„Wir haben eine doppelte Geburt“, freut sich Michael Kilb. Der kleine Jonte Lennart wird am Montag um 0.44 Uhr in Hall geboren. Kurz zuvor entstand um 0 Uhr ein neuer Gesundheitskonzern. Denn am 1. Juli verschmelzen die Diakoniewerke Neuendettelsau und Schwäbisch Hall zum „Diakoneo“.

Diak bleibt Teil des Namens

Am Sonntag wurde die Familie Achhorner im Diak aufgenommen. Entlassen wird sie nun aus den „Diakoneo Diak Kliniken“. Der Diak-Vorstand Kilb wird zum Vorstand Gesundheit im Diakoneo, der für sechs Kliniken mit 1250 Betten verantwortlich ist. Er beglückwünscht Leonie und Matthias Achhorner aus Hall. Sie sind die Eltern des ersten Diakoneo-Babys. „Es ist weiterhin völlig in Ordnung zu sagen: Ich gehe ins Diak“, berichtet Michael Kilb. Die jeweiligen Tochterunternehmen behalten auch nach der Fusion der Dachorganisationen ihre alten Namen im Handelsregister. Als Marke erhalten sie den Zusatz „Diakoneo“.

Ziel sei eine Stärkung des Krankenhaussektors. Die Kliniken in beiden Diakonien seien zu klein, um auf dem umkämpften Markt langfristig profitabel bleiben zu können, teilt das  Diakoneo mit, das sich nun selbst als größtes Diakonie-Unternehmen in Süddeutschland bezeichnet.

Vorstandsvorsitzender Dr. Mathias Hartmann und Michael Kilb haben alle Mitarbeiter in Hall im Nachtdienst besucht und ihnen eine Tasse als Geschenk überreicht. Gottesdienste wurden gefeiert. „Wir haben auch den Seniorenpark am Kreuzberg in Crailsheim besucht“, berichtet Hartmann. Denn diese Einrichtung im Kreis Hall gehört bisher zu den Neuendettelsauern dazu und nun zum neuen Konzern, der 200 Einrichtungen umfasst. Als Symbol der neuen Gemeinschaft pflanzen Hartmann und Kilb eine Linde. Das war eine Idee der Haller Brüder und Schwestern. „Wer im Sommer einen Baum pflanzt, der muss gute Gründe dafür haben“, sagt Christoph Gläser von der Gemeinschaft, die seit mehr als 130 Jahren das Diak spirituell begleitet. Ein solcher guter Grund liege mit der Fusion der Werke vor.

Thema Nummer eins gestern unter den Mitarbeitern ist die Umstellung der Briefköpfe. Ein Chefarzt signalisiert, dass er in  seiner Klinik persönlich für diese Detailarbeit zuständig sei: „Wer macht es denn sonst?“ Eine Mitarbeiterin hat  sich zur kleinen Feierstunde mit Würstchen und Kuchen ganz adrett in Orange-Rot-Violett gekleidet. Das sind die neuen Farben des Unternehmens.

„Wir arbeiten ganz normal weiter“, sagt hingegen Elke Straube, Chefarztsekretärin in der Orthopädie. „Für uns Mitarbeiter ändert sich erst mal nichts“, versichert Dr. med. Swen Hingelbaum. „Es wird aber zu Kooperationen in Zukunft kommen.“

Auf breite Schultern

Der klinische Direktor Dr. med. Lothar Jahn überblickt eine längere Zeit am Diak. Er sagt: „Ich bin froh, dass wir den Zusammenschluss gemacht haben. Wir ticken gleich. Das klare Bekenntnis für den zweiten Bauabschnitt hat Neuendettelsau gleich am Anfang abgegeben. Alles auf breitere Schultern zu verteilen, das tut gut. Ich erwarte nun ein abgestimmtes medizinisches Konzept im Landkreis.“

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