Mainhardt / Gustav Döttling  Uhr
Ulrike und Walter Tham aus Mainhardt-Neusägmühle verzichten im täglichen Leben weitgehend auf Artikel aus Plastik. Das Ehepaar hat sich zum Ziel gesetzt, sich weitgehend selbst zu versorgen.

Sie wollen im Alltag weitgehend auf Plastikverpackungen und Plastikgegenstände verzichten, eigene Lebensmittel im Garten anbauen sowie Kräuter und Gewürze aus der heimischen Natur nutzen. Ulrike und Walter Tham haben vor zwölf Jahren ein älteres landwirtschaftliches Anwesen mit Haus, Stall, Scheune und Garten direkt an der Rot im idyllischen Mainhardter Weiler Neusägmühle erworben.

Mit viel Energie und Geduld renovieren die Thams seither das ganze Anwesen, um sich ihren Traum von einem einfacheren, naturnahen Leben zu erfüllen. Walter Tham (55) ist gelernter Maler und betreibt als Ausbaufacharbeiter erfolgreich seine Innenausbau-Firma Waldix mit Trockenbau, Gipser- und Malerarbeiten, Fließen legen und Sanitärausbau. Seine Ehefrau Ulrike (59) ist gelernte Krankenschwester und arbeitet im Sonnenhof im Schichtdienst für Menschen mit Unterstützungsbedarf.

„Wir haben schon lange angefangen, Sachen selbst zu machen und Lebensmittel im eigenen Garten anzubauen“, erzählt Ulrike Tham. Während Walter Tham mit seinem handwerklichen Allrounder-Können das Haus innen in ein gemütliches Heim verwandelt und das Obergeschoss zur Ferienwohnung ausbaut, kümmert sich Ulrike Tham in ihrer Freizeit um den Garten und die Eigenproduktion von Lebensmitteln, Kräutern, Waschmittel, eigene Teemischungen oder selbst hergestellte Nudeln. Im Garten baut sie Tomaten, Salat, Zucchini, Rote Beete, Kartoffeln, Kraut und Möhren an. „Viele Lebensmittel kann ich in Gläsern einmachen oder im Gewölbekeller lagern“, berichtet die Hausherrin.

„Wir haben 1000 Ideen und müssten 120 Jahre alt werden, wenn wir alles umsetzen wollen“, scherzt Ulrike Tham. Eine Idee, die das Paar, das seit 14 Jahren zusammenlebt, vor zweieinhalb Jahren bei seiner Hochzeit für die Hochzeitsgäste realisiert hat, war ein Heubett in der Scheune. „Das kam so gut an, diese Heubett-Idee wollen wir für Wanderer und Touristen wiederbeleben“, berichtet die Hausherrin. Auch ein Schäferwagen als Schlafstätte für Gäste sei im Gespräch.

„Wir versuchen seit zwei Jahren so gut es geht plastikfrei zu leben, um die Umwelt mit Abfall weniger zu belasten“, erzählt Walter Tham. Auslöser war ein Vortrag in der Mainhardter VHS von Nadine Schubert, wie man Plastikverpackungen und Gegenstände aus Plastik adäquat durch Glas, Papier, Holz oder Metall ersetzen kann. „Dieser Vortrag hat uns ins Herz getroffen“, sagt Tham. Er holt Milch in der Flasche an der Milchtankstelle an der B 39, kauft Bio-Lebensmittel und Brot auf dem Riegenhof. Das öffentliche Backhäuschen auf seinem Grundstück will das Ehepaar ebenfalls restaurieren und wieder in Betrieb nehmen.

In Kutsche entschleunigen

Zu den Hausbewohnern in Neusägmühle gehören die Schwarzwälder-Pferde Elfe und Don Camillo, die drei quicklebendigen Hunde Rasmus, Finou und Rico sowie Kater Pauli. Die Tiere ­sorgen dafür, dass sich Walter und Ulrike Tham von ihrer Arbeit entspannen können. Kraft tankt der Firmenchef bei seinen Hobbys Kutschenfahren sowie alte Möbel und Kutschen renovieren.

Vor zwei Jahren hat er in Gschlachtenbretzingen bei Susanne Habel-Veith seinen Kutschenführerschein gemacht und sich eine Wagonette-Kutsche zugelegt. „Kutschenfahren ist herrlich entschleunigend“, schwärmt seine Ehefrau vom langsameren Leben inmitten der idyllischen Natur an der Rot.

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