Der Klimawandel ist die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Auch die Jugend in Schwäbisch Hall sorgt sich angesichts der globalen Erderwärmung um den Zustand des Planeten, wie die regelmäßigen Fridays-for-Future-Demonstrationen zeigen. Am vergangenen Freitag hat das Team um Hannah Thomas und Rebekka Benz von der Sibilla-Egen-Schule erneut eine groß angelegte Klimaschutz-Demonstration organisiert.

Schwäbisch Hall

Bevor die ersten Redner um 13.30 Uhr am Neuen Globe das Mikrofon ergreifen, nutzen auch lokale Initiativen die gut besuchte Klimaschutz-Demo für die Öffentlichkeitsarbeit. Werbung für eine gute Sache wollen beispielsweise Sahra Laiblin und ihre Mitstreiter von Solawi Hall (Solidarische Landwirtschaft) machen. „Wir verlassen uns nicht auf die Politik, sondern nehmen den Klimaschutz lieber selber in die Hand. In der Dorfmitte von Wackershofen bauen wir nach dem solidarischen Landwirtschaftsgedanken gesundes und ökologisches Gemüse an“, betont sie.

Laiblin freut sich, dass die Zahl der Mitstreiter seit den Anfängen vor zwei Jahren inzwischen auf 70 Mitglieder angestiegen ist. „Je mehr mitmachen, umso besser ist das für Klima und Umwelt. Wir haben noch Plätze frei“, so ihr Appell. Auf der Freitagsdemo findet sie mit Benjamin Peinke einen Gesprächspartner, der auf gleicher Wellenlänge funkt. „Ich ziehe im Februar von Ilshofen nach Neuenstein um, weil ich mich dort in der Solawi Neuenstein stärker einbringen kann“, bekräftigt der Gartenexperte.

Schwäbisch Hall

Doch nicht nur am Stand von Solawi Hall kommen die Demo-Besucher in den Genuss von gesunden Lebensmitteln. Anne Lenzen, Martina Joneck und Ute Gabler vom Netzwerk „Schwäbisch Hall Vegan“ kredenzen den Klimademo-Teilnehmern veganes Weihnachtsgebäck. „Wir wollen zeigen, dass veganes Essen auch lecker schmecken kann“, betont Anne Lenzen. Vor dem ersten großen Redner-Auftritt am Globe-Theater verteilt die überzeugte Veganerin auch Informationsblätter. In diesem wird unter anderem erklärt, wie die die Intensivtierhaltung weltweit die CO2-Bilanz schädigt.

Angela Merkel die rote Karte zeigen

Oliver Fatzaun vom regionalen Ableger der Eltern-Initiative Parents For Future zieht als Auftaktredner gleich die Demonstrationsteilnehmer auf seine Seite. Er ruft solidarisch dazu auf, der Politik für das Klimapaket gemeinsam die Rote Karte zu zeigen. „Das Klimapaket von Merkel passt in einen CO2-neutralen Briefumschlag“, merkt er ironisch an. „Ich finde es auch nicht gut, dass die Kultusministerin Susanne Eisenmann alle Schulen anschreibt und Kritik am Schulschwänzen der Kinder wegen den Freitagsdemonstrationen übt“, wettert er.

Rede- und Verbesserungsbedarf sieht der Familienvater, der auch mehr Respekt für Greta Thunberg einfordert, beim kommunalen Klimaschutz: „Der Klimaschutz in Schwäbisch Hall ist noch längst nicht so gut, wie manche Lokalpolitiker glauben.“ Er hofft, dass der Haller Gemeinderat 2020 dann doch noch den Klimanotstand ausrufen wird. „Andere Kommunen haben da schneller reagiert“, moniert er.

Das Klimapaket sei eher ein Klimapäckchen

Auch Peter Aichelin von der Initiative „Ratschlag Verkehrswende Schwäbisch Hall“ und Hans Graef von der Initiative „Gemeinsam wohnen in Schwäbisch Hall“ bewegen die aktuellen Klimaschutzdebatten. „Die Politik hat kein Klimapaket geschnürt. Das ist nur ein Klimapäckchen, das von vorne bis hinten nicht ausreicht“, kritisiert Aichelin.

Zum Schluss seiner Rede lädt Aichelin alle Teilnehmer der Demo noch zu einer „Stadtbegehung der besonderen Art“ am 14. Dezember ein. „Wir wollen da zeigen, dass die Verkehrsinfrastruktur in Schwäbisch Hall unserer Meinung nach an einigen Stellen und Ecken auch nicht gerade umweltfreundlich ist“, kündigt er an.