Umweltfest in Schwäbisch Hall Interesse an Umwelt in Hall ist groß

Schwäbisch Hall / Norbert Acker 06.08.2018
Die momentane Hitze bekommt auch das siebte Haller Umweltfest im Hospitalhof zu spüren. Die Veranstalter sind aber trotz weniger Besuchern zufrieden mit dem Verlauf.

Für Menschen, die sich für Umweltthemen interessieren ist das siebte Haller Umweltfest am Samstag ein Pflichttermin gewesen. Hitzebedingt war es zwar nicht ganz so gut besucht wie in den Vorjahren, aber die Veranstalter sind trotzdem zufrieden. „Es waren sicher einige 100 Besucher da“, sagt Anita Renner von der Haller Aktionsgruppe des Vereins „Menschen für Tierrechte“. Das Interesse an den unterschiedlichen Themen, die von acht Gruppen präsentiert worden sind, sei sehr groß gewesen. „Wir kommen ja zum Teil von der ethischen Seite. Die Besucher interessieren aber auch die ganz praktischen Aspekte, wie man etwas ändern kann“, ergänzt Achim Stammberger aus Aalen von der Ortsgruppe Ostwürttemberg der Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch (Ariwa).

An einem der in der Mitte des Hofs aufgebauten Bierbänke sitzen Katharina Buttler und Peter Janssen. Die beiden Sozialpädagogen sind extra aus Marbach am Neckar gekommen, um sich in Hall Info zu holen. „Und um was gutes Veganes zu essen“, sagt Janssen und nimmt noch einen Bissen. „Wir sind beide für mehr Tierrechte“, erzählt Butler, daher habe sich die Fahrt auf alle Fälle gelohnt. Nach dem Imbiss nehmen sich die beiden die Infostände vor. Sicherlich werden sie einiges an Lesestoff mitnehmen.

Der Dritte-Welt-Laden ist beim Fest ebenso vertreten wie die umstrittene Umweltschutzorganisation Sea Shepherd, die sich dem Schutz der Meere und dem Kampf gegen Walfang und die Robbenjagd sowie gegen unverhältnismäßige Fischerei verschrieben hat. Ebenfalls mit an Bord ist das Haller Projekt „Trauben und Rosinen“, das ein Mehrgenerationenhaus auf Basis des Mietshäuser-Syndikat-Modells (siehe Stichwort) bauen will. „Wir wollen bezahlbaren Wohnraum, solidarisch, unverkäuflich und selbstverwaltend. Und das ökologisch und ressourcenschonend“, erklärt Gregor Zeitler. Daher passe auch „Trauben und Rosinen“ in den Kontext des Umweltfests. An einem kleinen Tisch sitzen Kerstin Monecke und Friederike Heinlin und basteln an einem Spendenschwein aus Pappmaché. „Wir wollen damit symbolisch hinterfragen, ob man wirklich mit seinem bei der Bank gesparten Geld zum Beispiel Unternehmen aus der Rüstungsindustrie unterstützen will“, so Zeitler. „Wir wollten das Schwein eigentlich mit Kindern basteln, aber die sind wohl alle im Freibad.“ Es sei zu heiß, aber man habe trotzdem schon viele Gespräche mit Besuchern geführt.

Leider fühlen sich ja manche Menschen von Umweltaktivisten provoziert und es kommt zu Pöbeleien. „Das haben wir auch schon erlebt, das stimmt. Aber hier ist es völlig ruhig und angenehm“, sagt Ariwa-Vertreter Stammberger. Übrigens: Die Ehrenamtler müssen für die Nutzung des Hospitalhofs auch zahlen. „In Stuttgart, wo wir den Vegan Street Day organisieren, müssen wir nur die Verwaltungsgebühr übernehmen“, so Stammberger.

Zur Mittagszeit sei am meisten losgewesen, sagt Renner abschließend. „Nach dem Einkaufen hatten die Leute dann noch Lust, uns zu besuchen“, ergänzt Stammberger. „Und das ist doch gut.“

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