Schwäbisch Hall / Gottfried Mahling Die Schnäppchenjagd in der Tiefgarage der Bausparkasse ist beliebter denn je. Beim HT-Fahrradbasar werden am Samstag 51.670 Euro erzielt.

Drei, zwei, eins, los! Um Punkt 14 Uhr gibt es am Samstag in der Tiefgarage der Bausparkasse kein Halten mehr. Als das Absperrband durchtrennt wird, stürzen sich hunderte Schnäppchenjäger auf die 669 Fahrzeuge, die diesmal beim HT-Fahrzeugbasar zum Verkauf stehen. Bereits eine Stunde vorher hatten erste Käufer versucht, von außen einen Blick auf das Angebot zu erhaschen und sich dann weit vorn in die Warteschlange gestellt.

Die Auswahl kann sich bei der 26. Auflage des Basars sehen lassen. Zehn E-Bikes stehen zum Verkauf – so viele wie nie zuvor. Hinzu kommen hunderte Kinderfahrräder in allen Farben und Größen, Mountainbikes, Rennräder, Dirt-Bikes, BMX-Räder, aber auch Inliner, Laufräder, Anhänger oder Tret-Bulldogs für die ganz Kleinen. Wer zu spät kommt, hat keine Chance mehr. Schon innerhalb der ersten halben Stunde sind bei den Kinderfahrrädern die meisten Exemplare verkauft.

Alle Räder wurden durchgecheckt

Die meisten der 46 Helfer arbeiten hauptberuflich bei der Stadt oder beim Facility Management der Bausparkasse. Gut erkennbar an ihren gelben Warnwesten, haben sie alle Hände voll zu tun. Bei Beginn der Anlieferung ab 9 Uhr müssen sie jedes einzelne Fahrrad kurz durchchecken, tragen eventuelle Mängel wie „Rücklicht defekt“, „Lenker beschädigt“ oder „Vorderrad schlägt“ in einen Prüfbericht ein und befestigen diesen am Lenker. So kann sich jeder Kunde bei der Kaufentscheidung, die schnell und spontan getroffen wird, ein halbwegs objektives Bild machen. „Zwischen 16 und 17 Uhr sollen die Anbieter ihren Verkaufserlös oder ihr nicht verkauftes Fahrrad wieder abholen, manche kommen aber auch später“, berichtet Michael Theimel, der bislang jeden HT-Fahrradbasar mitorganisiert hat. „Bis alles abgearbeitet ist, kann es 21 oder 22 Uhr werden.“

„Der Basar ist sehr gut organisiert“, lobt Willi Lindner aus Vellberg-Eschenau und schiebt ein gebrauchtes Kinderfahrrad aus der Tiefgarage, das er soeben für 60 Euro erstanden hat. „Damit möchte ich meinen Enkel überraschen. Und wenn er dann in ein paar Jahren zu groß für das Rad geworden ist, bringe ich es zu einem der nächsten HT-Fahrzeugbasare“, verrät Lindner mit einem Lächeln. Auch ein Tretauto habe er gesucht, aber da sei er wohl zu langsam gewesen.

Auch Olaf und Martina Günther verlassen zufrieden den Basar – mit einem schönen weißen Mountainbike. „Das ist für unsere Tochter. Wir haben ihr per Whatsapp ein Foto geschickt und sie hat gleich ihr Okay gegeben“.

Aber auch die Erwachsenen selbst statten sich mit neuen Fahrrädern aus. Susanne Megerle aus Untermünkheim hat für 90 Euro ein schickes Damenrad gekauft. „Mein altes ist kaputt, das habe ich zu lange draußen in der Kälte stehen lassen“, verrät sie.

Am späten Abend herrscht dann freudige Gewissheit, dass mit 456 verkauften Fahrzeugen ein neuer Umsatzrekord von 51 670 Euro erzielt wurde. Zehn Prozent der Summe kommen dem Heimbacher Hof zugute und sollen in den Kauf von Sport- und Spielgeräten investiert werden.

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Polizei rät Käufern zu Schutz vor Diebstahl

Die Organisatoren des Basars haben die Unterstützung der Schwäbisch Haller Polizei angefordert. Alexander Feindt achtet mit einer Kollegin darauf, dass niemand ein Fahrrad mitnimmt, ohne es bezahlt zu haben. Außerdem haben sie bereits bei der Anlieferung am Vormittag bei den teureren Modellen stichprobenartig kontrolliert, ob sie zur Fahndung ausgeschrieben sind. Dies sei nur möglich, wenn die rechtmäßigen Besitzer sich die Rahmennummer notiert haben und diese am besten mit weiteren Daten zu ihrem Fahrrad in einem Fahrradpass eingetragen haben, sagt Feindt. Immer wieder drücken der Polizist und die Polizistin beim Basar den Käufern Flyer mit Tipps gegen Fahrraddiebstahl in die Hand.

Laut Statistik des Polizeipräsidiums Aalen haben sich letztes Jahr 3,3 Prozent mehr Fahrraddiebstähle im Landkreis Hall ereignet als noch 2017. Registriert wurden 221 Fälle. Besonders hochwertige Fahrräder sind begehrtes Diebesgut. Der Gesamtwert aller 2018 im Bereich des Polizeipräsidiums gestohlenen Räder wird auf 580 000 Euro geschätzt.