Erinnerung Die „alten Herren“ kommen zurück

Treffen der ehemaligen Vorsitzenden des SV Rieden im Jahr 1978. Von links: Klaus Schlichenmaier, Erwin Bauer, Hugo Süpple, Wilhelm Friedrich, Franz Klemm, Wilhelm Wittmann und Walter Häberle.
Treffen der ehemaligen Vorsitzenden des SV Rieden im Jahr 1978. Von links: Klaus Schlichenmaier, Erwin Bauer, Hugo Süpple, Wilhelm Friedrich, Franz Klemm, Wilhelm Wittmann und Walter Häberle. © Foto: Beatrice Schnelle
Rosengarten / Beatrice Schnelle 20.10.2018

Es ist gleich ein doppeltes Jubiläum, das der SV Rieden in diesem Jahr feiern kann: Vor 90 Jahren wurde der Sportverein im heutigen Rosengartener Teilort gegründet, und für den heutigen Samstag laden die Mitglieder genau zum 30. Mal zu ihrem urigen Schlachtfest ein. Anlässlich des deftigen Events wird an die vergangenen neun Jahrzehnte erinnert. In deren Verlauf feierten die wechselnden Fußballmannschaften immer wieder große Erfolge – groß jedenfalls für einen so „kleinen Dorfverein“, wie Karlheinz Klenk, ehemals aktiver Spieler und Abteilungsleiter, voll Stolz feststellt. In der damals gültigen Liga-Pyramide sei man ab der Saison 1973/74 „praktisch durchmarschiert“, nämlich von der B-Klasse in die 2. Amateurliga, die der heutigen Landesliga entsprach. Vom SC Steinbach konnten dank dieser Glanzleistungen gar einige Spitzenspieler abgeworben werden. Zudem verstärkten junge Talente aus Sanzenbach und Uttenhofen das Team.

„Tolle Kameradschaft“

Die prominente Platzierung wurde zwar nicht durchgehalten, doch bis 1993/94 waren die Riedener Kicker insgesamt fünfmal in der Bezirksliga dabei. „Wir hatten zwar kein Geld, aber eine tolle Kameradschaft, darum sind wir überhaupt so weit gekommen“, sagt Klenk rückblickend. Nach 1994 endeten die goldenen Zeiten. Einige Spitzenspieler seien weggezogen, entsprechend starke Nachwuchskräfte leider ausgeblieben. Mittlerweile geht es wieder aufwärts. Aktuell haben die Riedener Fußballer sogar einen echten „Lauf“: Bei allen sieben Spielen seit dem Saisonstart im August ging die Kreisliga-B-Mannschaft siegreich vom Platz.

Glorreiche Torjäger reisen an

Mit gewaltigem Organisationsaufwand haben Vorstand und Mitglieder für den runden Gründungsgeburtstag so viele ehemalige Kader-Mannschaften zusammengetrommelt wie möglich. Bis zu 70 „alte Herren“ nebst Begleitung werden heute auf dem Vereinsgelände erwartet. Sogar aus Chemnitz und Luxemburg reisen vormals glorreiche Torjäger an. „Wir freuen uns alle sehr auf das Wiedersehen“, schwärmt Klenk. Noch nie habe ein vergleichbares Treffen in dieser Größenordnung stattgefunden.

Das Schwelgen in Erinnerungen dürfte durch eine umfangreiche Jubiläums-Ausstellung im Vereinsheim noch gesteigert werden. Fotos, Zeitungsberichte, Videos und Memorabilia von hohem ideellen Wert wurden zu diesem Zweck zusammengetragen. Auch nette Anekdoten gibt es reichlich zu erzählen. Etwa von den Torstangen, die ein findiger Riedener Spieler um 1930 mangels Finanzen bei einer regionalen Zimmerei klaute, was ihm der verständnisvolle Holzhandwerker jedoch großzügig verzieh. Neun Reichsmark kostete seinerzeit ein Fußball. 2,40 Reichsmark für die halbseidene, blaue Hose mussten die Sportler selbst aufbringen. Beim ersten Schlachtfest hatte Jürgen König im Jahr 1988 als frisch gewählter, junger Bürgermeister einen seiner ersten offiziellen Auftritte. Damals wurde übrigens tatsächlich noch direkt am Festort ein Schwein geschlachtet, verwurstet und verzehrt. Erst nachdem sich einige Jahre später ein todgeweihtes Borstentier vehement zur Wehr setzte und dabei einen Mann verletzte, wurde die Vorbereitung des Festbratens in die örtliche Metzgerei Mack verlegt.

Die frische Köstlichkeit ist bis heute ein Publikumsmagnet geblieben. Oft seien die Leute nur erschienen, um sich Wurst und Fleisch mit nach Hause zu nehmen, berichtet Vorstand Alexander Wegener bedauernd. Diesmal soll auch dieses Klientel mit einem unterhaltsamen Programm zum Bleiben veranlasst werden. Die interessante Ausstellung lockt, ab 13 Uhr ist die Reservemannschaft am Ball, und ab 15 Uhr können die Gäste beim Heimspiel des SVR gegen die TSG Waldenburg mitfiebern. Danach gibt es Unterhaltungsmusik, der Riedener Kindergarten fährt selbstgebackene Kuchen auf, und die Sittenhardter Brennerei Strecker bietet Hochprozentiges zur Verkostung an.

Info Das Jubiläums- und Schlachtfest auf dem Gelände des SV Rieden beginnt heute um 11 Uhr. Die Essensausgabe wird voraussichtlich um 18 Uhr schließen. Wer möchte, darf aber auch danach noch gerne zum Weiterfeiern bleiben.

Der Festbraten wehrte sich

Beim ersten Schlachtfest hatte Jürgen König 1988 als frischgewählter, junger Bürgermeister einen seiner ersten offiziellen Auftritte. Damals wurde übrigens tatsächlich noch direkt am Festort ein Schwein geschlachtet, verwurstet und verzehrt. Erst nachdem sich einige Jahre später ein todgeweihtes Borstentier vehement zur Wehr setzte und dabei einen Mann verletzte, wurde die Vorbereitung des Festbratens in die örtliche Metzgerei Mack verlegt.

Die frische Köstlichkeit ist bis heute ein Publikumsmagnet geblieben. Oft seien die Leute nur erschienen, um sich Wurst und Fleisch mit nach Hause zu nehmen, berichtet Vorstand Alexander Wegener bedauernd. Diesmal soll auch dieses Klientel mit einem unterhaltsamen Programm zum Bleiben veranlasst werden. Die interessante Ausstellung lockt, ab 13 Uhr ist die Reservemannschaft am Ball, und ab 15 Uhr können die Gäste beim Heimspiel des SVR gegen die TSG Waldenburg mitfiebern. Danach gibt es Unterhaltungsmusik, der Riedener Kindergarten fährt selbstgebackene Kuchen auf, und die Sittenhardter Brennerei Strecker bietet Hochprozentiges zur Verkostung an. cito

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