Löwenstein Die Burg Löwenstein ist baufällig

Löwenstein / Petra Müller-Kromer 22.06.2018
Das Löwensteiner Wahrzeichen muss saniert werden.Was das kostet, ist noch unklar.

Er ist zwar inzwischen nur noch ein recht kleiner Turm, der Kasemattenturm auf der Burg Löwenstein. Doch seine grüne Netz-Ummantelung zeugt vom Start der dortigen Sanierungsarbeiten. Denn am Wahrzeichen der Kommune nagt der Zahn der Zeit. Schritt für Schritt wird das alte Gemäuer aus dem 11. Jahrhundert nun so gesichert, dass es nicht zerfällt.

Was romantisch aussieht, richtet jede Menge Schaden an. „Der Efeu muss von den Mauern entfernt werden und auch der Wald wird − in Absprache mit den Behörden − zurückgeschnitten, sodass die Bäume zehn Meter Abstand zu den Mauern haben. Sie schaden mit ihrer Feuchtigkeit dem Stein“, erklärt der Löwensteiner Bauamtsleiter Thomas Einfalt.

Efeu kann Mauern sprengen

Auch der Efeu entfaltet mit seinem Wuchs zerstörerische Kraft. Wasser kann eindringen, bei Kälte gefrieren und das Gemäuer sprengen. „Wir haben 2016 massiv damit begonnen, Efeu zu entfernen“, sagt Einfalt. Eine Gruppe aus der Bundespfadfinderschaft hat damals geholfen. „Wie einen Teppich konnten wir die dicke Schicht Efeu die Burgmauer hinunterkippen“, erzählt der 29-Jährige.

Trotzdem bleibt noch viel Arbeit, auch wenn der Bauhof das Areal pflegt und verhindert, dass sich der dichte Bewuchs erneut ausbreitet. „Die Fugen der Steine müssen ständig von Efeu-Samen befreit werden.“

Wege gesperrt

Auf der Rückseite des Burgturms sind große Löcher zu sehen, die herausgefallene Quader hinterlassen haben. Hier ist schon ein Bereich abgesperrt, damit sich die zahlreichen Besucher des touristischen Anziehungspunkts nicht verletzen. Denn bei Einheimischen, Wanderern und anderen Naturbegeisterten ist die Burg Löwenstein gleichermaßen beliebt. Auch die Wege entlang der Mauer sind teils aus Sicherheitsgründen nicht mehr zugänglich, weil immer neue Steine herausgebrochen sind.

Derzeit steht die Bestandsaufnahme von Bauhistoriker Gerd Schäfer im Vordergrund. Was kann erhalten werden? Wie lässt sich der Verfall aufhalten? Diesen Fragen geht der Fachmann nach. „Der nächste Schritt ist dann das Gespräch mit dem Landesdenkmalamt“, sagt Einfalt. Für die kommenden drei Jahre seien zunächst 200.000 Euro im Haushalt eingestellt. „Aber das ist natürlich erst mal ein Grundbetrag. Es ist klar, dass der nicht auskömmlich ist“, so der Bauamtsleiter.

Warten auf Genehmigung

Bis zum Sommer hofft die Kommune dann auf die denkmalschutzrechtliche Genehmigung für die weiteren Maßnahmen. Ziel ist, dass die Sanierung nicht die vielen Veranstaltungen beeinträchtigt. Etwa das Fackelbrennen in der Silvesternacht, die Weinerlebnisführungen oder die Events mit Livemusik.

„Optisch wird das durch die Gerüste vielleicht nicht zu vermeiden sein, aber sonst sollte es keine Einschränkungen geben“, sagt Einfalt. Er schmunzelt. „Sonst würden die Leute uns den Kopf abreißen.“

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