Stadtentwicklung Der letzte Bauabschnitt wird schwierig und teuer

Vellberg / Sigrid Bauer 14.03.2018

Um ein Baugebiet zu erschließen, sind viele Arbeiten nötig, wie Bürgermeisterin Ute Zoll erklärt: „Wasser- und Stromleitungen müssen verlegt werden, ebenso getrennte Kanäle für Schmutz- und Oberflächenwasser, Breitband- und Telefonkabel werden eingezogen und Hausanschlüsse gebaut. Außerdem müssen Fahrbahnen und Gehwege, Park- und Grünflächen angelegt und Beleuchtungen installiert werden.“ Weil das Baugebiet recht nah an die Bühlertalstraße reicht, kommt beim dritten Bauabschnitt des Baugebiets Kreuzäcker noch ein rund 400 Meter langer Lärmschutzwall dazu.

Auch die Abwasserführung gestaltet sich schwierig, weil das Gelände niedriger liegt als die abführenden Kanäle Richtung Kläranlage an der Bühler und es zur Bühlertalstraße hin abfällt. „Deshalb brauchen wir Pumpen, um das Abwasser über Druckleitungen in das bestehende Kanalnetz zu befördern“, so Zoll. Auch das Oberflächenwasser braucht teilweise eine Vorbehandlung. Nur das saubere Oberflächenwasser etwa von Dächern gelangt direkt in den Vorfluter, den Steinbach.

Oberflächenwasser geht ins Geld

„Für verschmutztes Oberflächenwasser planen wir eine Sedimentationsanlage, wo sich grober Schmutz absetzt“, erklärte Alexander Jörg vom Ingenieurbüro Stadtlandingenieure in einer früheren Gemeinderatssitzung. Von dort fließt das Wasser in ein Regenüberlaufbecken, das auch gebaut werden muss, und entlang des Lärmschutzwalls bis zur Verdolung unter der Landesstraße. Das verteuert die Erschließung erheblich. „Um rund 770 000 Euro“, konkretisiert Ute Zoll.

Der dritte Bauabschnitt besteht aus zwei Teilbereichen. „Wir beginnen mit der Erschließung des südlichen Teils an der Bühlertalstraße, weil wir die Pumpanlage und das Regenrückhaltebecken sowieso hätten bauen müssen“, erklärt die Bürgermeisterin. Die Bauplätze liegen also beiderseits der Steinbildstraße. Der zweite Teilabschnitt mit dem Margareten- und dem Elisabethenweg wird später erschlossen. Die reinen Baukosten für die Erschließung des ersten Abschnitts liegen bei 1,114 Millionen Euro. Sie sind 350 000 Euro niedriger als in der Planung veranschlagt. „Dazu kommen aber noch die Nebenkosten“, betont Zoll. Baubeginn ist im März, private Bauherren sollen im Frühjahr 2019 beginnen können.

Die Erschließung samt Kosten für Lärmschutzwall, Regenüberlaufbecken und Abwasserführung wird auf alle Bauplätze im Abschnitt umgelegt: Das sind 49 Grundstücke für Einfamilienhäuser und sechs für Mehrfamilienhäuser. „Wegen dieser Grundstücke braucht man das“, stellt Zoll fest.

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