Bahnhof Der Bahnsteig am Haller Bahnhof ist nun höher

Schwäbisch Hall / OLGA POSSEWNIN 04.06.2013
Die Deutsche Bahn hat ihre Sanierungsarbeiten am Haller Bahnhof weitestgehend beendet. Der Bahnsteig ist nun 55 Zentimeter hoch. Doch hat sich die Modernisierung aus Sicht der Fahrgäste gelohnt?

Werkzeuggeräusche, Männer in orangefarbenen Westen, ein unverputzter Spalt hinter dem Fahrkartenautomat, Arbeiter, die am Rohr der Überdachungsentwässerung hantieren - der Haller Bahnhof ist immer noch eine Baustelle.

Immerhin sind seit letzter Woche die Arbeiten rund um den Bahnsteig abgeschlossen. Damit lag die Deutsche Bahn in ihrem zeitlich gesetzten Rahmen. "Bis auf Restarbeiten, die das Entwässerungssystem der Überdachung des Bahnsteigs betreffen, ist alles fertig", versichert ein Sprecher der Bahn. Beim ersten Bauabschnitt der Sanierung, mit dem Mitte März begonnen wurde, kam zu Tage, dass das System für die Entwässerung marode war. Die Restarbeiten hätten keinerlei Auswirkungen auf den Bahnbetrieb, sagt er. Ein Mitarbeiter der leitenden Bauüberwachung prognostiziert am Montag: "Bis Ende dieser Woche sind wir fertig."

Zweieinhalb Monate hat die Deutsche Bahn den Bahnsteig saniert, um Fahrgästen mit Rollstuhl oder Kinderwagen den Einstieg zu erleichtern. So wurde der Bahnsteig auf 55 Zentimeter erhöht. "Ein Kompromiss", wie es der Bahn-Sprecher nennt. Denn eine einheitliche Einstiegshöhe sei zwar in ferner Zukunft das Ziel. Doch bis dahin sei es ein langwieriger Prozess. "Es hat vor allem einen historisch bedingten Grund, warum es nicht so einfach ist, den Fahrgästen eine niveaugleiche Einstiegshöhe zu ermöglichen", erläutert der Mitarbeiter der Deutschen Bahn. "Die Züge stammen von verschiedenen Verkehrsunternehmen und haben unterschiedliche Bodenhöhen. Manche Fahrzeuge sind bereits Jahrzehnte im Einsatz."

Beschwerden von Kunden, die wegen der Bauarbeiten Unbequemlichkeiten in Kauf nehmen mussten, seien ihm nicht zu Ohren gekommen. "Die meisten haben ja auch Verständnis, weil sie wissen, dass nach der Sanierung etwas Besseres herauskommt", sagt er.

Neben dem Zeit- konnte die Bahn auch den Kostenplan für die Sanierung einhalten. Kalkuliert hatte sie eine halbe Million Euro. Auch die Restarbeiten hätten den Kostenrahmen nicht gesprengt, versichert der Bahn-Sprecher.

Gisela Riecker aus Crailsheim pendelt wegen ihrer Arbeit jeden Tag nach Schwäbisch Hall und zurück. Die Bauarbeiten hat sie von Anfang an mitbekommen. Gestört haben sie Riecker nicht. "Ich finde es super, dass der Bahnsteig angehoben wurde. Jetzt haben es Ältere oder Frauen mit Kinderwagen viel einfacher", sagt sie begeistert. Verbesserungswürdig sei aber noch das Bahnhofsgebäude. Ende Juni wird dieses, nun im Besitz der Stadt, zwischenzeitlich zur Kunstgalerie.

Aufwertung dank Kunst - Haller Bahnhof wird zur Galerie
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