Tribute-Band in Hall David Bowies Hits mit viel Gefühl wiedergegeben

Schwäbisch Hall / Andreas Dehne 15.11.2018
Die Hospitalkirche wird von der David-Bowie-Tribute-Band in einen englischen Musik-Club verwandelt. 250 Besucher kommen.

Der Titelsong des Abends ist eine der letzten Zugaben. „Heroes“. In tiefrotes Licht getaucht stimmt der Sänger der Band „Heroes – David Bowie Tribute“ nach etwa 110 Konzertminuten die ersten Verse davon an. „I will be king and you will be queen.“

Jonas Kalnbach intoniert nur den englischen Text. Wie der Meister selbst es getan hat. Zumindest meistens. Dabei hat dieser Song aus der sogenannten „Berliner Zeit“ von Bowie einen sehr interessanten deutschen Textteil. Und den vermisst man als Zuhörer in Hall schon sehr.

Mehr als 20 Hits zu hören

Man möchte die „Helden“ hören. Aber die Band will Authentizität und sie spielt sie. Jonas Kalnbach steht so unaufgeregt auf der Bühne, wie es der Meister in seinen späteren Jahren auch gemacht hat. Die etwa 250 Zuschauer in der ungewohnt nicht bestuhlten Hospitalkirche sind in bester Stimmung. Haben sie doch bis zu diesem Zeitpunkt mehr als 20 Hits des britischen Ausnahmekünstlers zu hören bekommen.

Zwischendurch, wenn man für einen Moment die Augen schließt, glaubt man tatsächlich, das Original zu hören. Besonders wenn Kalnbach „I will be king“ in die Menge schreit. Ein grandioser Abschluss des Konzertes, das der Jazzclub und das Kulturbüro anlässlich der Britischen Kulturwochen organisiert haben. Und das mit einer Band, die zwar aus Hall stammt, aber in dieser Besetzung hier noch nie gespielt haben will.

Um das Trio Jonas, Jonas und Jonas (Vohman am Bass, Martin an den Drums und Kalnbach als Sänger), besser bekannt als die Formation „Noise Pollution“, hat sich 2016 die Bowie-Tribute-Band gebildet. Joscha Eißen am Saxofon, bekannt durch den Film „Die Freibadclique“, Ferdinand Reutter am Keyboard sowie Jan Martin und Leo Enders an den Gitarren vervollständigen das Septett, mit dem die Band einen der wohl wandelbarsten Musiker der Rockgeschichte zu covern versucht. Was unmöglich vollständig gelingen kann.

Aber schon der Start in den Konzertabend mutet mit „Rebel, Rebel“ und „Ashes to Ashes“ wie ein Live-Auftritt des späten David Bowie an. Ohne Zigarette im Mundwinkel, ohne Alkohol, ohne schrille Outfits. Aber mit sehr viel Gefühl. Es sind die Hits, die an diesem Abend richtig gut ankommen. „This is not America“, „China Girl“ oder „Space Oddity“. Die begeisterten Zuschauer in der altehrwürdigen Hospitalkirche tanzen aber nicht, als sie musikalisch aufgefordert werden. „Let’s Dance“.

Der „Alabama Song“ fehlt

Dann der letzte Song des Abends: „Ziggy Stardust“. Sehr ergreifend interpretiert. Was hat noch gefehlt am wunderbaren Abend in der Hospitalkirche? Der „Alabama Song“. David Bowie hat ihn gerne gecovert. „Show me the way to the next Whiskey Bar.“ Bowie starb 2016 an Leberkrebs. Nach dem Konzert geht man mit „Heroes“ im Ohr nach Hause. Und dem deutschen Text dazu. „Niemand gibt uns eine Chance – doch wir können siegen – dann sind wir Helden – für einen Tag.“

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