Heilbronn Den Traumberuf finden

Viel zu entdecken gab es auf der Bildungsmesse im vergangenen Jahr. Auch diesmal stehen persönliche Gespräche und die Möglichkeit, in Berufe hineinzuschnuppern, im Mittelpunkt.
Viel zu entdecken gab es auf der Bildungsmesse im vergangenen Jahr. Auch diesmal stehen persönliche Gespräche und die Möglichkeit, in Berufe hineinzuschnuppern, im Mittelpunkt. © Foto: IHK Heilbronn-Franken
Heilbronn / Frank Lutz 22.06.2018
Mit über 190 Ausstellern erreicht die Bildungsmesse von IHK und HWK von 28. bis 30. Juni in Heilbronn einen neuen Rekord. Erstmals gibt es ein Forum für Eltern von Schülern im Berufsorientierungsprozess.

Der Herr mit dem wirren Haar, der so frech seine Zunge herausstreckt, wirkt vertraut: Albert Einstein grüßt vom Plakat der Bildungsmesse Heilbronn, die von nächstem Donnerstag, 28., bis Samstag, 30. Juni, im und rund um das Heilbronner Veranstaltungszentrum Redblue sowie das Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der Handwerkskammer (HWK) Heilbronn-Franken stattfinden wird. „Albert E.“ – in zeitgemäßer Aufmachung als bunter Graffiti-Kopf mit cooler Sonnenbrille – dient als „Eyecatcher“ für die gemeinsame Veranstaltung von IHK und HWK. Schließlich ist der legendäre Physiker auch heutigen Jugendlichen ein Begriff: „Der war schlau“, sei die Reaktion eines Schülers auf das Plakat gewesen, berichtet Dietmar Niedziella, Leiter Berufsbildung bei der IHK.

Längst erwachsen geworden

15 Jahre alt ist die Messe – 2003 gab es die Premiere – und längst den Kinderschuhen entwachsen: „Die Bildungsmesse hat sich unheimlich gemacht“, sagt Elke Döring, Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken, beim Pressegespräch im Heilbronner Haus der Wirtschaft. „Vor sieben Jahren waren wir noch hier auf der Wiese und alles war hands-on. Dann haben wir den Schritt gewagt ins Redblue.“

Der Umzug im Jahr 2013 sollte sich tatsächlich als Meilenstein erweisen – ermöglichte die räumliche Nähe zum BTZ doch erst die Einbindung der HWK. Zum nunmehr sechsten Mal stellen die beiden Kammern die Messe gemeinsam auf die Beine. Doch trotz eines neuen Rekords von über 190 Ausstellern und 3300 erwarteten Schülern von 45 Schulen ist eine solche Großveranstaltung kein Selbstläufer.

Auch deshalb warten die Veranstalter wieder mit Neuerungen auf: So gibt es im Redblue am 28. Juni von 19 bis 21 Uhr ein Forum für die Eltern von Schülern im Berufsfindungsprozess. Themen wie „Erfolgreiches Bewerben“ und „Taktische Tipps für einen gelungenen Orientierungsprozess“ werden dabei angesprochen. „Wir wollen die Eltern anpacken, weil sie der Flaschenhals bei der Berufsorientierung sind“, erklärt Niedziella. Als besondere Attraktion wird an dem Abend Comedian Osman Citir auftreten.

Nicht zum ersten Mal dabei sind dagegen die Schüler des „Vorqualifizierungsjahres Arbeit und Beruf für Jugendliche ohne ausreichende Deutschkenntnisse“ (VABO). 5 Klassen mit rund 90 Schülern haben sich bisher angemeldet. Die Flüchtlinge sind mit Begleitern vor Ort, die ihnen den ersten Kontakt zu den potenziellen Ausbildungsunternehmen erleichtern sollen. Neben dem persönlichen Kontakt bietet die Messe die Möglichkeit, Tätigkeiten auszuprobieren und selbst zu erleben. Dafür werden im BTZ 13 Erlebniswerkstätten eingerichtet, in denen die Schüler etwas herstellen oder einfach in verschiedene Berufe hineinschnuppern. So können sie ein Brettspiel aus Holz oder einen Handkreisel – einen sogenannten Fidget Spinner – anfertigen, den 3-D-Drucker in der CNC-Werkstatt ausprobieren oder mehr darüber erfahren, wie „Smart Home“ funktioniert. Zudem wird vor dem Gebäude ein multimedial ausgebauter Bau-Bus stehen, in dem die Jugendlichen handwerkliche Aufgaben lösen, einen simulierten Baukran steuern oder sich im virtuellen Bungeespringen versuchen können. „Es gibt keine Berufsorientierung ohne praktische Erfahrung“, sagt die Abteilungsleiterin Berufsbildung bei der HWK, Kerstin Lüchtenborg.

Spielerische Suche

Eine weitere Besonderheit ist das Trainingsprogramm „Berufsorientierung mit Spiel und Spaß“ (BomSuS). Dabei werden 900 Schüler, die sich bereits im Vorfeld mit Ausstellern, Firmen und Berufen auf der Messe befasst haben, spielerisch nach ihrem Wunschberuf suchen und sich über ihn informieren. „Die Idee ist es, dass die Schüler – vom Lehrer unterstützt – die Aufgabe bekommen herauszufinden, welcher Beruf, welche Ausbildung passt zu meinen Stärken? Das soll die Schüler motivieren, Gespräche am Stand zu führen“, erläutert Niedziella. Zu Beginn des Messebesuches treten die Schulklassen zudem zur Auflockerung in einem Quiz gegeneinander an, das von einer früheren Auszubildenden der IHK moderiert wird.

An Kurzentschlossene richtet sich die „Last-Minute-Börse“ am 30. Juni von 10 bis 14 Uhr mit 21 Betrieben, die für das aktuelle Ausbildungsjahr noch Bewerber suchen. Gibt es doch in den IHK-Berufen fast 540 unbesetzte Ausbildungsplätze. Im Handwerk sind es mehr als 1000.

70

Vorträge runden das Messeprogramm ab. 13 Innungen präsentieren sich im BTZ. Insgesamt werden rund 5000 Besucher erwartet.

Info Die Messe ist am 28. und 29. Juni jeweils von 8.30 bis 17 Uhr und am 30. Juni von 8 bis 15 Uhr geöffnet. Kostenlose Sonderbusse fahren direkt zum Redblue und zum BTZ. Zwischen den beiden Veranstaltungsorten gibt es zudem einen Shuttle-Service. Weitere Infos unter www.bildungsmesse-heilbronn.de.

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