Michelbach Diakonie Württemberg wirbt um Schüler

Mathes Simon (ganz links) passt auf, dass sein Freund Eduard Krais nicht zu nah an den Randstein kommt. Dahinter gehen Vanessa Wielatt und Nina Raible.
Mathes Simon (ganz links) passt auf, dass sein Freund Eduard Krais nicht zu nah an den Randstein kommt. Dahinter gehen Vanessa Wielatt und Nina Raible. © Foto: Sigrid Bauer
Michelbach / SIGRID BAUER 29.06.2016
Interesse an einem Freiwilligen Sozialen Jahr und für soziale Berufe will die Diakonie wecken. Dazu kam sie auch ans Schulzentrum Michelbach.

Wie fühlt es sich an, hilfsbedürftig zu sein? Und wie fühlt sich der Helfende? Beides konnten die Schüler des evangelischen Schulzentrums Michelbach kürzlich hautnah erleben. Dazu schlüpften sie immer zu zweit in die Rolle eines Blinden mit Augenbinde und Taststock und eines  Schutzengels in menschlicher Gestalt. Dann ging es paarweise aus der Aula die Treppe hoch, auf den Pausenhof, vorbei an anderen Schülern und parkenden Autos eine Treppe hinunter und wieder ins Gebäude zurück in die Aula. Gar nicht so einfach – auch wenn sich die Achtklässler auf bekanntem Terrain bewegten, waren sie als Blinde doch auf die Hilfe ihres Partners angewiesen.

Niedrige Bordsteine sind schwierig zu überwinden

Mathes Simon und Eduard Krais meisterten die Aufgabe ruhig und konzentriert in beiden Konstellationen. „Eine gute Erfahrung“, waren sich die Freunde einig und wollten den Parcours noch einmal durchlaufen. „Niedrige Bordsteine sind schon schwierig“, meinte ein Mädchen und ein anderes fand es komisch, auf die Freundin angewiesen zu sein. In der Rolle des Schutzengels spürten sie Verantwortung. Schutzengel auf Zeit war Jean-Maurice Freymüller während seines Freiwilligendiensts für Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung, die in den beschützenden Werkstätten in Hall arbeiten. Der 23-Jährige berichtete den Schülern von seinen Erfahrungen. „Ich habe den Menschen geholfen, wenn sie bei der Arbeit Unterstützung brauchten, aber auch sonst, zum Beispiel beim Essen.“ Ein Videoclip zeigte den Schülern, wo überall ein Freiwilligendienst bei der Diakonie möglich ist: in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, als Begleitung für Kinder und Jugendliche mit Behinderung in einer inklusiven Klasse, in der Nachbarschaftshilfe für ältere Menschen, in Altenheimen und Krankenhäusern.

„Es wäre schon ganz cool, mal ein Jahr mit Behinderten zu arbeiten und zu sehen, wie sie leben“, meinte Cloe Schukraft. „Dann würde ich auch merken, ob das zu mir passt. Seinen Beruf muss man sich ja schon gut überlegen“, stellte die 14-Jährige klar. Britta Künzig, Bildungsreferentin bei der Diakonie, fragte in die Runde, wer schon weiß, was er werden will. Die meisten waren noch unschlüssig. „Wenn ihr nach der Schule noch nicht sicher seid, wie es weitergehen soll, ist ein freiwilliges Jahr eine gute Möglichkeit, sich zu orientieren“, stellte sie fest. Sie selbst war bei ihrem Freiwilligendienst in einem Internat und hat auch dort gewohnt. Dadurch sei sie selbständiger und offener geworden, berichtete sie. Sie wies außerdem darauf hin, dass die Diakonie nicht nur Berufe im klassisch sozialen Bereich  anbietet, sondern beispielsweise auch Techniker braucht und Studienangebote hat. Jean-Maurice etwa hat in den beschützenden Werkstätten herausgefunden, dass er sich für Technik interessiert, und beginnt demnächst eine Ausbildung.

Wie viele Bewerber auf FSJ-Stellen im Diak tatsächlich durch die Diak-Roadshow aufmerksam wurden, weiß Manuala Giesel von der Diak-Pressestelle aber  nicht. „Das fragen wir in den Bewerbungsgesprächen nicht ab. Wir bewerben das FSJ über viele Kanäle, zum Beispiel über einen Kinotrailer, über Anzeigen und auf Ausbildungsbörsen“, erklärt sie.
 

Freiwilligendienste beim Diakonischen Werk

Dienste Im Landkreis Schwäbisch Hall bietet das Diakoniewerk rund 450 Stellen für Freiwilligendienste an. Dazu gehören neben dem FSJ (freiwilliges soziales Jahr) auch BFD-Stellen (Bundesfreiwilligendienst). Die meisten sind im Bereich der Behinderten-, der Alten- und der Jugendhilfe. Große Einrichtungen dafür sind das Diak, der Sonnenhof, die Beschützenden Werkstätten und das Samariterstift.

Angebot Im Haller Diak gibt es 36 FSJ-Stellen, 25 im Klinikum, die restlichen in der Kindertagesstätte des Diak und in der Altenhilfe. In der Regel sind alle Stellen besetzt.

Anspruch Wer ein FSJ bei der Diakonie macht, bekommt 300 Euro monatlich Taschengeld und einen Zuschuss zu den Fahrtkosten und zum Essen. Außerdem hat jeder Freiwillige Anspruch auf 25 Tage Fortbildung im Jahr.

Bewerbungen Wer sich bewerben will, wendet sich an das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Württemberg, Abteilung Freiwilliges Engagement, Heilbronner Straße 180, 70191 Stuttgart oder direkt an die gewünschte Einrichtung. Weitere Infos auch im Internet unter www.ran-ans-leben.de siba

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