Schwäbisch Hall Die Kaufland-Beschäftigten wollen kämpfen

Schwäbisch Hall / PM 18.11.2014
Enttäuscht und erschüttert haben Beschäftigte des Kauflands in der Haller Innenstadt nach Angaben der Gewerkschaft Verdi auf das Vorhaben ihres Arbeitgebers reagiert, den Markt zu schließen.

Die Beschäftigten hätten nicht von der Firma Kaufland, sondern durch eine Pressemeldung von der Entscheidung erfahren, heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft.

Bei einer Betriebsversammlung habe Verdi-Sekretär Thomas Müssig dem Unternehmen dieses Verhalten vorgeworfen: "Es ist erbärmlich, dass kein Vertreter der Firma Kaufland es für nötig hielt, die Belegschaft rechtzeitig zu informieren. Die Menschen wurden mit ihren Existenzängsten rücksichtslos alleine gelassen."

Verkaufsleiter Jäger habe bei der Betriebsversammlung versucht, die aufgebrachten Beschäftigten zu besänftigen. Er würde sich bemühen, jedem einen gleichwertigen Arbeitsplatz in einer der umliegenden Filialen anzubieten. Versprechen könne er jedoch nichts, habe Jäger betont.

Gleichzeitig hätten sich die Beschäftigten jedoch kämpferisch gezeigt. "Die Belegschaft ist entschlossen, um ihre Arbeitsplätze zu kämpfen", wertet Müssig das Stimmungsbild. "Mit Unterstützung von Verdi, unserer Schwestergewerkschaften und befreundeter Organisationen würden wir es schaffen, Kaufland gehörig unter Druck zu setzen. Denn viele Kunden von Kaufland sind Beschäftigte der regionalen Großbetriebe, die gewerkschaftlich gut organisiert sind. Sollten diese Kunden abwandern, würde Kaufland letztlich einen wesentlich höheren Preis bezahlen, als sie es sich vorstellen können", drohte Müssig.

Der Verkaufsleiter habe daraufhin versucht, die Menge zu beschwichtigten, indem er angab, dass Kaufland durchaus Interesse hätte, die Geschäftstätigkeit weiterhin fortzusetzen, sollte die stadteigene GWG bereit sein, die Miete zu reduzieren.

Dieser überraschende Vorstoß gab dem Verdi-Sekretär Anlass, einen runden Tisch unter Beteiligung aller Parteien einzufordern, um im Dialog nach Wegen zur Erhaltung der Kaufland-Filiale zu suchen. "Es sind nicht nur die Beschäftigten, denen dieser Standort wichtig ist. Für viele Anwohner ist es die einzige Möglichkeit, sich mit Dingen des täglichen Bedarfs zu versorgen", schreibt Verdi.

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