"Dass eine Einzelbewerberin ein Direktmandat für den Landtag erreicht hat, das gab es wohl noch nie", sagt Damiana Koch. Sie macht selbst deutlich, dass ihr Einzug in den Landtag "ein Wunder" wäre und nennt als "tolles Ziel" zehn Prozent der Stimmen im Wahlkreis Hall. Dann würde sie nämlich die Wahlkampfkosten mit einigen Euro pro Stimme erstattet bekommen. Das Geld würde vor allem in ihr Projekt für Straßenkinder in Rio de Janeiro fließen.

Damiana Koch will "ein Zeichen setzen für das Leben" mit unter anderem mehr Toleranz und Akzeptanz, mit mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung, mit "mehr Wertschätzung der deutschen Kultur und der christlichen Werte", macht die gebürtige Brasilianerin deutlich. Inhaltlich will die Kommunalpolitikerin Themen wie die Integration von ausländischen Mitbürgern positionieren. Über diese werde viel geredet und entschieden, aber selbst hätten sie zu wenig Mitsprachemöglichkeiten. Sie wisse, wovon sie rede, weil sie selbst einen Migrationshintergrund habe.

In ihrer kommunalpolitischen Arbeit als Haller Gemeinderätin seit 2014 sei ihr vor allem der Spagat zwischen Wünschen und Realität deutlich geworden. Sie trat aus der Fraktion der Grünen und in der Folge auch aus der Partei aus. Sie wirft den Grünen "Pseudotoleranz" vor - andere Meinungen würden nicht so toleriert wie nach außen dargestellt, sondern die große Linie zähle. Sie schwimme weiter gegen den Strom. Koch plädiert für mehr direkte Demokratie, für mehr Bürgerbeteiligung.

Mit Blick auf erneuerbare Energien sei sie nicht gegen Windenergie, aber Windräder sollten sich dort drehen, wo mehr Wind weht - nicht im Landkreis Schwäbisch Hall.

"Ich denke sehr viel mit dem Herzen", sagt Damiana Koch. Halt finde sie in ihrer Familie. Sie glaube an das Gute in den Menschen. Ihre positive Einstellung zum Leben und zu den Menschen gebe ihr vor allem ihr Glaube. Dabei folgt die 41-Jährige einem Motto, einer Art Lebensregel: "Ich liebe mich, so wie ich bin. Wenn ich mich selbst liebe, dann kann ich auch andere lieben", macht sie deutlich.

Zur Person

Damiana Koch (41) stammt aus Rio de Janeiro in Brasilien. 1991 kam sie nach Deutschland, absolvierte bei Heilbronn eine Ausbildung zur Krankenschwester und bildete sich zur Krankenschwester für Intensivpflege und Anästhesie weiter. Seit 2004 lebt sie in Schwäbisch Hall, ist verheiratet, hat eine Tochter und einen Sohn. Sie hat in Uttenhofen das Brasilzentrum gegründet und engagiert sich für Straßenkinder in Rio de Janeiro. 2014 wurde sie für die Grünen in den Haller Gemeinderat gewählt. Mittlerweile ist sie fraktions- und parteilos.

CUS