaninchen der Rasse „Helle Großsilber“ geschenkt bekommen.
Laura, Aimeé, Maurice und Emma (von links) haben gerade von ihrem Opa ein Kaninchen der Rasse „Helle Großsilber“ geschenkt bekommen. © Foto: Rainer Richter
Obersontheim / Rainer Richter 10.01.2018

Zwei volle Tage lang konnten die Besucher der Kleintierschau des Kleintierzuchtvereins die 600 Tiere der 30 Aussteller bewundern. 99 Tiere von Jugendzüchtern des Vereins nahmen am Schönheitswettbewerb in der Schubarthalle teil. Das Renommee der Obersontheimer Züchter – sie haben drei württembergische Meister in ihren Reihen – lockte sogar Besucher aus München und Karlsruhe an.

Aber so eine Kleintierschau ist nicht nur für Erwachsene interessant. Auch viele Kinder und Jugendliche finden sich im Ausstellungsraum. Ob Kaninchen, Hühner, Tauben, Enten, Fasane oder Gänse, die Vielfalt der Natur versetzt die Besucher immer wieder in Staunen und die Kinder haben offenbar einen besonderen Draht zu den ausgestellten Tieren. Da werden so manche Eltern und Großeltern schwach und geben dem Wunsch des Nachwuchses nach einem eigenen Tier nach. Wer die leuchtenden Augen von Laura, Aimeé, Maurice und Emma sah, weiß, dass Opa mit seinem Geschenk, einem Kaninchen der Rasse „Helle Großsilber“, ins Schwarze getroffen hat. Stolz wird das Tier, das geduldig alle Streicheleinheiten der vier über sich ergehen lässt, im Karton nach Hause getragen.

An jedem Käfig kann die Bewertung der Tiere durch die Jury abgelesen werden. So auch beim Verkäufer des Kaninchens. Ulrich Federolf, der unter anderem Tätowiermeister des Vereins ist, erläutert an seinen „Hellen Großsilber“-Kaninchen, was die Jury alles bewertet. Körperform und Farbe, das leuchtet dem Laien ja noch ein. Aber dass auch die Unterfarbe eine Rolle spielt, wissen die wenigsten. Federolf zeigt, worum es dabei geht: Bläst man in das Fell des Kaninchens, so muss der Ansatz der Haare leuchtend blau sichtbar sein. Selbst die Krallen, kaum sichtbar, werden begutachtet. Wenn sie nicht alle dunkel gefärbt sind, bekommt das Tier keine gute Bewertung mehr. Die Jury ist streng. Tiere der Kategorie „vorzüglich“ müssen mindestens 97 von 100 möglichen Punkten erreichen. Unter 90 Punkten wird die schlechteste Note „nicht befriedigend“ vergeben.

Vorstand Friedrich Günther, der seit 47 Jahren „Schlesische Kropftauben“ züchtet, weiß: „Schönheit entsteht nur über Verwandtschaft.“ Und sein Mit-Vorstand Ulrich Federolf betont: „Es gibt keine Tricks.“ Wenn beispielsweise das Nest nicht richtig gebaut wurde, wird aus dem Nachwuchs nichts. „Man muss immer wieder Tiere nachkaufen, um das Blut aufzufrischen“, ist seine Devise.

Info Die diesjährigen Vereinsmeister sind Carmen Bolzinger, Friedrich Günther, Ralf Häußer, Walter Kirsch, Kerstin Kirsch, Michael Lörcher, Hermann Maier, Herbert Mettmann, Jochen Räuchle, Tim Richter und Jochen Sandbrink. Jugendvereinsmeister ist Tim Richter.

Die diesjährigen Vereinsmeister

Die diesjährigen Vereinsmeister:
Carmen Bolzinger, Friedrich Günther, Ralf Häußer, Walter Kirsch, Kerstin Kirsch, Michael Lörcher, Hermann Maier, Herbert Mettmann, Jochen Räuchle, Tim Richter, Jochen Sandbrink.

Jugendvereinsmeister: Tim Richter

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