Michelbach Das Blech zeigt, was es kann – in der Michelbacher Martinskirche

Dirigent Willi Barth und seine Bläser beim Jubiläumskonzert in der Michelbacher Martinskirche zum 70-jährigen Bestehen des Posaunenchors.
Dirigent Willi Barth und seine Bläser beim Jubiläumskonzert in der Michelbacher Martinskirche zum 70-jährigen Bestehen des Posaunenchors. © Foto: Sigrid Bauer
Michelbach / Sigrid Bauer 07.11.2018
Voll war die Martinskirche in Michelbach am Sonntagabend, denn der Posaunenchor gab ein kurzweiliges Konzert zu seinem 70. Geburtstag.

Dem Anlass entsprechend erwartete das Publikum in der Michelbacher Martinskirche eine musikalisch unterhaltsame Präsentation. Zum einen, weil Vincent Eissing-Boyny an der Orgel im Wechsel mit den Bläsern sein außerordentliches Können vorführte, zum anderen, weil Posaunenchorleiter Willi Barth ganz unterschiedliche Stücke für seine Bläser ausgewählt hatte.

Motto: „Quer-Blech-ein“

„Zum Jubiläumsfestgottesdienst im Juli haben wir Kirchenmusik gespielt. Heute können wir zeigen, was es sonst alles in der Posaunenliteratur gibt“, sagte Barth zur Begrüßung der Konzertbesucher. Naheliegender Titel des Musikprogramms zum siebzigjährigen Bestehen des Ensembles war dann auch „Quer-Blech-ein“.

Festliche, fanfarenartige Klänge stimmten das Publikum auf das Bläserkonzert ein, bevor Orgel und Blechbläser in barocker Manier ein feierliches Stück des englischen Komponisten John Stanley zum Besten gaben. Pfarrer Henrik Watermann moderierte und führte die Zuhörer dann nach Kanada. Ein getragenes Vorspiel der Orgel nahm der Posaunenchor in rhythmischen, sich steigernden Variationen auf, bis sämtliche Instrumente erklangen. Selbst südamerikanisches Temperament kann ein Blechbläserensemble versprühen. Das zeigten die Michelbacher Musiker mit einem brasilianischen Stück.

Langweilig wurde es sicher niemandem bei dieser Musik­auswahl. Auch den Swing der 20er- und 30er-Jahre meisterte der 24-köpfige Bläserchor und animierte die Füße der Zuhörer zum Mitwippen. Fast allen bekannt war sicher das Lied „Ein kleiner grüner Kaktus“ von den Comedian Harmonists. Henrik Watermann, der sein Büro direkt neben dem Probenraum der ­Bläser hat, berichtete lachend, dass sich das Stück bei ihm als Ohrwurm hartnäckig eingenistet hat.

Dankbar für die Pausen durch das Orgelspiel war Willi Barth. „Die Abwechslung ist nicht nur für das Publikum angenehm, sondern auch für die Musiker. So ein Konzert ist für uns Laienmusiker anstrengend, da sind solche Verschnaufpausen willkommen“, erklärte der Dirigent, der den Michelbacher Posaunenchor seit über 35 Jahren leitet.

Gefüllte Tubatrichter

Auch Filmmusik kann für Bläser arrangiert werden. Eindrucksvolles Beispiel war „The Black Pearl“ aus „Fluch der Karibik“, für das es viel Applaus gab. Genauso viel Beifall bekam Michelbachs Organist für Bachs berühmte Toccata und Fuge in d-Moll, ein wirklich herausforderndes Stück.

Mit fröhlicher Marschmusik und einem Friedenslied als Zugabe entließ der Posaunenchor schließlich die gut und spendabel gelaunten Besucher – die Trichter der beiden Tubas, die am Ausgang warteten, füllten sich schnell mit Scheinen – in den Abend.

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