Schwäbisch Hall Das Minus kommt weg

Kleiner Unterschied: Schwäbisch Hall schreibt man ohne Strich.
Kleiner Unterschied: Schwäbisch Hall schreibt man ohne Strich. © Foto: Arslan
TOBIAS WÜRTH 11.08.2015
Viele der 150.000 Fahrzeuge im Landkreis Schwäbisch Hall knattern mit einem Rechtschreibfehler durch die Landschaft. "Landratsamt Schwäbisch-Hall" statt "Landratsamt Schwäbisch Hall" steht auf der amtlichen Zulassungsplakette. Der Bindestrich ist zu viel.

Viele der 150.000 Fahrzeuge im Landkreis Schwäbisch Hall knattern mit einem Rechtschreibfehler durch die Landschaft. "Landratsamt Schwäbisch-Hall" statt "Landratsamt Schwäbisch Hall" steht auf der amtlichen Zulassungsplakette. Der Bindestrich ist zu viel. Es ist ja auch nicht so einfach. Baden-Württemberg schreibt sich mit Bindestrich, Baden-Baden ebenfalls. Schwäbisch Hall und Schwäbisch Gmünd aber nicht.

"Ein Bindestrich steht bei Zusammensetzungen aus zwei geografischen Namen", schreibt der Duden. Mecklenburg-Vorpommern wird genannt. Das Landratsamt hat sich mit dem Bindestrich wohl einstmals nach dieser Regel gerichtet. Wenige Paragrafen weiter ist zu lesen: "Bei behördlich festgelegten Schreibungen gibt es unterschiedliche Formen: Neuruppin, Groß Pankow, Klein-Auheim." So auch beim Landkreis Schwäbisch Hall, der auf allen amtlichen Veröffentlichungen ohne Bindestrich geschrieben wird. Nur eben auf den Zulassungplaketten nicht. Selbst auf dem neuen Kennzeichen mit "CR" taucht das Minus im Aufkleber auf.

Das ist schon lange so: Was haben sich die Vorgänger der heutigen Mitarbeiter der Zulassungsstelle gedacht? Vielleicht eine versteckte Formel "Schwäbisch minus Hall" ist gleich . . .. Ja, was wäre Schwaben ohne Hall? Das wäre eine Suppe ohne Salz (der Sieder), ein Deutschland ohne die Aussage "ich wusste nicht, dass es den Namen der Bausparkasse als Stadt gibt", eine Welt ohne Steine, auf die man bauen kann, ein Universum ganz ohne den Schutzmantel der Madonna. Und die Menschheit wäre um ein Pfingstfest ärmer, bei dem es natürlich rein gar nicht um Alkohol geht ("Sie sind voll von süßem Wein" - Lukas 2, 13), sondern allein um die nüchterne Brauchtumspflege.

Eine Nachfrage der Redaktion beim Landratsamt bringt Licht ins Dunkel und tötet den Strich. "Die Plaketten sind schon seit vielen Jahren so, vermutlich seit Einführung der Klebeplaketten", antwortet Friedrich Kiesel vom Ordnungs- und Straßenverkehrsamt des Kreises. "Ist bisher keinem aufgefallen. Da die amtliche Schreibweise ohne Strich ist, sollten wir das ändern."

Das Landratsamt will bei der nächsten Vergabe für die Produktion des Klebers nach den Sommerferien reagieren. Allerdings solle der derzeitige Bestand - zirka 25.000 Stück - noch aufgebraucht werden. Da gilt es zuzuschlagen. Denn die falsche Schreibweise auf der Plakette ist vielleicht mal so viel Wert wie ein Fehldruck einer Briefmarke wie die der "Blauen Mauritius".