„Schau mal, Mama, da ist ein Kran“, sagt ein kleiner Junge fasziniert und deutet hinunter auf die Baustelle am Schwäbisch Haller Diak. Dort wird seit April ein Tunnel zwischen der Kinderklinik und dem Bettenhaus im Neubau gebaut. „Er ist als Ver- und Entsorgungstunnel gedacht“, erklärt Jana Allmendinger, Leiterin für Bau und Technik im Klinikum.

Vom ehemals begrünten Hang unterhalb des Hochhauses ist momentan nichts mehr zu sehen. Auf dem Schotter stehen Baufahrzeuge und es liegen Geräte und Bauteile herum. Geplant war ursprünglich, die Arbeiten im September abzuschließen. „Es konnte aber erst später zu bauen angefangen werden als geplant, deshalb wird der Rohbau voraussichtlich erst im Oktober fertig sein und der Tunnel im Dezember in Betrieb gehen“, sagt Allmendinger.

Bisher werden Material, Wäsche und Abfall sowie die Patienten über zwei Brücken, die das Bettenhaus, die Kinderklinik und das Haupthaus verbinden, transportiert. Das soll sich durch den neuen Tunnel ändern.

Bauarbeiter sind dabei, Teilfertigwände aufzustellen, die im Anschluss mit Ortbeton ausgefüllt werden. Innerhalb von zwei Tagen stellen die Arbeiter der Firma Fuchs aus Ellwangen die Elemente auf. „Danach kommt noch eine Fertigteildecke darauf“, erläutert Jana Allmendinger.

Sobald die Außenfassade steht, machen sich die Arbeiter an den Innenausbau, wie die Lichtinstallation. Am Tunneleingang bei der Kinderklinik werden außerdem noch Fenster eingesetzt. Der restliche Tunnel wird überschüttet und überbaut. Denn darüber soll ein neues Gebäude entstehen. Das Hochhaus wird abgerissen und durch einen kompakten Neubau ersetzt.

Tunnel kostet etwa 1,4 Millionen Euro

Rund 80 Meter lang soll der Tunnel werden. Verbaut werden dafür circa 360 Kubikmeter Beton und 50 Tonnen Stahl. Dafür musste der Steg, der das Parkhaus mit dem Hochhaus verbunden hat, weichen. Patienten und Besucher kommen derzeit über zwei Stege von der oberen Etage des Parkhauses über das Robert-Dürr-Haus zum Bettenhaus.

Die Planung des neuen Tunnels sei eine Herausforderung gewesen. „Wir müssen im Bestand bauen“, sagt die Leiterin für Bau und Technik. Allzu leise geht es auf so einer Baustelle auch nicht gerade zu. Den Baulärm höre man in den Zimmern schon. „Wir haben aber feste Arbeitszeiten.“ Diese wurden auf den Krankenhausalltag abgestimmt. Gebaut werden darf von 7 bis 19 Uhr. Von 13 bis 14 Uhr haben die Bauarbeiter Mittagspause.

Circa 1,4 Millionen Euro kostet das Tunnel-Bauwerk. Dieses ist bereits in den Planungen für den Klinikneubau berücksichtigt worden.

Ein Mann zückt sein Handy und fotografiert die Baustelle. Immer wieder bleiben Patienten und Besucher kurz stehen, um den Arbeitern zuzusehen und die Fortschritte zu beobachten.

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Schwäbisch Hall

Weitere Bauarbeiten sind angesetzt


Der geplante zweite Bauabschnitt am Diakoneo umfasst den Abriss des Hochhauses und den Neubau eines kompakten Gebäudes zwischen Kinderklinik und Bettenhaus. Dieses wurde im Juli 2018 bezogen. Vier Jahre davor wurde die neue Kinderklinik eingeweiht. Im Zuge des zweiten Bauabschnittes soll das Waldhaus ab 2020 saniert werden. Fördermittel wurden beim Land beantragt, mit einem Bescheid wird nach dem 30. September gerechnet. Danach folgt der eigentliche, kompakte Neubau.

Am 1. Juli fusionierten die Diakoniewerke Hall und Neuendettelsau zum neuen Unternehmen Diakoneo. Ziel sei eine Stärkung des Krankenhaussektors. Nur so können die Kliniken langfristig profitabel bleiben, heißt es vonseiten des Diakoneo. kv