Schwäbisch Hall Globe-Theater soll zum Jahresende fertig werden

Die Stahlkonstruktion für das Dach des neuen Globe-Theaters wird auf dem Haller Unterwöhrd zusammengebaut, verschraubt und verschweißt. In der laufenden Woche soll sie am Neubau installiert werden.
Die Stahlkonstruktion für das Dach des neuen Globe-Theaters wird auf dem Haller Unterwöhrd zusammengebaut, verschraubt und verschweißt. In der laufenden Woche soll sie am Neubau installiert werden. © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Monika Everling 28.08.2018
Das Haller Globe-Theater erhält in diesen Tagen sein Dach. Das Gebäude soll Ende Dezember an die Theatermacher übergeben werden. Eröffnung ist Ende März mit „Was ihr wollt“ von William Shakespeare.

Neben dem neuen Haller Globe-Theater liegt eine massive sechseckige Stahlkonstruktion auf dem Boden: Das Dach, mit dem man das Gebäude und die Menschen darin künftig vor Regen, aber auch vor zu viel Sonne schützen kann, wird vor Ort verschraubt und verschweißt. „Ich hatte es mir filigraner vorgestellt“, stellt Freilichtspiele-Intendant Christian Doll verwundert fest. In den nächsten Tagen soll es in die Höhe gehievt werden. Das Gestell besteht aus zwei Teilen, die später von Folienkissen überspannt werden, und die von der Dachöffnung aus zur Seite gefahren werden können, sodass die Aufführungen im Normalfall nach wie vor unter freiem Himmel stattfinden.

Die Arbeiten am Theater-Neubau gehen damit in die Endphase. Zum Jahresende soll das Gebäude an die Freilichtspiele übergeben werden. Während diese im Januar den Raum mit Beleuchtungskörpern, Bühnentechnik und ähnlichem ausrüsten, werden die Bauarbeiter letzte Hand anlegen, zum Beispiel an den Foyers.

Im Februar sollen dann die Schauspielproben starten, und für das letzte März-Wochenende ist die feierliche Eröffnung des Hauses mit Shakespeares „Was ihr wollt“ geplant. Dazu hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann seine Teilnahme zugesagt.

Variabel nutzbares Haus

Christian Doll freut sich riesig auf die vielen Möglichkeiten, die das variabel gestaltete Haus den Theatermachern bieten wird: Mehrere Räume sind multifunktional. So zum Beispiel das mittlere Geschoss der dreistöckigen Bühne: Bei den Aufführungen toben die Schauspieler darauf herum, hinterher kann der Raum durch eine Wand abgetrennt und als Besprechungszimmer für die „Manöverkritik“ genutzt werden, oder die Fläche dient – mit offener oder geschlossener Wand – als zusätzliches Foyer mit tollem Blick auf die Stadt oder als Pausenraum mit Teeküche für die Schauspieler.

Das Gebäude ist insgesamt nicht größer als das bisherige Globe-Theater, und doch bietet es viel mehr Platz. „Das liegt natürlich vor allem an der Unterkellerung“, sagt Doll beim Rundgang mit Pressevertretern am vergangenen Freitag. Aber auch oberirdisch wird der Raum gut genutzt. So entsteht unter den Zuschauerrängen ein Foyer mit Bewirtungsmöglichkeit. Dafür werden im Sockel unter der Schräge Schrankwände eingebaut.

Doll ist auch begeistert von den verschiedenen Orten, an denen die Zuschauer die Pause verbringen können: „Ein besonders schöner Platz wird der Kocherbalkon.“ Dieser ragt in Richtung Roter Steg ein kleines Stück über den Fluss. Dazu kommen Foyers mit Ausblick im Obergeschoss, Mini-Balkone, auf die man heraustreten kann, und natürlich Teile des Stadtparks auf dem Unterwöhrd.

Vermietung läuft jetzt an

Die Bühne im neuen Globe ist größer als die im früheren Holz-Bau. „Das macht Gastspiele leichter möglich“, sagt Doll. Schließlich bringen die Theatergruppen oft eine vorgefertigte Kulisse mit, und die muss auf die Bühne passen. Außerdem kann man das Hubpodium, das eigentlich dazu gedacht ist, Bühnenbild-Teile zeitweise ins Untergeschoss zu verfrachten, auch während eines Stückes szenisch einsetzen. „Es macht ein bisschen Lärm und ist auch nicht so schnell, wie man es von größeren Theatern gewohnt ist, aber es ist doch eine neue Möglichkeit“, sagt Doll.

Dafür, dass das Haus auch im Winter genutzt und zum Beispiel für Firmen-Events vermietet werden kann, gibt es eine Heizung. Die Vermietung wird von den Freilichtspielen selbst organisiert, die Mietpreise werden im Herbst festgelegt. Erste Gespräche mit Interessenten laufen.

Das neue Globe-Theater in Zahlen

370 Zuschauerplätze soll der Theaterraum haben. Für die Schauspieler gibt es zwei Garderoben mit insgesamt zwölf Plätzen, zudem einen Schmink­raum mit zwei Plätzen.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 9,3 Millionen Euro. Dazu kommen nicht bezifferte Kosten bei der städtischen Bauverwaltung, die Teile der Planung und die Bauleitung übernimmt. evl

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