Autobahn 6 Der Ausbau nimmt langsam Gestalt an

Landkreis/Region / swp 15.02.2018

Das Regierungspräsidium Stuttgart hat dieser Tage ein Planfeststellungsverfahren für den sechsstreifigen Ausbau der A 6 zwischen Bretzfeld und Öhringen (Planungsabschnitt 2) sowie zwischen Öhringen und Kupferzell (Planungsabschnitt 3) eingeleitet. Das schreibt die Behörde in einer Pressemitteilung. Vorhabenträgerin ist die Bundesstraßenverwaltung, vertreten durch das Regierungspräsidium. Das Projekt ist Teil der Gesamtplanung für den sechsstreifigen Ausbau der A 6 zwischen dem Autobahnkreuz Weinsberg und der Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern. Insgesamt umfasst die Planung sechs Abschnitte.

Fünf Jahre Bauzeit

Die Baustrecke des Planungsabschnitts zwischen Bretzfeld und Öhringen beginnt etwa 700 Meter östlich der Anschlussstelle Bretzfeld und endet knapp 1,5 Kilometer westlich der Anschlussstelle Neuenstein. Die Streckenlänge beträgt 11,5 Kilometer. Die Anbindung an das übrige Verkehrsnetz läuft über die umzubauende Anschlussstelle Öhringen. Bestandteil der Maßnahme ist außerdem die Erweiterung der Parkplätze „Sommerhalden“ und „Öhringen“.

Neben dem sechsstreifigen Ausbau der A 6 umfasst die Baumaßnahme auch den Neubau von vier Überführungen und acht Unterführungen, davon drei Talbrücken, entlang des Streckenabschnitts. Infolge des Ausbaus müssen mehrere kreuzende und parallel verlaufende Straßen und Wege sowie Ver- und Entsorgungsleitungen an die neuen Verhältnisse angepasst werden. Die Bauzeit wird mit etwa fünf Jahren veranschlagt.

Rastanlage bleibt

Die Baustrecke des Planungsabschnitts zwischen Öhringen und Kupferzell schließt direkt an und endet gut 800 Meter östlich der Anschlussstelle Kupferzell. Die Streckenlänge beträgt etwa zehn Kilometer. Neben dem Ausbau der A 6 umfasst die Baumaßnahme auch den Neubau der kompletten Entwässerung einschließlich der Straßenoberflächenwasserbehandlungsanlagen, den Neubau von sechs Überführungen und acht Unterführungen sowie die Umgestaltung der Anschlussstellen Neuenstein und Kupferzell. Die kreuzenden Straßen und Wege bleiben größtenteils bestehen und werden an die Ausbauplanung angepasst. Entsprechendes gilt für die Tank- und Rastanlage „Hohenlohe Nord“. Die Bauzeit beläuft sich auf rund ein Jahr.

Landschaftspflege vorgesehen

Als Ausgleich für die Beeinträchtigungen von Flora und Fauna, die durch den Ausbau entstehen, hat das Regierungspräsidium sogenannte landschaftspflegerische Begleitmaßnahmen vorgesehen. Dazu gehören für den Planungsabschnitt 2 die Entwicklung von Feldgehölzen, das Anbringen von Nistkästen und Fledermauskästen, die Anlage von Streuobstwiesen, die Rekultivierung von verdichteten Böden und die Verlegung des Laubachs mit Entwicklung der Ufervegetation.

Für den Planungsabschnitt 3 zählen dazu die Entwicklung von Magerwiesen, die Pflanzung von Einzelbäumen und Gehölzgruppen, die Entwicklung eines Gewässerrandstreifens sowie die naturnahe Gestaltung des Gewässerverlaufs entlang des Hirschbachs und der Sall. Außerdem sollen auch hier Fledermäuse und Vögel in den entsprechenden Kästen künftig ein neues Zuhause finden.

Die Baukosten werden vom Bund getragen und belaufen sich für den Planungsabschnitt 2 auf rund 198 Millionen Euro, für den Planungsabschnitt 3 auf gut 140 Millionen Euro. Allein in den Lärmschutz fließen 30 Millionen Euro. Los geht es mit dem Ausbau wohl frühestens 2022, bis alles fertig ist, dauere es nach Einschätzung der Behörden noch zehn bis 15 Jahre.

Die Planunterlagen können von Montag, 26. Februar, bis Montag, 26. März, bei den Stadt- und Gemeindeverwaltungen Bretzfeld, Öhringen, Neuenstein, Zweiflingen, Waldenburg und Kupferzell eingesehen werden. Bis Freitag, 11. Mai, können sich die von dem Projekt betroffenen Bürger zu dem Vorhaben äußern.

Zusätzlich können die Planunterlagen von Beginn der Auslegung bis zum Ende der Äußerungsfrist für die betroffenen Bürger auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Stuttgart, www.rp-stuttgart.de, eingesehen werden. Der Bekanntmachungstext ist ebenfalls auf der Internetseite des Regierungspräsidiums, unter der Rubrik „Bekanntmachungen“, abrufbar.

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