Neubau Vellberger Feuerwehr weiht Magazin ein

Die Vellberger Bürgermeisterin Ute Zoll wird für ihr Engagement mit der silbernen Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbands ausgezeichnet. Das Bild zeigt Kommandant Jens Marquardt, Ute Zoll und Alfred Fetzer, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Hall.
Die Vellberger Bürgermeisterin Ute Zoll wird für ihr Engagement mit der silbernen Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbands ausgezeichnet. Das Bild zeigt Kommandant Jens Marquardt, Ute Zoll und Alfred Fetzer, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Hall. © Foto: Sigrid Bauer
Vellberg / Sigrid Bauer 11.06.2018
Das 3,6-Millionen-Euro-Projekt Bauhof- und Feuerwehrmagazin wird nach zwei Jahren Bauzeit feierlich eingeweiht. Gleichzeitig feiert die Feuerwehr Vellberg zwei runde Jubiläen.

Das Projekt begann mit einem Schock, wie sich Bürgermeisterin Ute Zoll in ihrer Festrede vor den Gästen, den Bauhofmitarbeitern und den Feuerwehrkameraden, gekleidet in den neuen Ausgehuniformen, erinnert: Architekt Lorenz Kraft hatte eine erste Kostenplanung über 4,5 Millionen Euro vorgelegt. „Das schaffen wir nicht“, war die einhellige Meinung von Verwaltung und Gemeinderat. Also musste abgespeckt werden. „Vor allem zu Lasten des Bauhofs, denn bei der Feuerwehr gab es wenig Spielraum “, stellt Zoll klar und bedankt sich für das Entgegenkommen des Bauhofteams, das zu einem Spareffekt von 900 000 Euro führte. Das Gesamtbudget liegt so bei 3,625 Millionen Euro. Dieser Rahmen wird eingehalten.

Lob vom Regierungspräsidenten

Ein dickes Kompliment bekommt Ute Zoll von Regierungspräsident Wolfgang Reimer: „Sie haben eine kluge Bürgermeisterin, die es versteht, ihre Kontakte zu nutzen“, bestätigt er den Vellbergern. Aus drei Töpfen gelingt es Zoll, Geld nach Vellberg zu lenken: 870 000 Euro aus dem Ausgleichsstock, der Finanzspritze für arme Gemeinden, 320 000 Euro aus der Feuerwehrfachförderung und 164 940 Euro aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum. 2,27 Millionen Euro muss die Stadt berappen.

Investition in die Zukunft

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, darüber sind  sich alle Redner einig. „Eine Investition in die Zukunft, um die Sie viele Gemeinden beneiden werden“, meint Reimer. Positiv überrascht ist er über die vielen jungen Leute und Frauen unter den Aktiven. „Das ist nicht in jeder Wehr so“, stellt er fest. Das sei ein Zeichen dafür, wie erfolgreich die Jugendfeuerwehr, die ihren 25. Geburtstag feiert, bei der Nachwuchsarbeit ist.

Auch Michael Knaus, Erster Landesbeamter im Kreis, hebt das Engagement der Jugendfeuerwehr hervor. „Vor 25 Jahren gab es noch nicht viele Jugendabteilungen im Kreis“, sagt er. Er merkt an, dass erst der Zusammenschluss der Abteilungen Vellberg und Großaltdorf die Zentralisierung der Wehr und den Neubau im Gewerbegebiet Talheim ermöglicht hätten. Tatsächlich sind die beiden Abteilungen recht reibungslos verschmolzen, was nicht überall gelingt. Hintergrund für die Zentralisierung sind Defizite bei der Tagesverfügbarkeit der Wehr. Sie hat sich jetzt deutlich gebessert. Sinnvoll war es dafür auch, Bauhof und Feuerwehr an einen Standort anzusiedeln, weil einige Bauhofmitarbeiter gleichzeitig in der Feuerwehr sind.

Die alten Gebäude von Feuerwehr und Bauhof waren in so schlechtem Zustand, dass eine Sanierung nicht sinnvoll erschien. Kommandant Jens Marquardt schildert, unter welch beengten Verhältnissen seine Leute bei einem Einsatz in ihre Schutzanzüge springen mussten.

Jetzt ist Platz genug

Umkleiden gab es nicht. Jetzt habe man schöne Umkleiden mit Sanitärbereich, auch für die Frauen, Räume für die Ausbildung und für die Jugend, eine Werkstatt und ein Lager, das diesen Namen auch verdiene. „Und ganz wichtig für Ehrenamtliche: Platz, um die Kameradschaft zu pflegen“, betont er. Zum 150-jährigen Jubiläum der Vellberger Feuerwehr könne er sich kein tolleres Geburtstagsgeschenk für seine Leute vorstellen, als dieses neue Gebäude.

Richtig schlecht dran war das Bauhofteam am alten Standort. Es hatte praktisch nur einen Raum zur Verfügung. Was diese Mannschaft alles bewältigt – von Straßen- und Wegeinstandhaltung über Kontrolle der Spielplatzgeräte und Winterdienst bis zur Vorbereitung der großen Feste und dem  Reinigen der Dächer öffentlicher Gebäude, ist für den Bürger oft schwer ersichtlich. „Der Bauhof arbeitet im Hintergrund“, so Zoll. „Ohne Bauhof müssten viele Aufgaben extern mit großem Aufwand für Ausschreibungen vergeben werden“, unterstreicht Reimer.

Die Vellberger Feuerwehr hat sich für die Auszeichnung ihrer Bürgermeisterin mit der silbernen Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbands eingesetzt, weil sie den Neubau realisiert hat, erklärt Alfred Fetzer, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, der Zoll die Medaille überreichte. Er lobte Zoll auch für die Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans.

So wird das Großprojekt finanziert

Die Kosten liegen bei 2,27 Millionen Euro. Aus dem Ausgleichsstock kommen 870 000 Euro, die Feuerwehrfachförderung beteiligt sich mit 320 000 Euro und das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum mit 164 940 Euro. siba

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