Landkreis Den Wohlstand sichern

Seit fünf Jahren besteht der Campus Schwäbisch Hall als Außenstelle der Hochschule Heilbronn. Der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl forderte eine bessere finanzielle Ausstattung der Universitäten Baden-Württembergs. Archivfoto: Marc Weigert
Seit fünf Jahren besteht der Campus Schwäbisch Hall als Außenstelle der Hochschule Heilbronn. Der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl forderte eine bessere finanzielle Ausstattung der Universitäten Baden-Württembergs. Archivfoto: Marc Weigert
Landkreis / SIGRID BAUER 25.11.2014
Den Nerv der Unternehmer hat der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl im Hotel "Krone" in Hessental getroffen. Er appellierte an ihren Optimismus, warnte aber davor, Entwicklungen zu verschlafen.

"Geht das eigentlich auch ohne Mikrofon", fragte der 54-jährige Politiker und verließ das Rednerpult, um vollkommen frei zu den mehr als 100 kleineren und mittelständischen Unternehmern zu sprechen. Er rief sie auf, die vierte industrielle Revolution, den digitalen Wandel, an der Spitze mitzugestalten, um Wohlstand und Arbeitsplätze zu sichern. Leider würden die Amerikaner viele gute Ideen von hier abgreifen, statt dass sie hier zur Marktreife entwickelt würden. Dazu müsse sehr viel mehr Wagniskapital eingesetzt werden als bisher. "Das Startkapital von Facebook waren 400 Millionen Euro, dagegen fördert Deutschland Startups jährlich mit nur 300 Millionen Euro", stellte er fest. Geld sei genug da - auf der Bank. Die digitale Entwicklung sei eine Riesenchance für Baden-Württemberg (BW).

Mehr Geld für Unis und Informatik als Pflichtfach

Alle roten Lichter gingen bei ihm an, wenn er höre, dass Google in den Fahrzeugbau einsteigt und ein vollautomatisches Auto hat. "Wir müssen das bei uns bauen", forderte er. Informatik habe in einem Technologieland wie Baden-Württemberg Pflichtfach in der Schule zu sein, Staat und Wirtschaft sollten viel Geld in die Universitäten stecken. Außerdem: Der ländliche Raum brauche endlich überall schnelles Internet. "Ohne schnelles Internet wird nichts überleben", sagte Strobl und nannte Hotels als Beispiel. Die erste Frage vor der Reservierung sei: "Funktioniert das WLAN?" "Unser Ehrgeiz muss sein, schnelles Internet überall hinzubringen Man muss nur wollen", stellte er unter Applaus klar. Bund, Länder und EU sollten gemeinsam mit der Wirtschaft die Kommunen dabei unterstützen

Auch die Energiewende sieht Strobl als große Chance für das Land. "Keine Sorge, wir gucken in der CDU schon, dass es bezahlbar bleibt", versicherte er den Unternehmern. Zum Erbschaftssteuerrecht versprach er, die CDU werde nicht zulassen, die für das Land typischen Familienunternehmen zu schwächen. Es dürfe nicht sein, dass im Erbfall Firmen verkauft werden müssen, um Erben auszuzahlen und die Erbschaftssteuer zu begleichen. Ein Grund, für die schnelle Erholung der Wirtschaft nach der Finanzkrise 2008 sei gewesen, dass Familienunternehmen, die in Generationen statt in Quartalen rechnen, ihre Mitarbeiter nicht entlassen haben und deshalb gleich wieder durchstarten konnten. Diese mittelständische Struktur dürfe nicht zerstört werden.

In Vertretung von Landrat Gerhard Bauer stellte der Erste Landesbeamte Michael Knaus die Leistung der Unternehmer heraus. Der Stellenzuwachs im Kreis Hall sei der dritthöchste im Land innerhalb der letzten 20 Jahre. Halls OB Hermann-Josef Pelgrim hob den Anteil der Selbständigen an der Stabilität der Demokratie hervor. Er bedauerte die nachlassende Bereitschaft, Familienunternehmen weiterzuführen. Der Übergang auf die nächste Generation sei entscheidend. "Versuchen Sie, sie zu ermutigen", appellierte er an die Selbständigen.

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