Crailsheim Die Geschäftslage bleibt stabil

Daniela Götz (Marketing Managerin), Dr. Christian Hanisch (Projektleiter Industrie 4.0 für Pharma), Joachim Brenner (Standortleiter Crailsheim) und  Oliver Ullmann (Leiter Produktmanagement und Marketing, beide Standort Crailsheim) (von links) an der Infoecke zu den Bosch-Pharma-Industrie-4.0-Lösungen auf der Achema.
Daniela Götz (Marketing Managerin), Dr. Christian Hanisch (Projektleiter Industrie 4.0 für Pharma), Joachim Brenner (Standortleiter Crailsheim) und Oliver Ullmann (Leiter Produktmanagement und Marketing, beide Standort Crailsheim) (von links) an der Infoecke zu den Bosch-Pharma-Industrie-4.0-Lösungen auf der Achema. © Foto: Frank Lutz
Crailsheim / pm/flu 14.06.2018
Bei 1,3 Milliarden Euro liegt der Umsatz 2017 von Bosch Packaging Technology – die Pharmasparte zeigt sich stärker als der Nahrungsmittelbereich. Am Standort Crailsheim entsteht derzeit eine neue Abfülllinie.

Mit der vor allem von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) letzte Woche verbreiteten Nachricht, die Verpackungsdivision könnte vor dem Verkauf stehen, wollte sich Dr. Stefan König nicht lange befassen. Solche Spekulationen seien nicht neu und er werde keinen Kommentar dazu abgeben, sagte der Vorsitzende des Bereichsvorstands von Bosch Packaging Technology diese Woche bei einer Pressekonferenz auf der Achema in Frankfurt und ging dann gleich zur Tagesordnung über.

Und so stand auf der weltweiten Leitmesse für Prozessindustrie statt einer möglicherweise ungewissen Zukunft die nach Unternehmensauskunft erfolgreiche Gegenwart im Fokus: Bosch Packaging Technology konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 1,3 Milliarden Euro und 6300 Mitarbeitern an die stabile Geschäftsentwicklung des Vorjahres anknüpfen. Das gab Uwe Harbauer, Geschäftsführer der Bosch-Tochtergesellschaft, bekannt.

Während der Umsatz gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert blieb, gibt Bosch bezüglich der Ertragslage laut Christine Giek, Sprecherin Corporate Communications Packaging Technology, keine Informationen auf Ebene der einzelnen Divisionen heraus.

Insbesondere der Bereich Pharma, der in Crailsheim mit einem wichtigen Standort vertreten ist, habe seine Aufträge deutlich steigern können: „Der Markt entwickelt sich weiter positiv und wir konnten in zahlreichen Segmenten Marktanteile gewinnen“, sagte Harbauer, der auch die Pharmasparte verantwortet. Für dieses Jahr rechne der Pharmabereich mit einer guten Umsatzentwicklung.

Nicht ganz an die Ergebnisse aus 2016 anknüpfen konnte dagegen der Bereich Food – laut FAZ-Bericht das Sorgenkind der Sparte. „Hier haben wir einzelne Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet, um unsere Aktivitäten zu konzentrieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern“, sagte Harbauer.

Erfolgreiche Pharmasparte

Erfreulich für den Pharmabereich sei die Entwicklung in China: Dort konnte Bosch das Geschäft weiter ausbauen. „Hier zahlt sich aus, dass wir bereits früh, nämlich im Jahr 2001, mit einer eigenen Organisation gestartet sind und inzwischen fast 350 sehr erfahrene Kollegen sowie einen hervorragenden Kundenstamm haben“, sagte Harbauer. Auch im Mittleren Osten und in Afrika liefen die Geschäfte gut: „Dort haben wir unseren Auftragseingang im Vergleich zum vergangenen Jahr mehr als verdoppelt.“

Spannendes gibt es aber auch vom Crailsheimer Standort zu berichten: Bosch hat zusammen mit dem britischen Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) eine aseptische Abfülllinie mit Robotertechnologie entwickelt, die derzeit in Crailsheim aufgebaut wird. Die neue Linie ist für Vials und Spritzen ausgelegt. Roboter minimieren manuelle Handschuheingriffe sowie Eingriffe zur Keimzahlüberwachung und gestalten die Ausrüstung dadurch einfacher. „Sie bieten vollständige Flexibilität hinsichtlich der Packmittelwahl mit schnellen Formatwechseln und sorgen für ein präzises und sauberes Handling der Behältnisse“, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Bewährte Zusammenarbeit

„Unser Ziel war die Entwicklung einer erstklassigen Plattform für die aseptische Abfüllung von Biopharmazeutika“, erklärt Nigel Wood, Engineering Capital Director, Manufacturing bei GSK. „Neben der Robotertechnologie ist höchste pharmazeutische Qualität besonders wichtig für diese Linie, auf der wir biopharmazeutische Flüssigkeiten abfüllen werden.“

Mit Bosch habe GSK einen idealen Partner gefunden, um diesen innovativen Weg zu beschreiten: „Wir haben uns aufgrund der Erfahrung aus früherer Zusammenarbeit für Bosch entschieden. Und aufgrund der Fähigkeit, neue technologische Plattformen zeit- und budgetgetreu bei höchsten aseptischen Qualitätsstandards zu liefern.“

Auf der Achema wird die Abfülllinie noch bis zum Freitag erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt – allerdings nur in Form einer digitalen Präsentation. Keine Auskunft gab Bosch Packaging Technology darüber, wann der Bau der Linie in Crailsheim abgeschlossen sein soll und wie viel Geld in das Projekt investiert wurde.

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Tochter- und Regionalgesellschaften in 60 Ländern gehören zur Bosch-Gruppe. Bosch beschäftigt weltweit rund 64.500 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung.

Weitere Infos zu Firmengruppe und Geschäftsbereich

Die Bosch-Gruppe ist ein Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit Ende 2017 weltweit rund 402.000 Mitarbeitern. Sie erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 78,1 Milliarden Euro und gliedert sich in die Bereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology.

Der Geschäftsbereich Packaging Technology mit Hauptsitz in Waiblingen bei Stuttgart gehört zum Bereich Industrietechnik und ist ein führender Anbieter von Prozess- und Verpackungstechnik. An mehr als 30 Standorten in über 15 Ländern werden Gesamtlösungen für die Pharma-, Nahrungsmittel- und Süßwarenindustrie entwickelt und gefertigt. Hinzu kommt ein umfassendes Service-Portfolio.

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