Auch in der Stadt Hall bleiben die Kontaktbeschränkungen mindestens bis zum 5. Juni in Kraft: Es gilt der Mindestabstand von anderthalb Metern zu anderen Personen und die Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr. Aber es gibt Veränderungen bei der Kontaktsperre, denn ab Montag werden Geschwister von der Fünf-Personen-Grenze bei Treffen in privaten Räumen ausgenommen und man darf sich mit mehreren Menschen aus einem anderen Haushalt draußen aufhalten. In den kommenden Wochen treten in der Stadt Hall schrittweise weitere Lockerungen in Kraft.

Schwäbisch Hall

Grundlage ist die Corona-Verordnung der baden-württembergischen Landesregierung, die dafür einen Ampelplan entwickelt hat. OB Hermann-Josef Pelgrim informiert beim gestrigen Pressegespräch im Rathaus zur Umsetzung und nennt Infektionszahlen.

„Wir sind in einem guten Fahrwasser, aber wir dürfen nicht leichtsinnig werden“, macht Pelgrim deutlich und erläutert Infektionszahlen. Aktuell sind in der Stadt acht Menschen mit dem Coronavirus infiziert und 26 befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Landkreis Schwäbisch Hall

Seit Beginn der Corona-Pandemie – den ersten Fall gab es im Landkreis Schwäbisch Hall am 9. März – sind es in der Stadt Hall 227 bestätigte Corona-Erkrankte (Stand Donnerstagabend). Der OB hat die Entwicklung der Infektionszahlen sowie den gleitenden Wochendurchschnitt (sieben Tage) im Landkreis grafisch dargestellt und festgestellt, dass die Zahl der Neuinfizierten seit Mitte April unter der kürzlich von Bund und Ländern beschlossenen Obergrenze liegt. Diese Notbremse greift, wenn sich binnen sieben Tagen mehr als 50 von 100.000 Einwohnern infizieren, dann soll es sofort strengere Regeln, Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens geben. Auf den Kreis Hall mit rund 190.000 Einwohnern bezogen, ergebe das einen Wert von 13,4 neuen Fällen pro Tag, erläutert Pelgrim und mahnt, dass der Kreis noch am 26. April ganz nah unter dieser Grenze lag. „Es gibt keine Entwarnung. Es ist weiterhin Disziplin in hohem Maß erforderlich“, appelliert er.

Landkreis Schwäbisch Hall

Ab Montag dürfen auch in Hall wieder Breitensportler unter strengen Auflagen ins Freie. Ab Mittwoch sollen die Sportanlagen in städtischer Verantwortung freigegeben werden. Genauere Infos des Landes fehlten noch. Pelgrim macht aber deutlich, dass dann die Regeln in Kraft treten, die vor der Corona-Krise im Februar gegolten haben: Einzelpersonen dürfen die städtischen Sportanlagen nicht einfach nutzen, sondern brauchen Zugangsmarken, müssen sich anmelden.

Am 18. Mai gibt es für Restaurants und Gaststätten wieder schrittweise grünes Licht – sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich. Strenge Auflagen greifen. Dazu gehören eingeschränkte Öffnungszeiten und Hygienekonzepte. Die Gästezahl soll begrenzt werden. Genaue Richtlinien erarbeitet das Land noch. Einzelhandel und Friseure haben bereits wieder offen. Mitarbeiter der Stadtverwaltung waren am Donnerstag und Freitag mit Checklisten unterwegs, um zu den Richtlinien in der Landesverordnung wie Spuckschutz, Bodenmarkierungen oder Handschuhen zu informieren. Diese Dienstleistung kommt auch für die Gastronomie, so Pelgrim. Ab dem 29. Mai können Hotels den Betrieb wieder aufnehmen.

200 Kinder in Notbetreuung

Die Stadtverwaltung hat bereits die Notbetreuung für Kita-Kinder und Schüler bis zur siebten Klasse erweitert. Aktuell sind 200 Kinder untergebracht – 89 Kita-Kinder und 111 Schulkinder. Der Landesplan sieht vor, dass ab dem 18. Mai die Betreuung schrittweise auf bis zu 50 Prozent der Kinder in den Kitas ausgeweitet wird. Das wären in der Stadt rund 800 Kinder, informiert Pelgrim. Einzelheiten zum Verfahren will der OB am Dienstag erläutern. Ab dem 18. Mai dürfen die Viertklässler wieder in den Regelunterricht. In den Schulen ist dann in der Folge ein rollierendes System vorgesehen. Maximal die Hälfte der Schüler sollen in die jeweiligen Schulen kommen.

Auf Spielplätzen gelten Obergrenzen


Spielen erlaubt: Seit Mittwoch sind die öffentlichen Spielplätze in der Stadt mit Regeln wieder offen. Mitarbeiter des Werkhofs haben Schilder aufgestellt, die beispielsweise zur Zehn-­Quadratmeter-Regel pro Kind informieren. Das bedeutet exemplarisch für den Spielplatz auf dem Unterwöhrd, dass die Obergrenze bei 15 und bei 12 Kindern gezogen wird, die gleichzeitig auf den beiden Anlagen spielen dürfen, informiert Pelgrim beim Pressegespräch. Die Zahlen hängen an den jeweiligen Plätzen aus.

Das Kinderfest ist am 20. Mai geplant. Eine zentrale Veranstaltung auf dem Marktplatz entfällt. Dafür soll es einen dezentralen Luftballonstart und einen virtuellen Kindertag geben, die Verknüpfungen mit den Schulen per Live-Schaltung laufen. cus