Geschichte Das Leben der ersten Haller

Scherben von steinzeitlichen Aufbewahrungsgefäßen sind im Hällisch-Fränkischen Museum zu sehen. Die Funde aus Hessental füllen eine Vitrine.  Foto: Tobias Würth
Scherben von steinzeitlichen Aufbewahrungsgefäßen sind im Hällisch-Fränkischen Museum zu sehen. Die Funde aus Hessental füllen eine Vitrine. Foto: Tobias Würth © Foto: Scherben von steinzeitlichen Aufbewahrungsgefäßen sind im Hällisch-Fränkischen Museum zu sehen. Die Funde aus Hessental füllen eine Vitrine. Foto: Tobias Würth
Schwäbisch Hall / TOBIAS WÜRTH 26.11.2016

Vor rund 5000 Jahren hatten die Jäger- und Sammler der Steinzeit es satt, durch Wälder zu zigeunern. Sie ließen sich nieder, bauten Häuser, züchteten Tiere und pflanzten Einkorn, Erbsen und Linsen an.

Dieser bedeutende Schritt in der Menschheit soll auch am Rand der Kreuzäckersiedlung nachweisbar sein. Der erste Schwäbisch Haller ließ sich auf dem Höhenzug nieder. Da sind sich Archäologen seit fast 100 Jahren sicher.

Derzeit verfassen Wissenschaftler der Landesdenkmalamts einen Bericht über die Spurensuche. Für die geplanten Baugebiete Sonnenrain und Wolfsbühl wurde drei Wochen lang mit einem Bagger gebuddelt.

Dr. Martin Thoma vom Landesdenkmalamt empfiehlt weitere Ausgrabungen. Die Funde füllen schon jetzt eine Vitrine im Hällisch-Fränkischen Museum.

Der Fund dieser Artefakte geht aufs Jahr 1931 zurück. Ein eine helle Verfärbung zeichnete sich damals im Herbst im Ackerboden ab. 1932 kamen neolithische Scherben beim Ausheben von Pflanzengruben zu Tage. Die Scherben lassen sie der Jungsteinzeit zuordnen. Das steht in einem Aufsatz von Susanne Friederich im Buch aus dem Jahr 2011: „Studie zum mittelneolithischen Siedlungswesen im Mittleren Neckarland.“

Bei der nächsten Grabungen Ende der 1960er-Jahre wurde klar: „Die in den dreißiger Jahren gewonnenen Erkenntnisse der enormen Ausdehnung der Siedlung auch hangabwärts ließen sich bestätigen. Bei einem tiefer im Tal gelegenen, 1977 erstellten Neubau sammelte Huber weitere mittelneolithische Scherben. Eine Grabung fand dort nicht statt.“

Dokumentiert wurden 21 altneolithische und 8 mittelneolithsce Gebäude, die bis zu 35 Meter lang und eine maximale Breite von 7,7 Meter aufweisen. tob