Arztpraxis Hessental: Geht der Arzt oder bleibt er?

Schwäbisch Hall / Sonja Alexa Schmitz 11.01.2018
Dr. Herrmann Schiel aus Hessental bekommt auf einmal von vielen Seiten die Frage gestellt: "Stimmt es, dass Sie aufhören?" Eine Facebook-Info war schuld.

In Hessental gehen Gerüchte um, dass Hermann Schiel, praktischer Arzt aus dem Grauwiesenweg, in den Ruhestand geht. Auf der sozialen Plattform Facebook hat jemand behauptet, dass der 71-Jährige sieben Jahre lang nach einem Nachfolger gesucht habe und nun endlich fündig geworden sei. Um den 7. Januar, dem 41. Praxisjubiläum, hätte die Übergabe stattfinden sollen.

Nachdem er häufig auf seinen vermeintlichen Ruhestand angesprochen wurde, stellt der Arzt nun klar: Er sei krank gewesen, musste ins Krankenhaus und hat für diese Zeit eine Vertretung gesucht. Mittlerweile arbeitet er zeitweise wieder, zusammen mit dem Vertretungsarzt. Ans Aufhören mag Hermann Schiel noch nicht denken. Er hofft, dass er noch lange einsatzfähig bleibt. Mindestens bis zum Sommer 2019 sei keine Praxisauf- beziehungsweise Übergabe geplant. Und wenn das geschehe, dann könnten seine Patienten sicher sein, dass sie nicht einfach vor verschlossener Tür stünden, sondern er sie rechtzeitig informieren werde.

Gerüchte seien nichts Neues

Mittlerweile ist der Eintrag auf Facebook richtiggestellt. „Das war wohl so was wie eine Latrinenparole“, sagt er lachend. So etwas habe es vor ein, zwei Jahren schon einmal gegeben. Da hat wohl ein Patient zu anderen so etwas gesagt wie: „Herr Dr. Schiel geht ja auch bald in den Ruhestand“, weil er sich einfach gedacht habe, dass der Arzt nun im entsprechenden Alter sei. Darauf hätten ihn auch sehr viele Patienten überrascht – und ein wenig erschrocken – angesprochen.

Nachfolge will geplant sein

Wenn er sich dann einmal entschieden habe, aufzuhören, dann muss das rechtzeitig geplant werden. „Ein bis zwei Jahre sollte man für die Suche nach einem Nachfolger einplanen“, so der Allgemeinarzt. Obwohl es heutzutage in diesem Bereich ein Problem gibt und Hausärzte immer knapper werden, bleibt Schiel optimistisch. Seinen Vertreter hat er problemlos über Mundpropaganda gefunden.

Einst hatte er geplant, mit Mitte 60 in den Ruhestand zu gehen. Dann wollte er endlich reisen. „Das ist ja nun lange überholt“, meint Schiel belustigt. So ziehen die Jahre ins Land und der Senior geht weiterhin Tag für Tag in die Praxis, die er 1977 von seinem Vorgänger übernommen hat.

Wenn es dann doch mal für ihn keine Arbeit mehr gibt und freie Zeit vorhanden ist, dann freut er sich, denn: „Ich habe einen Haufen Enkel.“

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