Ausbau Der Namensgeber macht’s möglich

Ran an den Spaten: Beim Baustart am Donnerstag legen gleich zwölf Hauptpersonen Hand an. Der wichtigste steht ganz in der Mitte: Reinhold Würth, Namensgeber der Hochschule und Garant für die Campus-Erweiterung um zwei Gebäude.
Ran an den Spaten: Beim Baustart am Donnerstag legen gleich zwölf Hauptpersonen Hand an. Der wichtigste steht ganz in der Mitte: Reinhold Würth, Namensgeber der Hochschule und Garant für die Campus-Erweiterung um zwei Gebäude. © Foto: Ralf Reichert
Künzelsau / Ralf Reichert 08.06.2018
Hochschule Künzelsau wächst dank Reinhold Würth um Hörsaalgebäude und Forschungsinstitut.

Der Namensgeber gab einmal mehr das entscheidende „go“. Ohne die Bereitschaft Reinhold Würths, mehr Geld beizusteuern als geplant, wäre der Donnerstag in dieser Form undenkbar gewesen. Der Hochschul-Campus in Künzelsau hätte weiter auf seine Erweiterung warten müssen.

Forschung und Entwicklung

So aber strahlen beim ersten Spatenstich an der Hofratsmühle alle Beteiligten mit der Sonne um die Wette. Weil nun doch noch das in die Tat umgesetzt werden kann, was im Mai 2017 längst in trockenen Tüchern schien und fünf Monate später plötzlich ernsthaft in Gefahr geriet: ein neues Vorlesungs- und Hörsaalgebäude zu errichten und direkt daneben ein Institut, in dem Forschung und Entwicklung die Hauptrolle spielen sollten.

EBM-Papst war bereit, dafür bis zu vier Millionen Euro zu setzen. Doch dann stieg der Ventilatorenbauer aus, weil es „nach dem Gemeinnützigkeitsrecht so nicht realisiert werden konnte“, wie Harald Unkelbach, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Würth, die Malaise elegant umschreibt. Man könnte auch sagen: Es gab seitens des Landes zu hohe Auflagen und zu viele bürokratische Hürden. Das Problem: Beide Gebäude sind planerisch und architektonisch aufeinander bezogen. Sie auseinanderzureißen, hätte keinen Sinn ergeben.

Mitte April 2018 dann das große Aufatmen: Die Stiftung Würth kündigte an, nicht nur den Bau des Hörsaalgebäudes zu übernehmen, sondern auch das Institutsgebäude zu errichten. Reinhold Würth hatte dafür grünes Licht gegeben. Das macht im ersten Fall 10,3 Millionen Euro aus und im zweiten 3,6 Millionen, wobei EBM-Papst diesen Bau mit 500  000 Euro unterstützt. Die Gesamtkosten liegen bei 20 Millionen, die Firmen und Mieter bezahlten laut Unkelbach den Rest – „für ihre Ausstattungen“.

Mieter des Institutsgebäudes ist die Innovationsregion Hohenlohe, ein Zusammenschluss mehrerer Unternehmen. Der Verein vermietet die drei Geschosse weiter. Im unteren wird das sogenannte „In-Institut“ angesiedelt, das sich durch Forschungsaufträge von Firmen tragen soll. EBM-Papst, Ziehl-Abegg und Würth-Elektronik haben bereits zugesagt, in erheblichem Maße einzusteigen. Im mittleren Geschoss wird Würth-Elektronik seine Forschungs- und Entwicklungsabteilung einrichten, im oberen das Digitalisierungszentrum der Region Heilbronn-Franken Platz finden. Bis zum Start des Wintersemesters 2019/20 sollen die Gebäude stehen.

Ab Herbst 2018 soll außerdem ein Studentenwohnheim gebaut werden. „Dies wird komplett vom Land finanziert“, sagt Unkelbach. Und was ist mit den ebenfalls versprochenen neuen Parkplätzen? Das Projekt liege auf Eis. Geplant war etwa, den bestehenden Hauptparkplatz mit einem zusätzlichen Deck aufzustocken.

Regionaler Zusammenhalt

Die Redner betonen beim Baustart den starken regionalen Zusammenhalt, der viel zum Gelingen beigetragen habe, heben aber die Schlüsselrolle Reinhold Würths ganz besonders hervor. „Wenn ich nicht gewesen wäre, würden wir hier nicht stehen?“ Dieses Bonmot nimmt Würth „in aller Bescheidenheit tatsächlich für mich in Anspruch“. Freilich nicht nur auf den „heutigen Anlass“ bezogen, sondern darauf, „als eine der wenigen Personen den originären Ursprung des Hochschulstandorts“ zu kennen. Und vor über 30 Jahren dafür im Deal mit Ministerpräsident Lothar Späth 500  000 Mark gesetzt zu haben. „Damals waren diese 500  000 Mark relativ mehr als die 14 Millionen Euro, die wir jetzt zuschießen.“

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