Langenburg Die eigentliche Tourismushochburg

Magnet für Touristen: das Schloss in  Langenburg.
Magnet für Touristen: das Schloss in  Langenburg. © Foto: Archivfoto
THUMILAN SELVAKUMARAN 25.05.2016
Die eigentliche Tourismushochburg im Landkreis Schwäbisch Hall ist Langenburg. Davon ist der dortige Bürgermeister Wolfgang Class überzeugt.

Der Stolz der Haller auf ihre Geschichte und Tradition ist ungebrochen. Das kann auch ein Magazin nicht ändern, das kürzlich die geheimen Touristen-Hochburgen in Deutschland präsentierte und Hall schlichtweg nicht nannte. 220.000 Übernachtungen wurden 2014 in der Kocherstadt gezählt. Bei 39.000 Einwohnern macht das ein Verhältnis von 5,6 Übernachtungen je Einwohner. Mit diesem Wert wäre die Stadt ohnehin  auf einen der hinteren Plätze gelandet ( wir berichteten ). Für Haller ist das zu verschmerzen.

Unverschämt ist aber, dass das Online-Magazin „fashionlane.de“ die eigentliche Tourismus-Hochburg im Land vergessen hat. Die ist, davon ist der örtliche Schultes Wolfgang Class überzeugt, ganz klar Langenburg. „Bei 1820 Einwohner und 28 492 Übernachtungen beträgt die Verhältniszahl 15,65“, schreibt er.

Die Stadt zwischen Braunsbach und Blaufelden übertreffe Hall damit beinahe um das Dreifache. Die Überschrift des Artikels hätte also lauten müssen, auch davon ist Bürgermeister Class überzeugt: „Langenburg ist Übernachtungsweltmeister im Landkreis Schwäbisch Hall“.

Ob ein Weltmeister im Städtevergleich eines Landkreises überhaupt gekürt werden kann, darüber lässt sich freilich streiten. Unstrittig ist aber ein anderer Titel: Laut Angaben des Statistischen Landesamts war Langenburg 2014 mit einer Einwohnerzahl von 1735 die kleinste Stadt in Baden-Württemberg.

Offenbar scheint der Ort, der das Renaissance-Schloss der Fürsten zu Hohenlohe-Langenburg beherbergt, mehr bei Touristen als bei den Bewohnern selbst anzukommen. Die Einwohnerzahl sank von einst mehr als 2000 auf heute 1820. Dabei sprechen wir von der Heimat der köstlich schmeckenden Wibele, einem Örtchen, das direkt an der Burgenstraße und der Schwäbischen Dichterstraße liegt. Zudem trägt Langenburg das Prädikat Luftkurort, beheimatet trotz der kleinen Größe ein eigenes Amtsgericht.

Rekorde, Alleinstellungsmerkmale – und doch von den Banausen der Magazin-Redaktion in der Statistik vergessen. Da sitzt der Frust in der „geheimen Übernachtungsspitzenreiterstadt Langenburg“, wie Bürgermeister Class seine Wirkungsstätte bezeichnet,  natürlich tief.

Vielleicht ändert sich das in einigen Jahrzehnten aber. Spitzenreiter der Magazin-Statistik war schließlich Nordrum mit 560 Einwohnern sowie 335.124 Übernachtungsgästen – eine Quote von 625. Langenburg hat es also selbst in der Hand. Die Stadt müsste ihre Einwohner bei den aktuellen Übernachtungszahlen lediglich auf 46 reduzieren, dann wäre der Spitzenplatz mit einer Quote von 633 sicher.