Schwäbisch Hall Das Hallenbad erhält einen neuen Beckenrand

Die stellvertretende Badebetriebsleiterin Heike Lochstampfer und Technik-Manager Peter Busch blicken in das abgelassene Becken. Der Rand wird erneuert. An der Decke werden neue Kabel gezogen.
Die stellvertretende Badebetriebsleiterin Heike Lochstampfer und Technik-Manager Peter Busch blicken in das abgelassene Becken. Der Rand wird erneuert. An der Decke werden neue Kabel gezogen. © Foto: Tobias Würth
Schwäbisch Hall / Tobias Würth 15.08.2018
Die Stadtwerke haben das Wasser im Schenkenseebad abgelassen. Für 650.000 Euro werden Fliesen, Kabel und Filter erneuert.

Blaumann statt Badehose: Arbeiter beugen sich über den Beckenrand. Sie haben bereits die alten Randsteine am Becken abtransportiert. In diesen Tagen wird das Fundament für die neuen Randkacheln glatt gestrichen. Die Arbeiter setzen in den nächsten Wochen den neuen Beckenkopf ein. Die Fliesen dazu liegen auf dem Fußboden bereit. Das 50 Meter lange Sportbecken sowie das kleinere Lehrschwimmbecken werden dabei erneuert.

Schrittweise Renovierung

„Vor zwei Jahren wurde der Beckenumgang, also die Fläche zwischen Becken und der Wand, erneuert“, berichtet Peter Busch. Der Beckenkopf wurde damals nicht erneuert. Der stellvertretende Bereichsleiter für Netze und Technik der Stadtwerke kennt den Grund: Die Zeit wurde zu knapp. Denn das Hallenbad kann nur die wenigen Wochen in den Sommerferien geschlossen werden, damit Kunden, Schulen und Vereine ins Freibad ausweichen können. In diesem Jahr hat das Freizeitbad acht Wochen zu.

Es gebe aber auch einige Badegäste, die im Sommer lieber ins Hallenbad gehen. „Familien nutzen die Ruhe hier. Es ist weniger los im Hallenbad. Mit der Tageskarte können sie ins Freibad wechseln“, berichtet die stellvertretende Badebetriebsleiterin Heike Lochstampfer. „Bei einem drohenden Gewitter weichen die Gäste auch vom Freibad ins Hallenbad aus. Das ist mit einem Preisaufschlag möglich.“

Am 8. September, dem Samstag vor Schulbeginn, soll es wieder geöffnet werden. Am darauffolgenden Tag, dem 9. September, schließt das Freibad.

Das Hallenbad wurde 1973 eingeweiht. Der Beckenkopf sei eben brüchig geworden. „Im Grunde müssen wir jedes Jahr Erneuerungsarbeiten machen“, erläutert Busch. Das ist in diesen Tagen gut zu sehen. Mal steckt ein Bauarbeiter, der auf einer Leiter steht, seinen Kopf in die Decke, sodass man ihn nicht mehr sieht. Mal kniet ein Techniker neben einer Pumpe, die er auseinander schraubt. Die Kohle in den Filtern wird erneuert, die Lüftung gewartet, Silikonfugen werden ersetzt.

Boden wird gewässert

Auf dem Beckenboden liegt ein Maler-Vlies. Was soll das im Bad? „Zum einen schützt das Vlies die Kacheln, falls etwas hineinfällt. Zum anderen wird das Vlies jeden Tag gewässert.“ Die Kacheln am Boden sind das ganze Jahr über mit Wasser bedeckt, jetzt sollen sie nicht austrocknen, da sie sonst kaputt gehen könnten.

„An der Decke wird die Installation einer neuen Beleuchtung vorbereitet“, erläutert Busch. Die meisten LEDs werden erst 2019 eingebaut, einige schon jetzt.

Die Stadtwerke sind für sechs Bäder verantwortlich: Freibad und Hallenbad Schenkensee, Lehrschwimmbecken Tullauer Höhe, Solebad, Freibad Rieden und Kleinschwimmbad Michelbach. „Das machen wir mit wenig Technik-Personal“, sagt Busch. Nur vier Techniker seien für die sechs Anlagen zuständig. Das gehe nur über eine zentrale Steuerung. Alle Klappen, Pumpen und Thermometer könnten von der Leitstelle der Stadtwerke im neuen Gebäude am Kocher kontrolliert und auch gesteuert werden.

Falls sich ein Lausbub in die Technikräume unter dem Becken schleicht, um den Stöpsel zu ziehen, wird er Pech haben. Die Ablassregelung des Beckens wird per Fernsteuerung und Druckluft geregelt.

1,5 Millionen Liter Wasser im Becken

Das 50-Meter-Becken beinhaltet 1500 Kubikmeter Wasser. Die 1,5 Millionen Liter müssen fünf Mal am Tag umgewälzt und dabei gefiltert werden. Ein Teil des Wassers landet in der Kanalisation und wird mit 30 Liter Frischwasser pro Badegast ersetzt, die gesetzlich vorgeschrieben sind. Der Filter besteht aus Kohle und Sand. Dass Wasser fließt gechlort, um Keime zu töten, wieder zurück ins Becken.

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