Nachbarschaftshilfe auf verschiedenen Ebenen und für verschiedene Zielgruppen – das stand und steht in Untermünkheim schon länger auf dem Plan. Unter dem Titel „Caring Community – sorgende Gemeinde“ haben sich Interessierte bereits im vergangenen Jahr mehrfach getroffen, und es wurden Einwohner befragt, um Ideen zu sammeln. „Jetzt sind wir aber von der aktuellen Lage überholt worden“, erklärt Magdalene Zimmermann. Bei ihr laufen derzeit die Fäden zur der von der Aktionsgruppe schnell eingerichteten Einkaufshilfe zusammen.

Im Moment nimmt sie Einkaufswünsche unter ihrer Privatnummer an. „Bis wir eine andere Lösung haben. Es musste schnell gehen“, berichtet sie. Nach einem Anruf vom Rathaus sei umgehend gehandelt worden. 20 Ehrenamtliche haben sich bereit erklärt, für Menschen, die erkrankt sind oder unter Quarantäne stehen, Einkäufe zu erledigen. „Auch für ältere Menschen, die ja besser jetzt wegen der Ansteckungsgefahr nicht einkaufen gehen sollten“, fügt sie hinzu. Zimmermann freut sich darüber, dass gleich so viele Freiwillige bereit waren, zu helfen. „Auch viele junge Leute. Das ist echt klasse“, findet sie.

Unbürokratisch helfen – das ist zunächst das Wichtigste. Deshalb seien manche Details auch noch nicht abschließend geregelt. „Vorläufig kostet es auch nichts, wenn wir die Einkäufe bringen“, nennt sie ein Beispiel. Ob sich das so durchhalten lasse, sei noch unklar. Selbstverständlich sei, dass die Abwicklung möglichst kontaktlos geschehe, die bestellten Einkäufe würden vor die Haustür gestellt.

Noch seien aber wenige Anfragen bei ihr eingegangen. „In Untermünkheim hilft man sich eben schon jetzt gegenseitig“, sieht sie einen Grund dafür. Aber man stehe ja auch noch am Anfang, auch müsse man sehen, wie sich der Service im Detail noch entwickle. „Wir werden später noch klarer sehen“, ist sie sich sicher.

Das wollen Ehrenamtliche mit der Aktion „Caring Community“ künftig leisten


Eine Ideenschmiede Anfang des Jahres führte zu mehreren Arbeitsgruppen bei der Aktion „Caring Community“ in Untermünkheim. „Sie wollen die Themen abarbeiten“, berichtet Magdalene Zimmermann.

Markttreff lautet das Motto eines Teams. Es soll ein Kommunikationsangebot für soziale Kontakte parallel zum Wochenmarkt im Steinach sein. Dazu wollen die Ehrenamtlichen Kaffee und Knabbereien mitbringen. „Die Plakate für die erste Aktion waren bereits gedruckt“, verrät Zimmermann. Doch dann kamen die Corona-Maßnahmen, und das Projekt ist so lange auf Eis gelegt.

Mit Mobilität beschäftigt sich ein weiterer Arbeitskreis. Angedacht ist ein Service über den von der Gemeinde finanzierten und ehrenamtlich betriebenen Seniorenbus hinaus, auch über die Gemeindegrenze hinweg. „Wir wissen noch nichts Konkretes. Man muss breit denken“, so Zimmermann.

„Haus und Hof“ nennt sich das Projekt einer weiteren Arbeitsgruppe. Auf Nachfrage wollen Freiwillige anderen bei der Arbeit im Haushalt helfen – beispielsweise im Garten, bei kleineren Reparaturen und Aufgaben im und ums Haus.

Eine Ansprechstelle zu schaffen, sieht Zimmermann als eine der wichtigsten Aufgaben für alle Projekte an. „Dort können Hilfsangebote und Anfragen zentral zusammenlaufen“, meint sie. fär

Info


Bis eine andere Hotline eingerichtet ist, werden Anfragen für Einkäufe für Menschen aus dem Untermünkheimer Gemeindegebiet unter Telefon 07 91 / 65 23 angenommen.