BAG Hohenlohe BAG Hohenlohe: Ergebnis unbefriedigend

Vorstandsvorsitzender Ulrich Kühnle (links) und Aufsichtsratsvorsitzender Volker Baumann (rechts)  verabschiedeten Michael Reber aus dem BAG-Aufsichtsrat.
Vorstandsvorsitzender Ulrich Kühnle (links) und Aufsichtsratsvorsitzender Volker Baumann (rechts) verabschiedeten Michael Reber aus dem BAG-Aufsichtsrat. © Foto: Guido Seyerle
Landkreis / Guido Seyerle 27.06.2018
Der Umsatz im letzten Jahr bleibt konstant bei rund 73 Millionen Euro. Die Beteiligungen machen Freude, Teilbereiche des Kerngeschäfts, wie die Obstverarbeitung, laufen weniger gut.

Es war kein einfaches Jahr 2017 für die BAG Hohenlohe. Das ist aus den Reden bei der 96. Generalversammlung am Dienstagabend in Wolpertshausen herauszuhören. Und man kann es in den meisten Gesichtern der rund 600 Besucher ablesen.

In der zweiten Hälfte der rund zweistündigen Versammlung ist zudem immer wieder der Satz „Das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend“ zu hören – von den leitenden Mitarbeitern der BAG genauso wie von den beauftragten Wirtschaftsprüfern. Auswirkungen auf das Abstimmungsverhalten bei den turnusgemäßen Wahlen hat dies nicht. Alle, die sich zur Wahl stellen, werden einstimmig und ohne Enthaltungen bestätigt. Neu im Aufsichtsrat ist für den nicht mehr zur Wahl angetretenen Michael Reber aus Gailenkirchen nun Christian Kieß (Beltersrot).

Der Umsatz der BAG blieb im vergangenen Jahr fast unverändert bei knapp 73,5 Millionen Euro (Vorjahr rund 73,7 Millionen Euro). Beteiligungen wie bei EDI (Energie direkt Hohenlohe), bei Abendschein Landmaschinen und dem Koch-BAG-Autohaus GmbH „machen Freude“, sagt Vorstandsvorsitzender Ulrich Kühnle. Hohe Abschreibungen, in 2017 waren es etwa 1,44 Millionen Euro (2016 etwa 1,47 Millionen Euro) zeigen, dass die BAG in den vergangenen Jahren viel investiert hat. Diese Investitionen greifen, die Eigenkapitalquote liegt wieder über 30 Prozent. Das Ziel liegt allerdings bei 40 Prozent. „Wir haben 2017 viele Projekte angestoßen, die die internen Abläufe verbessern und verschlanken“, sagte Kühnle. Dazu gehöre beispielsweise die papierlose Kommunikation. „Trotz aller Technik ist aber der Mensch der Schlüssel zum Erfolg.“

Geschäftsführer Manfred Eißler spannte den Bogen noch etwas weiter: „Eine neue Unsicherheit breitet sich in viele Bereichen aus, auch wenn der wirtschaftliche Motor seit vielen Jahren rund läuft.“ Der Spätfrost in 2017 und die Hagelschläge im Sommer haben in der Landwirtschaft teilweise zu großen Schäden geführt. So fiel beispielsweise die Apfelernte um 80 Prozent niedriger aus als im Durchschnitt, dementsprechend wenig Früchte konnte die BAG verarbeiten.

Die Digitalisierung führe in allen Bereichen zu „dramatischen Veränderungen“. Deshalb „müssen die Dinge, die wir tun, grundlegend überdacht werden“. Bestellungen rund um die Uhr könnten die Zusammenarbeit vereinfachen, die BAG arbeitet an einem entsprechenden Online-Auftritt. „Aber wir werden weiter persönlich für sie da sein.“ Im Bereich „Smart Farming“ sei zum Beispiel die App „Acker 24“ sehr erfolgreich. Der finanzielle Einstieg ist laut Eißler „überschaubar und beginnt bei zwei- bis dreitausend Euro“. Satellitenkarten ermöglichen es zu erkennen, welche Ackerflächen welche Ertragskraft besitzen. Die BAG hat deshalb einen „Greenseeker“ angeschafft, der teilflächenspezifisch Dünger ausbringen kann. In den Märkten und an den Lagern wurde die Sicherheitstechnik beispielsweise durch Alarmanlagen weiter verbessert. „Das Thema Sicherheit inklusive Ladendiebstählen kostet uns pro Jahr über 100 000 Euro“, sagte Eißler. Die ersten drei Geschäftsmonate in 2018 bezeichnete der Geschäftsführer witterungsbedingt als schwierig, doch ab April wurde der leichte Umsatzrückstand aufgeholt. 

Erträge verbessern

Der wiedergewählte Aufsichtsratsvorsitzende Volker Baumann (Goggenbach) sagte: „Unsere BAG hat sich in den vergangenen Jahren in Teilbereichen die richtigen Partner gesucht.“ Das Agrargeschäft laufe in vielen Bereichen gut. „Aber es gibt Teilbereiche, die sind nicht zufrieden­stellend.“ Das bestätigte auch Wirtschaftsprüfer Philipp Dux vom baden-württembergischen Genossenschaftsverband, der zur Gesamtsituation anmerkte: „Die Erträge sollten verbessert und die Kosten verringert werden.“ Die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der Ertragslage sollten weiter umgesetzt werden. Im Branchenvergleich stehe die BAG Hohenlohe aber noch vergleichsweise gut da.

179

Vollzeitkräfte, über 70 Teilzeitkräfte und 27 Auszubildende beschäftigt die BAG Hohenlohe derzeit an insgesamt 14 Standorten.

Ausgewählte Kennzahlen 2017 (in Klammern 2016)

Warenbewegung Erzeugnisse (Getreide, Obst, Ölfrüchte) 9,2 Millionen Euro (Minus 1,3 Millionen Euro), Bedarfsartikel (Futter- und Düngemittel, Pflanzenbehandlungsmittel) 33,2 Millionen Euro (Plus 555 800 Euro).

Personalaufwand in Höhe von 8,8 Millionen Euro (8,9 Millionen Euro).

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 14,9 Millionen Euro (17,2 Millionen Euro).

Gewinn- und Verlustrechnung Dividendenzahlung: 70 260 Euro (entspricht 1,5 Prozent), Einstellung in gesetzliche Rücklage: 13 000 Euro, Einstellung in Betriebsrücklage: 25 000 Euro, Vortrag auf neue Rechnung: 15 330 Euro.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel