Schwäbisch Hall Der Streit um den Frieden

Die Rapper der Gruppe "Die Bandbreite" rufen bei der Mahnwache für den Frieden auf dem Grasmarkt Gegendemonstranten auf den Plan.
Die Rapper der Gruppe "Die Bandbreite" rufen bei der Mahnwache für den Frieden auf dem Grasmarkt Gegendemonstranten auf den Plan. © Foto: Andreas Dehne
Schwäbisch Hall / ANDREAS DEHNE 17.11.2014
Der Auftritt der nicht unumstrittenen Rapper "Die Bandbreite" sorgt für großes Interesse an der wöchentlich stattfindenden Friedensmahnwache in Schwäbisch Hall - und für eine Gegen-Demonstration. Vor dem Auftritt der Rapper aus Duisburg ist die Stimmung etwas angeheizt.

Die Polizei, die mit zwei Einsatzfahrzeugen vor Ort ist, greift beruhigend ein, um erhitzte Gemüter zu besänftigen.

Auf dem Grasmarkt stehen sich gegenüber: Die Aktivisten der Mahnwache für den Frieden, die nach bundesweitem Vorbild seit August jeden Samstag in Hall aktiv sind, und etwa 25 Gegendemonstranten, die aber ebenfalls für den Frieden sind. Dazu noch zeitweilig bis zu 80 Zuschauer, die etwas ratlos auf die gespaltene Friedens-Veranstaltung blicken. "Das ist dann jetzt wohl die Mahnwache gegen die Mahnwache", ist von einem Passanten zu hören. Der Grund der Auseinandersetzung ist der Auftritt des Hiphop-Duos "Die Bandbreite", das häufig ohne Gage bei Mahnwachen im ganzen Land aufgetreten ist. Der Sänger und Texter der Band, Marcel Wojnarowicz (Wojna), provoziert mit seinen wortgewaltigen Songs immer wieder und nimmt kein Blatt vor den Mund. Den größten Teil der Texte würden wohl beide Seiten unterschreiben können. Aber die Gegendemonstranten werfen dem Duo in ihrem Flugblatt unter anderem vor, "auch mit Verschwörungstheoretikern, Rassisten und Antisemiten" zusammenzuarbeiten. Mit großen Transparenten zeigen sie ihren Unmut. Sänger und Songwriter Wojna entgegnet ihnen, an der falschen Stelle zu stehen und zu protestieren. Die Aktivisten der Mahnwache für den Frieden, die alle aus dem Hohenloher Raum stammen, sind mit dem Interesse und dem doch friedlichen Verlauf zufrieden. "So viele Zuschauer hatten wir noch nie", sagen sie.

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