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Der Oberkirchenrat in Stuttgart verbietet den evangelischen Bezirken die Beteiligung an der Hospizgesellschaft.

Der evangelische Kirchenbezirk Schwäbisch Hall und auch die Kirchenbezirke Blaufelden, Crailsheim und Gaildorf dürfen sich nicht an der gemeinnützigen Gesellschaft Stationäres Hospiz Schwäbisch Hall beteiligen. Das hat der Oberkirchenrat in Stuttgart entschieden. Die Beteiligung wird nicht genehmigt, schreibt der Kirchenbezirk.

Die Erlacher Höhe hat mit dem Bau eines neuen Gemeinschafts- und Funktionsgebäudes für die sozialtherapeutische Einrichtung begonnen.

Oberkirchenrat Hans-Peter Duncker führt dafür folgende Gründe an: Die Organe der Gesellschaft müssten überwiegend mit evangelischen Personen besetzt sein, auch in der Geschäftsführung. Das kirchliche Arbeitsrecht sowie die jeweiligen Vorschriften für die Mitarbeitervertreter müssten Anwendung finden. Die anderen Gesellschafter neben dem Diak und dem katholischen Dekanat (die Hospitalstiftung der Stadt Hall, der Landkreis und der Krebsverein) lehnten aber eine kirchliche Mehrheit in der Gesellschafterversammlung ab. Stattdessen böten sie dem evangelischen Kirchenbezirk einen Sitz im Beirat mit beratender Funktion sowie einen Kooperationsvertrag zur seelsorglichen Begleitung sowie Gottesdienste, Aussegnungen etc. an.

Vier Jugendliche aus Windhoek, Namibia, schnuppern derzeit in Haller Betriebe rein. Darunter Maria Garoes und Festus Garoeb. Sie arbeitet im Hotel Goldener Adler, er in der Kläranlage Vogelholz.

„Die Bezirkssynode bedauert es außerordentlich, dass eine Beteiligung am Stationären Hospiz nicht zustande kommt, gehört die Sterbebegleitung seit jeher doch zu den Kernaufgaben der Kirche. So ich für das diakonische Profil des Diaks einstehe, so sehr sehe ich auch, dass die Kirchen künftig als Minderheit auf Kooperationspartner in solch wichtigen Aufgabenfeldern angewiesen wären“, betont Dekanin Anne-Kathrin Kruse. Die Sterbebegleitung sei zu wichtig, als dass sich die evangelische Kirche ihrer Verantwortung entziehen könne.

Pfarrstelle wird aufgestockt

Außerdem stand ein weiterer Beschluss in der Pfarrstellenstrukturplanung an: Nachdem die Kirchengemeinde Ruppertshofen 2017 in den Kirchenbezirk Hall gewechselt ist, wird die Pfarrstelle Obersteinach-Ruppertshofen mit 75 Prozent bemessen. Dabei ist sie derzeit befristet auf 100 Prozent.

Bürger gründeten vor 25 Jahren in einem Gewölbekeller den Tagestreff für Obdachlose. Das wird morgen in der Kunsthalle Würth gefeiert.

Dies ergab die Frage, wo der 25-Prozent-Stellenanteil gekürzt wird. Die Bezirkssynode hat nach intensiver Diskussion beschlossen, dass der Viertel-Anteil für die Klinikseelsorge künftig nicht mehr durch den Pfarrdienst versehen werden kann. Das bedeutet, dass bei Wegfall der Pfarrstelle Hessental II (wenn der derzeitige Stelleninhaber die Stelle verlässt) eine Diakonatsstelle für die Klinikseelsorge am Diak geschaffen werden soll. Beides sei Kruse wichtig, die ausreichende Versorgung der Gemeinden mit Pfarrerinnen und Pfarrern wie auch der Erhalt der Klinikseelsorge am Diak und die Verbindung zu den Gemeinden, heißt es.

Missbrauch aufklären

In ihrem Bericht ging Dekanin Anne-Kathrin Kruse auch  auf die Gefahr des Antisemitismus ein, der alle Christen entgegentreten müssten. Schließlich sei Jesus selbst Jude. „Antisemitismus ist Gotteslästerung.“ Auch gebe es angesichts des Umgangs der katholischen Kirche mit Straftaten sexualisierter Gewalt keinen Grund, sich selbstzufrieden zurückzulehnen. Auch in der evangelischen Kirche gebe es die Gefahr, Verdachtsmomente nicht ernst genug zu nehmen. Der Oberkirchenrat hat einen Interventionsplan erstellt und eine Koordinierungsstelle eingerichtet.

Bei Testkäufen im Kreis Hall wurden zahlreiche Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz festgestellt.

Erfreulich ist aus Sicht der Dekanin, dass wieder zwei Vikarinnen und ein Vikar ihre Ausbildung im Kirchenbezirk absolvieren: Felicitas Biehler in der Sophie-Scholl-Gemeinde in Hall, Christin Dinkel auf der Stöckenburg und Dr. Johan Hendrik Beytenbach in Sulzdorf. In einem Gottesdienst wurde die Prädikantin Christine Marstaller-Beck zu ihrem Dienst feierlich beauftragt, die Prädikantin Edith Klug sowie die Prädikanten Manfred Kircher und Dieter Knoll wurden wieder beauftragt.