Ortsentwicklung Die Kupferzeller Ortsmitte ist fertig saniert

Das „Hexenhäusle“ an der Marktstraße 1 wurde im Zuge der Ortskernsanierung abgerissen.
Das „Hexenhäusle“ an der Marktstraße 1 wurde im Zuge der Ortskernsanierung abgerissen. © Foto: privat
Kupferzell / Christian Nick 03.07.2018
Die Gemeinde investiert über 4,6 Millionen Euro. 21 Gebäude müssen weichen.

14 Jahre für ein Halleluja: Am 3. Mai 2005 definierte der Gemeinderat das Sanierungsgebiet Ortsmitte 2, nachdem bereits 2004 die ersten Fördergelder vonseiten des Landes bewilligt worden waren. 14 Jahre, 4,64 Millionen, 7,03 Hektar, 21 abgerissene Gebäude und acht Neubauten: Das sind die Eckdaten, die nun im Gemeinderat anlässlich der förmlichen Aufhebung des Satzungsbeschlusses zu Protokoll gegeben wurden.

Schaffung von Wohnraum, ein schöneres Ortsbild, maßvolle Nachverdichtung, mehr Parkmöglichkeiten, eine bessere Integration der Kupfer in den Ortskern und der Ausbau von Fußwegen: Diese Ziele habe man erreicht, lautete der einhellige Tenor von Verwaltung und den zwei Referenten der mit der Projektplanung betrauten Fachfirma Steg Stadtentwicklung GmbH.

„Eine sehr gelungene Sanierung und Werbung für künftige Projekte“, lautete denn auch die Conclusio von Steg-Repräsentant Johann Schiefele, der den Räten einen Überblick über die einzelnen Örtlichkeiten gab. Das ehemalige Bahnhofsareal beispielsweise wurde zum begrünten Park, die Feuerwehr zum Jugendhaus, der Marktplatz neu gestaltet, und anstelle des ehemaligen Bahnhofs steht nun ein Seniorenheim. Der gesamte bewilligte Förderrahmen in Höhe von 4,23 Millionen wurde ausgeschöpft. 2,52 Millionen schoss das Land zu.

Investitionen, die sich lohnen – da waren sich Experten, Räte und Verwaltung einig. Schiefele erinnerte an eine Studie, die ausweist, dass aus jedem Euro Fördergeld im Landessanierungsprogramm LSP über acht Euro an Folgeinvestitionen erwachsen. Bezogen auf Kupferzell kann man somit mit rund 35 Millionen künftiger Investitionssumme rechnen.

Keine Mehrkosten für die Bürger

Das Baugesetzbuch verpflichtet die Gemeinde zwar grundsätzlich zur Erhebung eines Geldbetrags von den Eigentümern eines im Sanierungsgebiet gelegenen Grundstücks, um einen finanziellen Beitrag zu deren Finanzierung zu leisten. Allerdings können Kommunen per Votum des Gemeinderats von diesem Ausgleichsbetrag absehen, wenn gutachterlich nur eine geringe Bodenwerterhöhung attestiert wird und die avisierten Verwaltungseinnahmen den monetären Verwaltungsaufwand übersteigen.

Beide Voraussetzungen sahen Verwaltung und auch die Ratsmitglieder gegeben: Lediglich 42 000 Euro an diesbezüglichen Mehreinnahmen hatte das Gutachten in Aussicht gestellt – bei prognostizierten rund 103 000 Euro Bürokratiekosten kein gutes Geschäft. Somit votierten die Kommunalpolitiker einstimmig für die Anwendung der gesetzlich fixierten Bagatellregelung: Die Einwohner im ehemaligen Sanierungsareal müssen also keine Kostenbelastung fürchten.

Der Blick der Verantwortlichen um Bürgermeister Joachim Schaaf indessen schweift bereits in die Ferne: „Wir müssen und werden uns überlegen, wie und wo es in der Zukunft weitergehen wird.“  

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