Ilshofen Martin Blessing als neuer BM eingesetzt

Ilshofen / Elisabeth Schweikert 22.03.2018
Ilshofens neuer Bürgermeister wird ins Amt eingesetzt. In der Antrittsrede verspricht Martin Blessing die Umsetzung des angekündigten Masterplans. Gesundheitsmanagement wird Chefsache.

Es sind wenige Worte, dann ist Martin Blessing der neue Bürgermeister in Ilshofen. Zur Vereidigung und Verpflichtung auf das Amt hält Blessing seine Hand hoch und spricht die Sätze nach, die Rudi Berger, stellvertretender Bürgermeister, vorsagt. „Ich schwöre, dass ich mein Amt nach bestem Wissen und Können führen, das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, die Landesverfassung und das Recht achten und verteidigen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“ Die Gäste in der Roland-Wurmthaler-Halle spenden sehr, sehr langen Beifall.

Martin Blessing, derzeit noch Forstingenieur im Haller Landrats­amt, wurde am 4. Februar mit 55,29 Prozent gewählt, bei drei Mitbewerbern. Er wird am 4. April sein Amt antreten. Bis dahin wird der seitherige Bürgermeister Roland Wurmthaler die Geschäfte führen. Obwohl erst am Freitag die Verabschiedung Wurmthalers war, kamen erneut gut 400 Menschen, um dem neuen Bürgermeister ihre Reverenz zu erweisen. Auch wenn es formal eine öffentliche Gemeinderatssitzung war – mit Feststellung der Beschlussfähigkeit und formellem Ende – war der Abend vor allem ein Fest, das etwa dadurch, dass Gemeinderäte den Gästen später Bier ausschenkten, sehr persönlich geprägt war.

Auf die Person kommt’s an

Rudi Berger listete die Aufgaben eines Bürgermeisters auf und merkte an: „Jeder Inhaber dieses Amtes prägt die ihm übertragene Aufgabe mit seinem Verständnis, das er ihr entgegenbringt. Denn trotz aller rechtlichen Vorgaben kommt es letztlich auf die Persönlichkeit des Amtsinhabers an. Er kann mit seiner Herangehensweise viel bewirken.“ Wie Berger dazu anmerkte, trug „Ihre Menschlichkeit und Ihre Art, die Dinge anzugehen, zu Ihrem Erfolg bei“. Er sicherte dem neuen Bürgermeister zu: „Sie werden ein angenehmes politisches Klima vorfinden.“

Mit einem Zitat seiner Söhne gewann Landrat Gerhard Bauer die Aufmerksamkeit der Zuhörer. „Stimmt es, dass der Martin Bürgermeister werden will?“, hatten die Söhne gefragt. Diese hatten Blessing als Betreuer bei einer Ferienfreizeit auf dem Schapbachhof kennengelernt. „Es ist ein gutes Zeichen, wenn ein Bürgermeister mit der Jugend kann“, merkte Bauer an. Auch der Landrat hob auf die „Menschlichkeit und Bürgernähe“ ab, die Blessing auszeichne. Zudem kenne er ihn aus dem Landratsamt als pflichtbewussten und tüchtigen Mitarbeiter. Als Bürgermeister sei er jetzt das „Initiativzentrum“ der Stadt, Inhaber eines Amts, das viele kommunalpolitische Spielräume biete. „Sie übernehmen ein geordnetes Haus – a g’mähts Wiesle.“

Notenbücher überreicht

Jürgen Silberzahn, Bürgermeister in Wolpertshausen, sprach für die Nachbarkommunen: „Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit dir, denn kommunale Aufgaben enden längst nicht mehr an der eigenen Gemeindegrenze.“ Innerhalb der Gemeindeverbände sei Ilshofen die stärkste Stadt. „Wir als kleinere Partner müssen von deiner Zusammenarbeit überzeugt sein, die allen Partnern Vorteile bringt, die aber auch uns unsere Selbstständigkeiten und unsere eigenen Entscheidungen lässt.“

Pfarrer Holger Layer überbrachte die Grüße aller Kirchen der Kommune. Er legte Blessing das Stoßgebet „Oh Gott, deine See ist so groß und mein Schiff ist so klein“ nahe und versicherte: „Nicht alles ruht auf unseren Schultern.“ Layer überreichte Blessing, der bislang in der Kirchberger Kirchengemeinde oftmals an der Orgel saß, Notenbücher – als „frommen Wunsch“, wie Layer sagte.

Karl Brandner, stellvertretender Bürgermeister aus Kleinsölk, lud Blessing samt Familie zu einem Jagdausflug in die österreichische Partnergemeinde ein. Er überbrachte zudem die Nachricht, dass Altbürgermeister Hermann Hofer, der vor 45 Jahren die Gemeindepartnerschaft gegründet hatte, am Wochenende gestorben ist.

Einen Stein aus den Stubaier Alpen hielt Martin Blessing zu Beginn seiner Antrittsrede hoch:  „Wandern Sie auch lieber zu zweit oder in der Gruppe?“  Gemeinsam mit den Bürgern, den Gemeinde- und Ortschaftsräten, den Gewerbebetrieben sowie den Vereinen wolle er die Stadtentwicklung vorantreiben. In Form eines Masterplans solle in den kommenden Monaten das Konzept, die Wanderroute festgelegt werden. Zudem kündigte er an, dass das betriebliche Gesundheitsmanagement Chefsache im Rathaus werden soll. Bei den Kommunalwahlen im kommenden Jahr will Blessing für den Kreistag kandidieren. „Langfristiges Ziel“ sei, den Schuldenstand zu senken.

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