Schwäbisch Hall Recaro steht vor Umsatzrekord

Mark Hiller scheint in einem Recaro-Flugzeugsitz bequem zu sitzen.
Mark Hiller scheint in einem Recaro-Flugzeugsitz bequem zu sitzen. © Foto: ht
Schwäbisch Hall / Jürgen Stegmaier 17.11.2018
Das Haller Unternehmen Recaro Aircraft Seating steuert auf einen neuen Umsatzrekord zu. Eine bedeutende Marke wurde bereits im Oktober erreicht.

Wir gehen von einem weiteren Wachstum aus – und zwar auf höherem Niveau als ursprünglich geplant. Mittelfristig sehen wir große Zuwächse: Für das Jahr 2017 rechnen wir mit einem Umsatz von 500 Millionen Euro, und der Mitarbeiterstamm soll auf 2200 anwachsen.“ Dies sagte Dr. Mark Hiller, damals schon Geschäftsführer, aber noch nicht Gesellschafter des Flugzeugsitzeherstellers Recaro, im Mai 2013. Diese optimistische Prognose verfehlte das Unternehmen um 13 Millionen Euro. Tatsächlich hatte der Umsatz für 2017 genau 487 Millionen Euro betragen.

Geknackt wird die Marke von einer halben Milliarde Euro in diesem Jahr. Bereits im Oktober war es so weit. „Schon jetzt steht fest: 2018 wird ein Rekordjahr für Recaro Aircraft Seating. Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte des Flugzeugsitzherstellers übersteigt der Umsatz die Marke von 500 Millionen Euro“, schreibt das Unternehmen in einer aktuellen Pressemitteilung. Diese Zahl macht Mark Hiller stolz: „Einen so sensationellen Erfolg erreichen Sie nur mit ebensolchen Menschen.“ Er lässt zugleich durchblicken, dass bis zum Jahresende noch umsatzstarke Monate folgen werden.

Der Markt wächst

Zum einen profitiert Recaro von einem dynamischen Umfeld. Das Geschäft mit der Fliegerei brummt seit Jahren auf der ganzen Welt. Ein Ende ist nicht abzusehen. Als einer der drei weltgrößten Flugzeugsitzehersteller profitiert Recaro von dieser Entwicklung.

Das kräftige Wachstum ist zum anderen aber auch eine Bestätigung der Fünf-Jahres-Strategie. Zu deren Beginn 2013 lag der Umsatz noch bei gut 330 Millionen Euro, und die Zahl verkaufter Sitze betrug knapp 80 000 Stück.

Warum ist Recaro so erfolgreich? Hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung sind nach Ansicht des geschäftsführenden Gesellschafters der wesentliche Grund dafür. In einer Pressemitteilung wird Mark Hiller mit den Worten zitiert: „500 hoch qualifizierte und motivierte Menschen umfasst unser globales R&D-Team.“ Dieses habe in den vergangenen fünf Jahren 15 nennenswerte Innovationen auf den Weg gebracht. Dazu gehört beispielswesie der Hygienic Seat, der den German Innovation Award 2018 gewonnen hat. Dieser Sitz biete Passagieren mehr Schutz vor Bakterien.

Forschung und Entwicklung

Vor zehn Jahren beschäftigte der Flugzeugsitzeentwickler weltweit 1180 Mitarbeiter, in Deutschland nahezu 650. Auch in der Zahl der Beschäftigten schlägt sich das Wachstum nieder: Weltweit arbeiten inzwischen rund 2300 Menschen für Recaro, in Deutschland sind es mehr als 1000, die mit Abstand am meisten in der Firmenzentrale Schwäbisch Hall. Diese ist das Herzstück des Konzerns, dort wird entwickelt und geforscht.

„Es war richtig, dass wir uns nicht auf der Marktführerschaft im Bereich Economy-Class-Sitze ausgeruht haben, sondern verstärkt wieder in das Business-­Class-Geschäft eingestiegen sind“, sagt Peter Müller, Execu­tive Vice President Finance & Administration.

In der Entwicklung und Herstellung von Economy-Class-Sitzen zählt Recaro zu den drei führenden Unternehmen weltweit.

540

Millionen Euro beträgt der Umsatz der Recaro Holding GmbH im Jahr 2017. Die Muttergesellschaft, zu der Recaro Aircraft Seating gehört, hat ihren Sitz in Stuttgart-Degerloch. Martin Putsch ist geschäftsführender Gesellschafter. Zu der Unternehmensgruppe gehören außerdem die Bereiche Kindersitze und Autositze. Für deren Fertigung hat Recaro Lizenzen an andere Hersteller vergeben.

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