Bund und Länder verschärfen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Regeln, um direkte soziale Kontakte weiter zu minimieren. Eine bundesweite und absolute Ausgangssperre bleibt noch als letzte Möglichkeit in der Hinterhand. Seit Montag dürfen sich deshalb auch in Schwäbisch Hall nicht mehr als zwei Menschen draußen im öffentlichen Raum zusammen aufhalten. Zu anderen Personen ist im öffentlichen Raum, wo immer möglich, ein Mindestabstand von eineinhalb Metern einzuhalten. Die Regel gilt aber nicht für Familien. „Das wird auch eingehalten“, gibt Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim seinen Eindruck beim Pressegespräch am Dienstag im Rathaus wieder. Es gebe aber Ausnahmen.

Einkaufsverhalten: Zu große Menschenansammlungen, Familien sind stundenlang einkaufen

Der Rathauschef rückt seine Beobachtungen zum Einkaufsverhalten am Wochenende in den Mittelpunkt.  Hauptproblem: Viele Bürger kauften immer noch vor allem am Samstagvormittag zwischen sieben und neun Uhr ein. Das habe dazu geführt, dass der Rewe-Markt auf der Auwiese gegen 8 Uhr wieder seine Tore schloss, weil die Menschenansammlung zu groß geworden sei. Es fehlten dann auch die Mitarbeiter, um die Regale wieder vollzuräumen, wenn gegen 10 Uhr die nächste Welle kommt. „Die Versorgungslage ist nicht gefährdet“, appelliert Pelgrim. Er sei am Wochenende in vielen Discountern der Stadt unterwegs gewesen, habe sich in offenen Märkten ein Bild gemacht, mit den Marktleitern gesprochen und das Einkaufsverhalten der Bürger beobachtet.  Größere Familiengruppen stundenlang beim Einkaufen, Kinder, die durch den Markt rasen: „Das muss nicht sein“, sagt er.

Bei Beerdigungen zehn Personen, bei Trauungen fünf

Der OB erläutert weitere Veränderungen, beispielsweise bei Eheschließungen und Beerdigungen. Bislang war die Zahl der Trauergäste im Freien auf 50 Personen begrenzt, nun liegt die Grenze bei zehn Personen. Bei den Trauungen war die Grenze bislang bei 15 Personen, die wurde nun auf bis zu fünf in geschlossenen Räumen gesenkt. Die Eheschließungen hat die Stadt vom Rathaus in die Hospitalkirche verlagert.

Die Stadtverwaltung unterstützt das Diakonie-Klinikum


Von der Hospitalstiftung fließen 100 000 Euro zum Diakonie-Klinikum, informiert Hermann-Josef Pelgrim beim Pressegespräch. Mit dem Geld soll ein ECMO-­Gerät angeschafft werden, das bei der Behandlung von Corona-Patienten zum Einsatz kommen kann. ECMO steht für extrakorporale Membran-Oxygenierung. Das Verfahren funktioniert im Prinzip wie eine externe Lunge. Dadurch wird venöses Blut außerhalb des Körpers in einer Maschine mit Sauerstoff angereichert und dann wieder ins arterielle Blutgefäßsystem zurückgeleitet. Künstliche Beatmung funktioniert in der Regel so, dass per Beatmungsgerät Sauerstoff mit Überdruck in die Lunge gepresst wird. Wenn der Gasaustausch bei der ECMO außerhalb des Körpers erfolgt, dann wird die Beatmung schonender, erhöht das die Chancen, dass sich die Lunge des Patienten besser erholt.

Durch Vermittlung von CDU-Stadtrat Ulrich Reichert sei zudem eine Lieferkette für Handdesinfektionsmittel zwischen einem österreichischen Unternehmen mit Standort in Hall und dem Diakonie-Klinikum aufgebaut worden, informiert Pelgrim beim Pressegespräch im Rathaus. Das Diak übernehme dabei die weitere Verteilung im Landkreis. cus