Der erste Patient im Diak, der vor gut einer Woche an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben ist, stammte aus dem Hohenlohekreis. Jetzt sind sechs Todesfälle (Stand: Donnerstagabend) von Bürgern zu verzeichnen, die im Landkreis Schwäbisch Hall lebten.

Es handele sich um Menschen, die 76 Jahre und älter gewesen waren, bestätigt Steffen Baumgartner, Pressesprecher des Landratsamts auf Nachfrage. Die sechs Patienten seien in den vergangenen Tagen im Diak-Klinikum Schwäbisch Hall verstorben. Die Behörden nennen keine genaueren Daten, um die Persönlichkeitsrechte zu wahren.

Corona im Landkreis Hall: Spitzt sich die Lage zu?

Diak-­Pressesprecherin Manuela Giesel antwortet darauf: „Die Zahl der zu behandelnden Patienten nimmt zu. Derzeit sind knapp 30 Personen (Stand: Mittwoch) mit einer bestätigten Covid-19-Infektion am Diak-Klinikum auf den Isolierstationen in Behandlung.“

Die Stationen befinden sich in einem separaten Gebäudetrakt des Klinikums, dort werden die Patienten rund um die Uhr von den Mitarbeitern versorgt und sind abgeschirmt. Giesel: „Wir haben an alle beteiligten Stellen intern und extern eine Standardprozedur ausgegeben: Alle Menschen, die wegen der stationären Versorgung des Coronavirus zu uns kommen, werden vorangemeldet. In einer externen zugänglichen Infektstation werden sie erstmals behandelt. Dazu haben wir das Waldhaus reaktiviert.“ Nach einem definierten „Triage-­System“ – also einer Analyse der Sachlage – werde über die stationäre Aufnahme eines Patienten entschieden.

Mehrere Patienten konnten in häusliche Quarantäne entlassen werden

Neben den traurigen Nachrichten über die ersten Todesfälle aus dem Landkreis Schwäbisch Hall gibt es auch zumindest erste Lichtblicke. „Mehrere Patienten konnten bereits in eine häusliche Quarantäne entlassen werden“, bestätigt das Diak.

Das Schwäbisch Haller Krankenhaus verfügt über 20 Intensivplätze. „Wir weiten diese Zahl ständig aus“, erläutert Giesel. „Wir setzen unser ganzes Bemühen daran, die Menschen bestmöglich zu versorgen und tun deshalb täglich alles dafür, die Zahl der Intensivplätze auszubauen.“

Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde im Waldhaus eine Station für Infektpatienten etabliert. Aufgrund der steigenden Zahlen sind inzwischen zwei weitere zu Isolierstationen geworden.

Crailsheim/Hall

Zahl der Intensivplätze wird erhöht, drei Infektstationen im Waldhaus eingerichtet

„Aufgrund der Situation gibt es im Moment keine Operationen und Behandlungen von elektiven Patienten“, schreibt das Diak. Das bedeutet: Alle planbaren Krankenhausaufenthalte werden auf einen späteren Zeitpunkt, der noch nicht definiert ist, verschoben. Aus diesem Grund arbeiten derzeit mehrere Station in reduziertem Umfang, berichtet Giesel. Die Notfallversorgung sei weiterhin rund um die Uhr sichergestellt.

Es geht dabei nicht nur um Technik, sondern auch um das Fachpersonal. Giesel schreibt: „Wir bündeln derzeit unsere Kräfte und prüfen täglich neu, wo wir Mitarbeitende aus fachfremden Klinikbereichen einsetzen oder einarbeiten können. Auch aus der Bevölkerung erfahren wir viel Unterstützung, indem angefragt wird, ob Hilfe benötigt wird.“

In den kommenden Tagen wendet sich das Diak auch gezielt an die Öffentlichkeit, um auf die Unterstützung aller Teams, in der Pflege, Reinigung und Logistik, hinzuweisen und bietet die Möglichkeit sich im Klinikum registrieren zu lassen.

Landratsamt veröffentlicht wieder Zahlen selbst


Das Landratsamt ist für die Gesundheitsversorgung und damit auch für das Thema Corona-­Pandemie zuständig. Pressesprecher Steffen Baumgartner bestätigt auf Nachfrage: In den letzten Tagen seien „fünf Hochbetagte im Alter von über 76 Jahren, die ihren Wohnsitz im Landkreis Hall haben, im Diak gestorben“.

In den vergangenen Tagen haben die Behörden die Veröffentlichung der Daten neu justiert. In der täglichen Meldung aus dem Landratsamt werden nun doch auch die Toten verzeichnet. Das war zunächst nicht erfolgt. Nun können Bürger auf www.lrasha.de die Zahl der Erkrankten bezogen auf Gemeinden ablesen.

Die Daten, die vom Gesundheitsamt des Landkreises stammen, würden so aktuell wie  möglich veröffentlicht, sagt Baumgartner. Nachdem die Ergebnisse aus den Testlaboren eintreffen, würde die Statistik zwischen 18.30 Uhr und 19 Uhr auf der Homepage aktualisiert. Auch das Sozialministerium führt eine Statistik.