Magie Die Geschichte eines wahren Zauberers

Stuttgart / Tobias Haase 13.09.2017
Magie: Rund 1000 Zuschauer sind zur Premiere der Show „Timekeeper“ des Haller Illusionisten Alexander Straub nach Stuttgart gereist.

Eine kleine Warteschlange hat sich vor dem Eingang ins Theaterhaus gebildet. Bei strömendem Regen warten die Gäste ungeduldig auf den Einlass in das Foyer, damit sie sich ins Trockene retten können. Gleich geht sie los, die ausverkaufte Premiere von Alexander Straubs Zaubershow „Timekeeper“.

Rund 1000 Zuschauer sitzen gespannt auf ihren Plätzen, um von Straub auf eine magische Zeitreise durch seine Lebensabschnitte entführt zu werden. So verspricht es zumindest die Ankündigung im Internet. Wer sich im gefüllten Saal umsieht, erkennt schnell, dass hier ein sehr junges Publikum sitzt, eine klare Mehrheit davon ist weiblich. Einige outen sich als YouTube-Abonnenten, viele sind in Begleitung ihrer Eltern. „Ich liebe Zaubertricks und seitdem ich die Videos von Alex im Internet entdeckt habe, ist er wirklich ein großes Vorbild für mich geworden“, erzählt Katharina Sieber aus Schwäbisch Hall, die den Illusionisten schon lange unbedingt live sehen will. Diverse Filmkameras stehen bereit zur Aufzeichnung, die Regie ist vorbereitet.

Adele, Beyoncé und Ed Sheeran

Ein Pianist betritt die Bühne und beginnt, Balladen von Adele, Beyoncé und John Legend zu spielen, bevor er mit „Shape Of You“ von Ed Sheeran und „Unendlichkeit“ von Cro für eine ausgelassene und aufgeheiterte Stimmung sorgt. In den letzten Takten reißen plötzlich einige Zuschauer ihre Mobiltelefone in die Höhe und sind ganz außer sich, als eine gut gelaunte Gruppe bekannter Webvideostars wie Julien Bam, „CrispyRob“ und „In­scope21“ die letzten Plätze in der ersten Reihe einnehmen. Die Show kann beginnen.

Nebelschwaden steigen im Theatersaal empor, Lichtblitze flackern und durch einen Glaszylinder tritt Alexander Straub auf die Bühne. „Wir werden jetzt eine Zeitreise machen, durch mein Leben.“ Mit diesen Worten beginnt er das Programm. Es folgt ein kurzer Einspieler zu Straub‘s Kindheit, hin zu seinem ersten Zauberkoffer, den er mit elf Jahren geschenkt bekommen hat.

Viel Freude und Lockerheit

Richtig aktiv wird das Publikum als Straub durch die Reihen läuft, Zuschauer zu sich auf die Bühne holt und gemeinsam mit ihnen Zaubertricks vollführt. Die anfängliche Anspannung des Künstlers scheint vergessen zu sein. Mit viel Freude und Lockerheit verblüfft er durch zahlreiche Kartentricks und atemberaubende Vorstellungen.

Etwas später als geplant beginnt die Pause. Die jungen Gäste geraten, aufgrund gleicher Interessen, schnell bei kleinen Snacks und Getränken ins Gespräch und unterhalten sich über die Überraschungsgäste sowie die vorangegangene Show. „Das war ja schon ganz cool und interessant bisher, aber ich hoffe, dass es noch spannender wird“, meint Emilia Bode, die mit ihrer Familie extra aus Wesel für die Aufführung angereist ist.

Weiter geht’s. Zurück auf der Bühne zaubert Alexander Straub scheinbar endlos viele Karten aus seinen Händen hervor, bislang konnte noch niemand seine Tricks wirklich durchschauen. Eine solide Tanzeinlage, mit rhythmischem Applaus des Publikums als Unterstützung, führt direkt zur nächsten Überraschung. Statt Karten lässt Straub nun unzählige Geldscheine mit einer beeindruckenden Fingerfertigkeit erscheinen und verschwinden.

Die Zuschauer werden wieder Teil des Geschehens. Auf jedem Sitzplatz lag zu Beginn der Show ein kleines Kuvert, das nun zum Einsatz kommt. Darin befinden sich verschiedene Spielkarten.

Gespannt wartet das Publikum auf weitere Anweisungen. Ein lautes Raunen geht durch die Menge, als der Zauberer dazu auffordert, die vier Karten in der Mitte zu zerreißen. „Auf ein Stück setzt ihr euch jetzt drauf und zwei Teile gebt ihr an die Person rechts von euch weiter.“

Wer am Ende alles richtig gemacht hat oder etwas Glück hatte, erhält jetzt eine perfekt zusammengesetzte Karte. „Klebeband rum und wieder wie neu“, scherzt ein Gast in der letzten Reihe.

Nach dieser Einlage geht es mit der Zeitreise weiter und zwar einige Monate in Richtung Gegenwart. Das Kapitel: YouTube. Eines seiner beliebtesten Videos im Netz: „Todesangst! YouTuber unter Schock“. In diesem versteckt ein Helfer einen Nagel unter einem von mehreren Bechern, ohne dass Straub etwas davon sieht.

Den Trick bringt er nun auch auf die Bühne. Eine Zuschauerin wird aus dem Publikum geholt und muss den Nagel platzieren. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch tritt sie einige Schritte zurück und überlässt dem Zauberer die schwierige Aufgabe, alle leeren Becher zu zerschlagen. Im Saal wird es totenstill. Der erste Becher ist zerdrückt. Nummer zwei folgt sogleich. Nun bleibt nur noch eine Fifty-fifty-Chance, er täuscht an und trifft den richtigen Becher. Die Zuschauer atmen auf und belohnen die Vorführung mit tosendem Applaus.

Ein weiteres Highlight lässt nicht lange auf sich warten. Zusammen mit einem Mädchen aus dem Publikum lässt der Magier einen Tisch schweben. Wie von Geisterhand bewegt er sich auf und ab und scheint den Gesetzen der Schwerkraft nicht zu gehorchen.

Ein Mercedes auf der Bühne

Das krönende Finale wartet hinter einem roten Tuch. Wenige Augenblicke, nachdem zwei Gehilfen den Vorhang aufgespannt haben, fällt er auch schon wieder. Zum Vorschein kommt ein weißer Mercedes. Die Menge jubelt und applaudiert ausgelassen.

Nachdem Alexander Straub die Zuschauer mit auf eine zauberhafte Reise in seine Welt und Vergangenheit genommen hat, gibt es noch die Möglichkeit, den Zauberer kennenzulernen und ein Autogramm oder Foto zu ergattern. Verzaubert geht es danach wieder hinaus in den strömenden Regen der Realität.

Mit Copperfield gemeinsam gezaubert

Alexander Straub ist 21 Jahre alt und kommt aus Sulzdorf. Seine Videos im Internet werden millionenfach geklickt. Der Illusionist hat bereits 2014 in Las Vegas mit David Copperfield gezaubert und dort den Weltmeistertitel der darstellenden Künste im Bereich Varieté abgeräumt. Nun tritt er mit seiner eigenen Show „Timekeeper“ auf. Weitere Infos im Internet unter alexander-straub.com.