Bandszene Die Aisleng-Ära ist zu Ende gegangen

Braunsbach/Hall / Monika Everling 23.08.2018
Der 71-jährige Braunsbacher Wolfgang Bauer möchte sich künftig auf seine Haller Senioren-Musikschule „Jetzt geht’s los“ konzentrieren.

Jetzt geht’s los“: So heißt die Haller „Musikschule für Senioren und andere Erwachsene“, die Wolfgang Bauer im vergangenen Jahr gegründet hat. In jener Band allerdings, mit der er in den fast 60 Jahren seines Musiker-Lebens überregional die größte Bekanntheit errungen hat, ist jetzt Schluss: Aisleng wird nicht mehr auftreten.

Die Irish- und Scottish-Folk-Band Aisleng ist vor 28 Jahren entstanden. Damals feierte der vielbeschäftigte Keyboarder, Gitarrist, Ensemble- und Chorleiter sowie Klavierstimmer, Festival-Organisator und Tonmeister Wolfgang Bauer schon sein 30-jähriges Bühnenjubiläum. Aus diesem Anlass veranstaltete er ein Festival im Kulturpferch in Ilshofen-Steinbächle. Und dort lernte er den Schotten Stony Waters kennen.

Folk in neuem Gewand

In Bauers Tonstudio in Wolpertshausen nahmen die beiden für Waters eine MC (Musikkassette, dieses Medium ist heute schon Geschichte) auf. Schnell merkten sie, dass die authentischen Interpretationen keltischer Musik des Schotten durch Arrangements von Bauer eine neue Ausdrucksform erlangen konnten: der Aisleng-Sound war geboren. Im Herbst 1990 gab es auf dem Einkorn in Hall das erste Konzert. Philipp Stumpf ergänzte das Duo mit Geige, Mandoline und Flöten. Der Radius für die Auftritte wurde immer größer. Eine erste CD wurde produziert und Bauers Studio, jetzt in Braunsbach-Elzhausen, war auch der Probenraum der Band.

Hardy „The Piper“ Herrmann, Drummer Achim Lang und Flötistin Hedy Mühleck kamen hinzu, manchmal auch eine irische Tanzgruppe aus Heilbronn. Auch das Team für Ton/Lichttechnik, Merchandise, Fahrdienst, Grafik, Druck, Internet war gut eingespielt. Sängerin Connie Schuller ergänzte das Team hin und wieder. Gesine Zimmermann, später Christoph Stahl steuerten Töne auf der Fiddle bei.

Sehr geehrt fühlten sich die Aisleng-Musiker, als sie 2004 zum wohl besten deutschen Folkfestival mit keltischer Musik nach Bonfeld eingeladen wurden. Auf einem neuntägigen Triskell-Festival im italienischen Triest gestalteten sie einen ganzen Abend. „Alleine die Bühne war so groß wie anderswo die ganze Halle“, erinnert sich Bauer. Die Steptänzerin Marina Wüstner stieß zur Band, Auftritte in Radio und Fernsehen folgten.

Zehn Alben und zwei DVDs  hat die Band aufgenommen. Doch einige Mitglieder verließen die Band, meist aus beruflichen Gründen. Ein Neuanfang war nötig.

Mit Natascha Fehrmann und Robert Bolte fand man zwei Gesangsstimmen, und der Fiddler Markus Ott ergänzte das Team.

2017 gründete Wolfgang Bauer eine Musikschule für Senioren in Hall. Dort leitet er zwei Orchester. Bauer, inzwischen 71 Jahre alt, meint: „Ich sollte in meinem Alter etwas runterfahren. Deshalb habe ich mich entschlossen, den Betrieb ,Aisleng, irish & scottish Folk’ nun einzustellen.“ Eine Ära ist zu Ende gegangen.

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