Insolvenz Der insolventen Kupferzeller Bäckerei Weiß droht das Aus

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Kupferzell / JÜRGEN STEGMAIER 13.01.2014
Im Sommer ist die Bäckerei Weiß in wirtschaftliche Schieflage geraten. Am 1. Oktober wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Wenn bis Ende Januar kein Investor gefunden ist, wird das Geschäft eingestellt.

In der Bäckerei-Branche fordert ein harter Verdrängungswettbewerb Opfer. Weiß in Kupferzell scheint vor dem Aus zu stehen. Die Geschäfte werden derzeit vom Heilbronner Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Gerhard Fichter geführt sowie von den Geschwistern Kathrin und Volker Weiß.

Im August hatte Weiß rund 75 Mitarbeiter, mit denen 10 Filialen betrieben wurden. Inzwischen haben rund 25 Beschäftigte gekündigt. Derzeit verkauft Weiß seine Backwaren noch in 9 Filialen.

„Alle Gespräche blieben bisher erfolglos“, räumt Gerhard Fichter ein. Aus seiner Erfahrung weiß er, dass es in der Anfangsphase der Investorensuche einfacher ist, einen Interessenten zu finden als am Schluss. Inzwischen sind einige Wochen vergangen.

Lange Zeit hatte Weiß die Hoffnung, dass der Unternehmensberater Jens Fuhrmann, der bei Weiß angestellt wurde, einen Weg aus der Krise finden würde. Sein Ansatz: Konsequente Investitionen in den Imbiss- und Gastro-Bereich. Außerdem solle der Kunde erleben, wie in einer Bäckerei gearbeitet wird. Es reiche nicht, die Brezel über die Ladentheke zu reichen. Mit der Insolvenzeröffnung schied Fuhrmann bei Weiß aus.

Der Unternehmensberater hatte im August eingeräumt, dass einer von zwei Gläubigern, eine deutsche Großbank, weitere Kredite an die Bäckerei verweigert habe und auf Rückführung bestehender Forderungen bestehe. Diese habe Weiß nicht bedienen können.

Andreas Kofler, Geschäftsführer des Landesinnungsverbands für das württembergische Bäckerhandwerk, ist sich sicher, dass einzelne Betriebe ihre Qualitätsmerkmale herausarbeiten und darstellen müssen, um bestehen zu können. „Der Bäcker muss Brot und Brötchen anbieten, die nicht in jedem Supermarkt zu bekommen sind“, sagt Kofler.

Das Hauptproblem für Handwerksbäckereien sei die Konkurrenz, die durch Backstationen bei den großen Discountern entstanden ist. „Mit den Preisen können wir nicht mithalten“, räumt Eberhard Glück ein. Der Sulzdorfer ist Obermeister der Haller Bäckerinnung, er leitet zusammen mit seinem Bruder Ralf einen Betrieb mit rund 20 Filialen im Haller, Crailsheimer und Gaildorfer Raum.