Bühlerzell Hobby-Malerin: Der Effekt des „Habenwollens“

Helene Rosmanitz in dem Raum, in dem sie malt, sofern sie das nicht in einem Kurs mit anderen zusammen macht. Ihre Bilder sind stets gegenständlich, Natur und Tiere ihre Lieblingsmotive.
Helene Rosmanitz in dem Raum, in dem sie malt, sofern sie das nicht in einem Kurs mit anderen zusammen macht. Ihre Bilder sind stets gegenständlich, Natur und Tiere ihre Lieblingsmotive. © Foto: ss
Bühlerzell / Sonja Alexa Schmitz 14.08.2018
Die Bühlerzellerin Helene Rosmanitz hat schon als Kind immer gemalt und hat einfach nicht damit aufgehört.

„Eurer Haus sieht aus wie ein Museum“, sagen Freunde von Helene Rosmanitz und ihrem Mann Erhard Beutel. Sie haben nicht ganz Unrecht. Nur dass zwischen all den Bildern, die in jedem Zimmer, auch im Bad und im Treppenhaus hängen, auch noch gelebt wird. Das Paar bewohnt das alte Rathaus in Bühlerzell. Ein idealer Ort für die kreativen Leute. „Als ich den Dachboden gesehen habe, wollte ich das Haus haben“, erzählt die Hobbykünstlerin. Dort stehen bemalte Leinwände, gerahmte Bilder, Ordner voll mit Aquarellen. Verkauft werden sie nur sporadisch. Als die gebürtige Frankfurterin im Jahr 2004 gefragt wurde, ob sie nicht in der Rehaklinik in Ilshofen ausstellen möchte, hat sie gesagt: „Ich male nur für mich“. Und hat dann doch ausgestellt.

Einen Preis für ein Bild zu nennen, fällt ihr schwer. Sie verschenkt sowieso lieber an Bekannte, „dann weiß ich, dass sie oder er es sehr gerne haben will.“

Das „Habenwollen“, das kennt die 66-Jährige selber sehr gut. Es ist vielleicht überhaupt erst ihre Intention zum Malen. Sie sieht ein Bild, ein Foto, ein Motiv, eine Katze oder eine Eule und sie will sie und es haben und festhalten. „Wenn ich mir keinen Nolde leisten kann, dann male ich ihn mir eben selber“, sagt sie ein wenig trotzig. Anders als viele Künstler weiß die studierte Architektin genau, was auf die Leinwand oder das Papier soll. Sie hat eine Vorlage und nach der malt sie, ziemlich flott sogar, das gewünschte Bild. Eine zirka 80 mal 120 Zentimeter große Leinwand kann sie an einem Nachmittag mit einem wunderschönen Hühnerensemble füllen.

Anders ist das, wenn sie ihre Kugelschreiberkritzeleien anfertigt. Die passieren so nebenbei, beim Unterhalten am Tisch, am Telefon oder wenn die fernsehlose Frau mal einen Film in der Mediathek anschaut. Stapelweise Blätter sind entstanden. Und in einem Tagebuchkalender hat sie eine Kritzelei für jeden Tag: Kugelschreiberkatzen, -bäume, -landschaften. Ihre Hände wollen eben was zu tun haben. Wenn nicht Kunst, dann stricken, filzen oder sonst was „kruschteln“. Vier Jahre hintereinander hat sie bei der offenen Straßengalerie in Vellberg mitgemacht. Die Werke stehen jetzt in dem romantisch angelegten Garten. Weil es dort zu voll wurde, macht Rosmanitz nicht mehr mit.

Beim Pfarrfest in Geifertshofen Mitte Juli hatte sie rund 20 Bilder ausgestellt. Der Erlös ist für die Sanierung der  maroden Orgel bestimmt. In dem ehemaligen Rathaus hängen auch Bilder anderer Künstler. Die meisten kommen aus dem Landkreis. Helene Rosmanitz hat viele kennengelernt bei Kursen, die sie regelmäßig besucht. Dabei entsteht die Mehrzahl ihrer Bilder.

Bilder sind in einer Praxis ausgestellt

Derzeit läuft eine Ausstellung mit Bildern von Helene Rosmanitz in der Praxis von Therese Fernandes-Hampp in Gaildorf-Spöck. Geöffnet zu den allgemeinen Praxiszeiten.

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